Mann sitzt auf startender Rakete und fliegt in die Luft. Comicartige Darstellung.
05.04.2021    Christian Buchholz
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Infrastruktur

Investition in die Zukunft: Digital ist effizienter

Bessere Vernetzung, schnellere Verfügbarkeit, geringere Kosten: Digitale Prozesse steigern die Effizienz. Das haben die deutschen Unternehmen längst verstanden. Trotzdem schieben sie die dafür notwendige Transformation nicht an – und setzen damit ihre Zukunft aufs Spiel.

In Kürze

  • Digitalisierung steigert die Effizienz und ist ein Hebel gegen den Kostendruck.
  • Deutsche Unternehmen müssen Investitionen in Technik, Infrastruktur und Personal weiter steigern.
  • Junge Menschen sollten die digitale Transformation als Entscheidungsträger vorantreiben.
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

 

Die Corona-Pandemie hat die letzten Zweifel ausgeräumt: 97 Prozent der Deutschen Unternehmen sehen in der Digitalisierung laut einer Bitkom-Studie aus dem Herbst 2020 eine „große Chance“, lediglich 2 Prozent ein Risiko. Wenn es aber an die praktische Umsetzung geht, sieht es hierzulande nicht mehr so rosig aus. Denn die Studie zeigt auch: 71 Prozent der Unternehmen sehen sich bei der Digitalisierung eher als Nachzügler.

Unstrittig: Digitalisierung fördert Effizienz

Am DUB Digital Business Talk nahmen teil:

Moderation: Arne Gottschalck, DUB UNTERNEHMER

Dabei ist unstrittig, dass Digitalisierung die Voraussetzung dafür ist, dass Unternehmen auch in Zukunft erfolgreich wirtschaften können. Warum sie dennoch zögern? Das diskutierten Daniel Jürgenschellert, Geschäftsführer der Helbling Business Advisors, der CFO und Transformation Officer Dr. Stefan Gros sowie Professor Philipp Sandner, Leiter des Frankfurt School Blockchain Centers, im DUB Digital Business Talk. Einhellige Meinung: Digital ist effizienter – und damit wirtschaftlicher.

Deutschland im europäischen Vergleich nur Mittelfeld

Deutschland belegt bei der Digitalisierung im europäischen Vergleich nur den zwölften Platz. „Es gibt Wirtschaftsbereiche, die bereits stark digitalisiert sind – zum Beispiel die Informations- und Kommunikationsbranche, Elektrotechnik, der Maschinen- und Fahrzeugbau. Im öffentlichen Bereich und der Baubranche sehe ich aber noch deutlichen Aufholbedarf“, stellt Jürgenschellert fest. Aber der Technologiedruck wächst, vor allem im internationalen Wettbewerb. Deshalb sind Unternehmen gut beraten, kräftig zu investieren – in Technik, in die nötige Infrastruktur und nicht zuletzt auch in gutes Personal. Kleine Unternehmen können oft schneller an der Technologieschraube drehen, sie sind einfach agiler. Doch die Gründe, warum es bei der Digitalisierung immer noch schleppend vorangeht, sind vielfältiger.

Sandner fordert: Mehr junge Menschen in die Geschäftsführungen

Oft würden erfahrene Know-how-Träger die digitale Transformation in die Hände der jüngeren Kolleginnen und Kollegen legen, berichtet Jürgenschellert. Sie gelten gemeinhin als technologieoffener und lernfreudiger. Für den Blockchain-Experten Sandner ist das aber der einzige Weg, um schneller und effizienter zum Erfolg zu kommen: „Unternehmen sind gut beraten, sich Digital Natives zwischen 30 und 45 Jahren in Entscheidungsträgerrollen zu holen, um dort digitales Know-how zu verankern.“ Sonst dauert der Transformationsprozess länger. Stefan Gros stimmt zu, hat aber die Erfahrung gemacht, dass auch ein transformationserfahrener Manager mit Rückendeckung der Geschäftsführung die Digitalisierungsthemen entscheidend antreiben und systematisch angehen kann. „Das ist aus meiner Sicht zwingend, sonst werden die Projekte nicht erfolgreich sein“, stellt Gros klar.

Erstmal kleine Digitalprojekte umsetzen

Die digitale Transformation ist vor allem eine Managementaufgabe und nur dann erfolgreich, wenn die Unternehmensleitung die Chancen und Vorteile klar aufzeigen kann. „Das sehen wir bei unseren Kunden, die hauptsächlich aus dem Mittelstand kommen“, berichtet Jürgenschellert. Das Management Board müsse hinter der Digitalisierung stehen, Investitionen freigeben und Beschäftigten Fehler zugestehen. Der diplomierte Betriebswirt empfiehlt Unternehmen eine ausgereifte Digitalisierungsstrategie der kleinen Schritte zu verfolgen: „Bevor man sich sofort ein großes Projekt vornimmt, sollten sie lieber erstmal die tief hängenden Früchte ernten und austesten, in welchen Bereichen sich digitale Prozesse schnell umsetzen lassen.“

Digitalisierung und Effizienz nur mit Investition

Ohne einen Fahrplan ist Digitalisierung nicht möglich. Ohne Budget aber auch nicht. Denn wie sollen Systeme und Infrastrukturen entwickelt werden, wenn Unternehmen kein Geld ausgegeben? Das gilt für kleine Digitalisierungsprojekte genauso wie für große – wenn Unternehmen zum Beispiel die Blockchain für sich nutzen wollen. „Hier braucht es einen Vorreiter, der die Thematik versteht, auch mal mit dem Kopf durch die Wand geht, der Budget einfordert und ein Team um sich herum aufbaut“, sagt Blockchain-Experte Sandner. Er verweist auf den „main incubator“ der Commerzbank, der sich genau so entwickelt hat. Dort wird die Zukunft des Bankings entwickelt – rein digital und hoch effizient.

05.04.2021    Christian Buchholz
Zur Startseite