Mann bekämpft zum Schutz Viren
23.02.2021    Karina Engelking
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Gesundheitsmanagement

Mit mehr Virenschutz gesund durch die Krise

Maske tragen sowie regelmäßiges Lüften und Händewaschen gelten nach wie vor als effektivster Schutz gegen Coronaviren. Doch welche weiteren Optionen gibt es, um Angestellte im Betrieb zu schützen? Schließlich ist die Arbeit im Homeoffice nicht in jeder Branche eine Option. Frank Reimann, Cem Ak und Marc Lloret-Grau berichten im DUB Digital Business Talk von Neuheiten und Durchbrüchen bei Schutzmaßnahmen.

Der Krisen-Knigge macht das feste Händeschütteln zum Affront; die Bevölkerung gibt mit Masken und offenen Fenstern ihr Bestes, um sich gegen das Coronavirus zu schützen. Doch diese Maßnahmen reichen nicht aus, um sich im Arbeitsalltag bedenkenlos in Gruppen zusammenzufinden. Deshalb arbeiten zahlreiche Unternehmen an neuen Möglichkeiten zur Prävention und zum Virenschutz.

Am DUB Digital Business Talk nahmen teil:

Moderation: Kathleen Goy, DUB UNTERNEHMER

Einmal sprühen für langen Virenschutz

Eine Innovation in diesem Bereich kommt zum Beispiel aus Nürnberg, genauer gesagt aus dem Hause Bio-Gate. CEO Marc Lloret-Grau berichtet von der Entwicklung eines antibakteriellen Imprägniersprays. Im Sommer 2020 wurde es bereits erfolgreich auf Oberflächen in öffentlichen Verkehrsmitteln getestet. „Wir konnten die Keimlast auf behandelten Oberflächen bis zu acht Tage lang um mehr als 90 Prozent reduzieren – und das, obwohl die Busse tagtäglich im Einsatz waren“, berichtet Lloret-Grau.

Das Spray versiegelt Oberflächen also sicher anti-viral. Ob Textilien oder Edelstahl: Es gebe dabei fast keine Grenzen in Hinblick auf Materialien, da die alkoholfreie Substanz Oberflächen nicht angreife. Bio-Gate nutzte bei der Entwicklung die hauseigene Expertise aus der Medizintechnik. Zum Einsatz kam dabei auch eine patentierten Silber-Technologie, wie sie unter anderem für Implantate verwendet wird.

Dieses Spray kann dabei helfen, Schmierinfektionen im öffentlichen Raum und in Betrieben zu unterbinden. Ein Pluspunkt: Die mehrmals tägliche Desinfektion von Flächen kann so durch einen langfristigen Schutz ersetzt werden.

Viren aus der Luft filtern

Auch der Einsatz von Technik im Kampf gegen die Virenbelastung liegt im Trend. Frank Reimann, Geschäftsführer von MultiCross, berichtet von steigenden Absatzzahlen bei Lüftungsanlagen und vor allem bei den Hochleistungsluftreinigern, die das Unternehmen herstellt. Und das hat einen simplen Grund: „Die Praxis zeigt, dass es in vielen Situationen, etwa bei niedrigen Temperaturen, schlichtweg nicht realistisch ist, permanent zu lüften. In Krankenhäusern, Schulen und auch in vielen Büros ist das einfach nicht umsetzbar“, so Reimann.

Dank hoher Filterklassen lässt sich mit den MultiCross-Produkten in geschlossenen Räumen die Virenlast um 99 Prozent reduzieren. Ein Luftreiniger könne nachträglich aufgestellt werden und halte seine Leistung auf Flächen zwischen 80 und 100 Quadratmetern. „Wir können das Aufschaukeln der Virenlast sehr stark unterbinden. Technisch ist da einiges möglich“, betont Reimann.

Gerade zum Jahreswechsel seien die Anfragen vermehrt von Schulen und auch Impfzentren gekommen. Doch bereits zu Beginn der Pandemie im Frühjahr 2020 seien es gerade die großen Logistik-Unternehmen gewesen, die ihre Hallen sofort mit Luftreinigern ausstatten ließen. Mit Blick auf die nähere Zukunft stellt Reimann Technik in Aussicht, die nicht nur effektiv die Luft reinigt, sondern zugleich die Temperatur regulieren könne.

Desinfektion mit Stil

Auch beim ganz persönlichen Schutz gegen das Virus wurden in den vergangenen Monaten Fortschritte gemacht. Cem Ak gründete mitten in der Krise Handz. Das Start-up setzt auf Personal-Care-Desinfektionsmittel und rückt dabei einen Lifestyle-Aspekt in den Fokus.

„Wir wollen Hygiene ästhetischer und nachhaltiger gestalten. Unsere Vision ist es, dass Hygiene nicht als Notwendigkeit angesehen wird, sondern wir sie zur angenehmen Gewohnheit machen können“, sagt Ak. Seine Produkte sollen zum regelmäßigen Verwenden animieren. Das Desinfektionsspray kommt daher in einem handlichen Format daher, das an eine Kreditkarte erinnert.

Das Konzept findet Anklang: Nach der komplett digital abgelaufenen Unternehmensgründung und einem halben Jahr auf dem Markt, platzierte sich Handz bereits im stationären Einzelhandel. Weitere Produkte im Personal-Care-Bereich sind geplant.

Individueller Schutz ist und bleibt wichtig

Seit Beginn der Pandemie werden Wissenschaft und Politik nicht müde zu betonen, das individuelle Vorsicht ein essenzieller Teil der ganzheitlichen Prävention ist. Die Lifestyle-Komponente auf die Ak setzt, ist hierbei allerdings nicht zu unterschätzen. Denn was als „cool“ empfunden wird, kann die nachhaltige Änderung von Verhaltensweisen unterstützen.

Auch Bio-Gate bietet Mittel für individuellen Schutz – etwa ein Maskenspray, dass im Alltag und bei unachtsamem Handling der Maske zusätzlichen Schutz bietet. In Betrieben seien solche Maßnahmen eine sinnvolle Ergänzung zur Hygiene-Schulung von Mitarbeitern, die man auf keinen Fall vergessen sollte, so Lloret-Grau.

Der Zukunft sehen die drei Unternehmer positiv entgegen. Einig sind sie sich darin, dass Hygiene auch nach der akuten Krise einen anderen Stellenwert in der Gesellschaft haben werde. Das Hygienebewusstsein werde nachhaltig von der Pandemie geprägt werden, so Cem Ak. Und Frank Reimann ergänzt: „Man hat über Corona hinaus ja gesehen, dass auch Grippe, Schnupfen und Co. durch Vorsichtsmaßnahmen eingedämmt werden können.“

23.02.2021    Karina Engelking
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