02.04.2020    Kai Makus
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DUB Video-Experten-Konferenzen

DUB Corona-Call: Was Unternehmer jetzt wissen wollen

Woher bekomme ich Unterstützung? Wie funktioniert das mit dem Kurzarbeitergeld? In der zweiten Runde der erfolgreichen DUB-Videokonferenzen sprachen mehr als 40 Unternehmer mit Brigitte Zypries über ihre Sorgen und knüpften neue Kontakte. Die fünf wichtigsten Fragen aus der Konferenz an die Bundeswirtschaftsministerin a.D. und ihre Antworten darauf. Die Serie geht weiter – melden Sie sich jetzt an

Für viele Unternehmen ist die Corona-Krise eine Existenzfrage. Hunderte Zuschriften haben die DUB-Redaktion inzwischen erreicht, sagt Jens de Buhr, Verleger des DUB UNTERNEHMER-Magazins zu Beginn der Videokonferenz. Und: „Wir wollen helfen! Deshalb setzen wir das erfolgreiche Format fort.“ Herausgeberin Brigitte Zypries stand mehr als 40 Unternehmerinnen und Unternehmern Rede und Antwort, die nicht nur klagten, sondern auch Lösungen suchten und fanden:

1. Kann ich die Miete für meine Geschäftsräume stunden?

Ein ganz klares Ja! Das sehen die neuen Notfallregelungen der Bundesregierung bis September ausdrücklich vor, so Zypries. Die Möglichkeit bestehe auch für andere Dauerverbindlichkeiten wie Strom oder Wasser, die Telefonrechnung und unter Umständen sogar den Bankkredit.

Zypries’ Rat: „Zahlen Sie unter Vorbehalt! Reden Sie mit ihrem Vermieter, schicken Sie eine Mail oder einen Brief.“ Eine andere Idee aus der Runde: Wenn Sie schon Kontakt mit ihm haben, fragen Sie doch gleich an, ob es nicht möglich ist, den Mietbetrag dauerhaft zu senken, vielleicht um 10 oder 15 Prozent.

2. Gibt es auch länger laufende KfW-Kredite?

Neben direkten Hilfszahlungen spielen günstige Kredite von der Förderbank Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) eine wichtige Rolle im Rettungskonzept der Bundesregierung für die Wirtschaft. Doch es gibt dabei Fallstricke.

So müssen beispielsweise Darlehen über die Hausbank abgewickelt werden – und sie müssen binnen fünf Jahren zurückgezahlt werden, wie Frank Teiwes, Maschinenbauunternehmer aus Rheinland-Pfalz, beklagt: „Laufzeiten verlängern!“, lautet seine Forderung. Geschäftsführer Julian Mertens von der GLS Bank schloss sich dem an, sein Haus arbeite bereits an Lösungen für die Kunden. Er verweist auf die Website www.foerderdatenbank.de. Danke für den Tipp!

3. Bin ich eigentlich Soloselbstständige?

Diese Frage stellte Janina Felix, Trainerin aus Hamburg mit Schwerpunkt Gastronomie. Sie hatte eine Angestellte in Teilzeit, diese aber nun entlassen müssen – ihr Geschäft sei durch die Corona-Einschränkungen komplett weggebrochen. Sie interessiere sich für Fördertöpfe, wisse aber nicht, ob sie jetzt zu den Soloselbstständigen zähle. Zypries macht ihr Mut: Felix solle die bereitgestellten Mittel erst mal beantragen, um liquide zu bleiben. Für Betriebe mit bis zu fünf Mitarbeitern gibt es einmalig 9.000 Euro für drei Monate.

4. Ich habe gut gewirtschaftet und bin noch liquide – gehe ich bei den Hilfen jetzt leer aus?

Einen „massiven Umsatzeinbruch um 80 Prozent“ beklagt Martin Köhler aus Baden-Württemberg: Die ausgefallenen Englischschulungen, die sein Fremdspracheninstitut der Industrie anbietet, könnten online nicht kompensiert werden. Aber: „Wir haben solide gewirtschaftet und daher eine recht gute Liquidität.“ Sein Problem: Damit falle er aus allen Fördertöpfen heraus.

Dabei drohe seinem Unternehmen durchaus „vielleicht nicht jetzt gleich, aber möglicherweise in sechs Monaten“ die Insolvenz. Zypries stimmt ihm zu: „Ihr Unternehmen ist einer der Problemfälle, die nicht so gut gelöst sind.“ Sie empfiehlt Köhler, es doch mal beim zuständigen Landesminister zu versuchen. Schließlich biete Baden-Württemberg bis zu 30.000 Euro Beihilfe: „Vielleicht hat man ein Einsehen.“

5. Darf ich meine Mitarbeiter in Kurzarbeit weiterbilden?

Fachkräftemangel war vielfach ein Problem – dann kam die Corona-Krise. Inzwischen sind fast eine halbe Million Betriebe in Deutschland in Kurzarbeit, Millionen Arbeitsplätze bedroht. Kann man diese Zeit nicht nutzen, um die Mitarbeiter zu schulen, damit man hinterher besser aus der Krise kommt? Man kann.

Und wird sogar nach dem Sozialgesetzbuch (SGB III) gefördert, wenn die Schulungen extern stattfinden, mindestens 160 Stunden dauern und der Beschäftige in den letzten vier Jahren nicht weitergebildet wurde. Details finden sich hier (Stichwort: „Weiterbildung“). Zypries empfiehlt, gezielt vorzugehen: „Nutzen Sie die Krise, um Ihre Leute weiter zu qualifizieren und die Digitalisierung voranzubringen. Das sollte Pflicht sein.“

 

Ihre nächsten DUB-Videokonferenzen mit Top-Experten:

Dienstag. 7. April: „Corona – gibt es Licht am Ende des Tunnels?“ Top-Experte: Professor Jochen Werner, Chef der Uni Klinik Essen

Mittwoch, 8. April: „Zuschüsse, Kredite, Soforthilfen – welche Geldspritzen gibt es?“ Top-Experte: Anfragen laufen.

Dienstag, 14. April: „Home-Office – wie geht Führung aus der Ferne?“ Top-Experte: Anfragen laufen.

Jeweils um 11 Uhr – Jetzt anmelden! Die Teilnahme ist kostenfrei.

02.04.2020    Kai Makus
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