Zwei Menschen sitzen vor einem Computerbildschirm und haben ein Headset auf. Vor ihren Schreibtischen jubeln ihnen vier kleinere Menschen zu. Im Hintergrund schwebt eine Trophäe über allem.
16.03.2021    Mark Simon Wolf
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Gaming

E-Sport: So lohnt sich Sponsoring für Unternehmen

Mit weltweit 443 Millionen Zuschauern ist die E-Sport-Szene für gezieltes Sponsoring lukrativ. Doch wie genau können Unternehmen profitieren und was müssen sie beim E-Sport beachten? Eine Fülle von Faktoren, meinen zwei Experten.

In Kürze:

  • Die E-Sport-Branche ist sehr komplex. Unternehmen sollten sich vor einem Sponsoring ein genaues Bild machen und die Beteiligten der Branche ernst nehmen.
  • Besonders lukrativ ist die E-Sport-Branche wegen der digitalen Reichweite und der Erschließung neuer Zielgruppen.
  • Für Fußballvereine stellt eine E-Sport-Abteilung ein wichtiges wirtschaftliches Standbein dar – gerade in Pandemiezeiten mit ausbleibenden Zuschauereinnahmen.

Im E-Sport klingelt kräftig die Kasse: 2019 erwirtschaftete die Branche weltweit einen Umsatz von 958 Millionen US-Dollar. Der Mehrwert für Investoren und Unternehmen generiert sich unter anderem über das typische Sponsoring von – gestreamten – Live-Veranstaltungen, virtuellen Profiligen sowie den professionellen Gamern der Szene. „E-Sport verfügt mittlerweile über eine enorme mediale Reichweite. Hinzu kommt, dass das digitale Angebot immer und überall zur Verfügung steht“, sagt Dennis Gehlen, CEO von TaKeTV, der größten deutschen Produktionsgesellschaft für Live-Übertragungen im E-Sport, im DUB Digital Business Talk. Doch worauf kommt es bei Investitionen in diesen Sektor an?

Was müssen Investoren beim E-Sport beachten?

„Die Partner auf Unternehmensseite müssen sich im Vorfeld mit der Branche auseinandersetzen“, rät Martin Geisthardt, Head of Sales beim Fußballclub St. Pauli aus Hamburg. Externe Partner sollten einen Mehrwert für die Gaming-Community schaffen. Dieser ließe sich nicht einfach durch einen Werbespot zwischen zwei Live-Übertragungen von E-Sport-Spielen generieren ließe. Gefordert ist ein direktes Engagement, wie zum Beispiel die Unterstützung einer E-Sportlerinnen respektive eines E-Sportlers oder die Organisation eigener Turniere und Events. „Wichtig ist, dass die Unternehmen den E-Sport ernst nehmen und mit den Beteiligten zusammenarbeiten“, fügt Geisthardt an, der mit dem FC St. Pauli seit fast zwei Jahren in den Bereichen E-Sport und Gaming Teams ins Rennen schickt. Weiterhin gelte es für Investoren zu verstehen, welche Zielgruppen in der Szene erreicht würden, so Gehlen: „E-Sport ist ein eigener Sport und nicht mit Fußball gleichzusetzen.“

Am DUB Digital Business Talk nahmen teil:

  • Martin Geisthardt, Head of Sales beim Fußballclub St. Pauli
  • Dennis Gehlen, CEO von TaKeTV

Moderatorin: Arne Gottschalck, Leitender Redakteur, DUB UNTERNEHMER

Welchen Einfluss hat die Coronapandemie auf die Gamer-Branche?

Das mussten besonders die Profi-Fußballvereine während der Corona-Pandemie lernen, als die Einnahmen wegen des Zuschauerausschlusses ausblieben. Zeitgleich erlebte der E-Sport 2020 einen beispielhaften Boom. Allein in Deutschland verbrachten laut einer Studie der Marktforscher von YouGov 31 Prozent der Gamer mehr Zeit mit E-Sport als noch im Vorjahr. Gehlen registrierte zudem bei den Live-Veranstaltungen im Jahr 2020 eine steigende Zahl der Internetnutzer. Für ihn war Corona „ein Beschleuniger“.

Mit E-Sport neue Zielgruppen ansprechen

Geisthardts These: E-Sport ist für Fußballvereine in Bezug auf Sponsoring fast schon unverzichtbar: „Für die jüngere Generation und jene, die jetzt erst geboren wird, müssen wir als Fußballverein ein attraktives Angebot schaffen, das sich kontinuierlich weiterentwickelt“, begründet der „Paulianer“ mit der Tatsache, dass die digitalen Formate und Inhalte des E-Sport den Zahn der Zeit träfen. Unternehmen, die signalisieren, dass sie Teil dieser Kultur sein möchten, sichern sich somit die Aufmerksamkeit völlig neuer Zielgruppen.

Mobile Gaming Festival des FC St. Pauli als Vorbild

2019 organisierte der FC St. Pauli zusammen mit seinem Hauptsponsor Congstar ein Mobile Gaming Festival. „Wir haben versucht, Gaming greifbarer zu machen und die Kreativität, die in dieser Szene steckt, hautnah darzustellen. Das kam sehr gut an und alle Beteiligten haben profitiert.“ Das bestätigt auch der in der E-Sport-Szene gut vernetzte Gehlen, der vergleichbare Kooperationen „mit einem Mehrwert für alle Seiten“ von Vodafone oder DHL kennt. Dass in diesen Sponsoring-Modellen die Zukunft liegt, daran lässt der E-Sport-Experte keinen Zweifel: „Der Markt für Gaming und E-Sport ist voll in der Gesellschaft angekommen und wird weiter wachsen.“

16.03.2021    Mark Simon Wolf
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