03.04.2020    Charlotte Reuscher
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DUB Gratis-Video-Calls #DUBhilft

Trotz Corona-Krise liquide bleiben

Sind nach Corona alle Unternehmer pleite? Dass diese Frage vor allem die Chefs der kleinen und mittleren Firmen umtreibt, wurde in den ersten beiden Runden des DUB-Video-Calls mit Bundeswirtschaftsministerin a.D. Brigitte Zypries mehr als deutlich. Jetzt hatten DUB UNTERNEHMER-Magazin und DUB-Akademie für den dritten Video-Call drei Top-Experten aus den Bereichen Finanzen und Steuern eingeladen:

Die wichtigsten Fragen der Teilnehmer und die Antworten der Experten:

Kann ich Soforthilfe beantragen, wenn meine Kunden ihre Rechnungen nicht zahlen?

Das fragt Frauke Riva, freiberufliche Beraterin und Trainerin. Sie hat eine Liquiditätslücke durch Absagen und unbezahlte Rechnungen für von ihr erbrachte Leistungen. Die Soforthilfe für Solo-Selbstständige würde sie gerne beantragen, sie befürchtet aber mögliche rechtliche Konsequenzen, weil sie ja theoretisch Geld erwarten kann. Thomas Grüter rät, die Hilfe mitzunehmen, genau wie Annette Pogodda-Grünwald: „Sie sind ja eindeutig von der Krise betroffen. Selbst, wenn das Finanzamt Sie zu einem späteren Zeitpunkt prüfen sollte, dürften Ihnen daraus keine Nachteile erwachsen.“

Ist es unfair, jetzt einen KfW-Kreditantrag zu stellen, wenn ich noch für ein, zwei Monate liquide bin?

Bei der Frage von Viola Beecken aus Hamburg geht es um ein mittelständisches Unternehmen, dessen Liquidität aktuell noch nicht bedroht ist: Sollte man in dieser Situation mit Antragstellungen nicht besser noch warten, um schwerer Betroffenen den Vortritt zu lassen? Pogodda-Grünwald rät, den Antrag trotzdem jetzt schon zu stellen und mit dem entsprechenden Sachbearbeiter Kontakt aufzunehmen: „Die Töpfe sind groß genug für alle, und die Banken haben bereits personell aufgestockt. Stefan Buschmann ergänzt: „Wir empfehlen unseren Mandanten, alles zu beantragen, was überhaupt geht. Etwa auch eine Stundung der Lohnsteuer. Denn jeder, der erst einmal Liquidität auf seiner Seite hat, schafft sich ein Polster für die kommende Zeit.

Soll ich einen Kredit aufnehmen oder lieber gleich den Laden schließen?

Viele schrecken davor zurück, sich in einer Situation wie der aktuellen noch zusätzlich zu verschulden. Verständlich, findet Experte Buschmann, aber: „Ich glaube, dass wir in den kommenden Wochen eine Diskussion darüber bekommen werden, in welcher Form diese Kredite wirklich zurückgezahlt werden müssen. Wer jetzt zu zurückhaltend ist, könnte später der Gelackmeierte sein.“

Wie kann ich jetzt Geld anlegen?

Katja Immes, Steuerberaterin aus Berlin, hat einige Klienten, die derzeit mit dieser Frage auf sie zukommen. Vermögensberater Grüter rät: „Ich würde aktuell keine größere Summe auf einen Schlag anlegen.“ Mehr Sinn ergebe es, den Betrag in mehrere Tranchen aufzuteilen. „So können Anleger die sich bietenden Chancen am Aktienmarkt nutzen, Verluste aber möglichst vermeiden.“

 

Die 3 Top-Tipps der Experten zu Finanzen und Steuern:

  • Beantragen Sie jetzt jede Hilfe, die Sie bekommen können!
  • Halten Sie sich nicht zu lange mit Formalitäten auf! Belege können Sie später noch in Ruhe nachreichen.
  • Sprechen Sie direkt mit den Mitarbeitern in den Ämtern! Wir erleben dort gerade viel Entgegenkommen und Freundlichkeit.

… und noch einer: Zuschüsse werden generell online über die Bundesländer beantragt, eine hilfreiche Linkliste gibt es HIER.

 

Die Serie geht weiter – melden Sie sich jetzt an! Die Teilnahme ist natürlich kostenfrei.

Dienstag. 7. April, 11 Uhr: Corona – Gibt es Licht am Ende des Tunnels?“ Top-Experte: Professor Jochen Werner, Chef der Uni-Klinik Essen

Mittwoch, 8. April, 11 Uhr: „Zuschüsse, Kredite, Soforthilfen – Welche Geldspritzen gibt es?“ Top-Experte: Anfragen laufen

Dienstag, 14. April, 11 Uhr: „Home-Office – wie geht Führung aus der Ferne?“ Top-Experte: Anfragen laufen

03.04.2020    Charlotte Reuscher
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