09.12.2020    Thomas Soltau
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Management

Wege zum Erfolg: Best-Practice-Beispiele

Natürlich, ein expandierendes Unternehmen kümmert sich zunächst vor allem um seine Produkte. Mindestens genauso wichtig aber sind Teamspirit und ein respektvoller Umgang mit den Mitarbeitern. Welche Wege beschreiten erfolgreiche jüngere Firmen? Drei Unternehmer geben Auskunft darüber, wie sie sich für die Zukunft rüsten.

Der Erfolgsfaktor „Mensch und Mitarbeiter“ scheint für viele Unternehmen noch nicht im Mittelpunkt zu stehen. So sieht es zumindest die aktuelle Arbeitnehmer-Studie „Mitarbeiterfocus Deutschland 2020“ des Mainzer Marktforschungs- und Beratungsunternehmens 2HMforum. Laut Studie gelingt es deutschen Unternehmen selten, ihre Mitarbeiter zu begeistern. Zwar geben 21 Prozent der Beschäftigten an, Fan ihres Arbeitgebers zu sein – doch 29 Prozent sind Enttäuschte und Gegner. Der Hauptkritikpunkt: Es fehlt an Anerkennung. Zeige eine Führungskraft hingegen seinen Mitarbeitern häufiger Wertschätzung im Gespräch, so steige die Zahl der zufriedenen Angestellten.

Am DUB Digital Business Talk nahmen teil:

  • Kajetan von Armansperg, Co-Founder, Leapsome
  • Till Vollmer, Managing Director, MeisterLabs
  • Stephan Kunert, Managing Director, empower

Moderation: Kathleen Goy, DUB UNTERNEHMER

Wie wichtig sind die Mitarbeiter im Unternehmen – und wie hält man sie langfristig?

Warum der Mensch ein Schlüssel zum Erfolg ist, erklären die Teilnehmer des DUB Digital Business Talks. „Ich glaube, dass ein engagiertes Team immer der Kern des Erfolgs ist“, sagt Kajetan von Armansperg, Co-Founder von Leapsome. Das Unternehmen bittet eine Plattform, um Mitarbeiterfeedback einzuholen. Da es keine klassischen Top-down-Struktur in neuen Softwareunternehmen gebe, werden Entscheidungen auch ein Stück weit im Team ausdiskutiert, wodurch jeder abgeholt wird. Die Folge: Die Menschen fühlen sich wertgeschätzt.

Stephan Kunert, Managing Director von empower, hat eine klare Meinung zum Thema Mitarbeiterbindung: „Die Mischung aus Kultur, spannenden Aufgaben, coolem Produkt und tollen Leuten macht den Erfolgsmix aus. Am Ende kommt es auf eine gute Stimmung im Team an.“

So sieht das auch Till Vollmer, Managing Director bei MeisterLabs, einem Anbieter von Kollaborationssoftware. „Wenn man Unternehmen startet, dann muss man einfach Leute haben, die mit einem mitziehen und als Team zusammenstehen“, so Vollmer.

Was macht eine gute Führungskraft aus?

Die Zeiten des autoritären Führungsstils gehören der Vergangenheit an. Heute geht es im Management auch um Empathie für die Mitarbeiter. „Es braucht eigentlich nur eine Sache als gute Führungskraft: Du musst es schaffen, ein vertrauensvolles Verhältnis zu deinen Mitarbeitern aufzubauen“, meint Stephan Kunert.

Eine ausgeprägte Feedback-Kultur sei ebenso wichtig. Von Armansperg betont dabei, in seiner Firma tatsächlich viel Feedback zu geben – sowohl positives als auch konstruktives Feedback. Und das alles möglichst zeitnah, entweder im direkten Gespräch oder per Online-Tool.

Wie treibt man die Innovation im Unternehmen voran?

Agilität zählt zu den zentralen Charakteristik von erfolgreichen Unternehmen. Ohne Bewegung keine Innovation. Dazu gehöre es auch, das Produkt zu verbessern und gleichzeitig Kundenwünsche umzusetzen, meint von Armansperg: „Das heißt, Kunden geben uns mit ihrem wichtigen Input die nötigen Innovations-Impulse.“

Doch je größer ein Unternehmen, desto problematischer sei es, diese Agilität beizubehalten, weiß Vollmer. „Es wird immer schwieriger, agil zu sein, weil man mehr Leute hat, mehr Prozesse, die man etablieren muss. Um nicht als behäbiger Öltanker, sondern wendiges Segelschiff zu manövrieren und auf Märkte zu reagieren, hilft nur agiles Handeln und ständige Prozessoptimierung.“

Kunert stimmt zu, mahnt aber, den Vertrieb ernst zu nehmen: „Was erzählen die einem? Was sind die Kundenwünsche? Die wichtigen zukünftigen Trends der IT-Welt sammeln sich im Vertrieb.“

Wie hat Corona die Softwarefirmen beeinflusst?

„Am Ende des Tages sind wir eher auf der Seite der Gewinner, weil wir mit Leapsome eine All-in-one-Plattform anbieten, die besonders während der Homeoffice-Phase gefragt ist“, erklärt von Armansperg. „Viele Führungskräfte stehen vor der Herausforderung, nicht mehr direkt mit ihren Teams zu interagieren und dadurch die Stimmung der Mitarbeiter wenig nachvollziehen können.“

Vollmers Unternehmen verbuchte in der Corona-Zeit auf der Plattform dreimal so viel Traffic wie im Vorjahr. Empower unterstützt dabei, MS Office effizienter zu nutzen. Wenn die Pandemie ein Ende findet, rechnet er mit einer Mischung zwischen Homeoffice und Arbeit in der Firma geben.

Kunert plädiert in Zukunft für drei bis vier Tage Homeoffice, weil die Effizienz enorm hoch sei. Das einzige, was er vermissen würde, wären die zwischenmenschlichen Beziehungen: „Wir lachen zwar viel bei virtuellen Meetings. Doch eine persönliche Begegnung kann das kaum ersetzen.“

09.12.2020    Thomas Soltau
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