Rund um einen Laptop sind eine Kreditkarte, zwei Stapel Geldscheine sowie Nachrichten-Fenster mit Beschreibungen versammelt.
02.04.2021    Mark Simon Wolf
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Digitalisierung

So werden Banken und Versicherungen Treiber für Innovation

Alle Banken und Versicherer hinken in Sachen Digitalisierung hinterher? Zwei Beispiele zeigen, dass solch eine Verallgemeinerung nicht richtig ist. Wie facettenreiche Innovation einen Nutzen für Unternehmen bieten kann, erklären Experten von der BBBank und der Württembergischen Gemeinde-Versicherung.

In Kürze:

  • Digitale Beratung offeriert der Kundschaft umfangreiche Unterstützung und bindet gleichzeitig personelle Ressourcen.
  • Banken und Versicherungen müssen Rahmenbedingungen für Innovation am Arbeitsplatz schaffen.
  • Externe Kooperationen erweitern die eigene Expertise und optimieren das Geschäftsmodell.

Am Champions Talk nahmen teil:

Moderation: Kathleen Goy, DUB UNTERNEHMER

Wie gelingt auch nach 100 Jahren noch eine herausragende Qualität bei Serviceleistungen? Ein Schlüsselfaktor sei das konsequente Forcieren von technischer Innovation, erklärt Oliver Lüsch im Champions-Talk von DUB UNTERNEHMER und dem Deutschen Institut für Service-Qualität (DISQ). Damit spielt der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der BBBank auf den Dreiklang aus „digital, persönlich und nachhaltig“ an. Sein Unternehmen verzichte zum Beispiel vollständig auf bürokratische Papierformate und setze stattdessen auf eine Symbiose aus digitaler Beratung sowie individueller Bedienbarkeit vonseiten der Kundschaft.

„Sie können die Finanzierung für eine Eigentumswohnung quasi noch während des Besichtigungstermins abklären“, skizziert Lüsch den Service mit einem Praxisbeispiel, was unlängst auch das DISQ honorierte. Zum achten Mal in Folge belegte die BBBank im Test der regionalen Filialbanken in der Kategorie Kundenzufriedenheit den ersten Platz.

Auftragsverarbeitung mit Künstlicher Intelligenz

In einer anderen Branche tätig, aber ähnlich erfolgreich mit der Adaption von innovativen Praktiken ist die Württembergische Gemeinde-Versicherung (WGV). Zur effektiven Verarbeitung von Aufträgen nutzt der Dienstleister längst Künstliche Intelligenz.

„Wir treiben Innovation permanent voran, was uns besonders bei der automatischen Verarbeitung von Daten weiterhilft“, erklärt Klaus Brachmann, Vorstandsvorsitzender der WGV. Diese digitale Umstellung betrachtet er „graduell statt disruptiv“: Bei der Servicequalität solle die menschliche Expertise nicht etwa durch Innovation ersetzt werden, sondern eher in Kombination soll beides für mehr Qualität sorgen.

Moderne Kultur vorleben

Es gehe generell darum, intern die Rahmenbedingungen für einen innovativen Geist zu schaffen. Damit meint Brachmann technische Möglichkeiten, aber auch zwischenmenschliche Faktoren wie eine gesunde Fehlerkultur oder Verantwortungsübertragung an Mitarbeitende. Die Botschaft dahinter: Eine Führungskraft lebt diese moderne Kultur vor, erkennt Potenziale und schafft am Arbeitsplatz Raum für Entfaltung. Ergebnis all dessen sei neben dem starken Wachstum des Unternehmens auch eine hervorragende Servicequalität zu erschwinglichen Konditionen.

„Wir wollen effiziente Produkte anbieten, die qualitativ und preislich halten, was sie versprechen“, führt Brachmann weiter aus. Das belegen auch objektive Parameter: Die Rechtsschutzversicherung der WGV belegte im DISQ-Vergleich von zwölf Versicherern zuletzt den dritten Platz in der Kategorie Preis-Leistungs-Verhältnis.

Kooperation mit FinTechs

Interne Bestrebungen zur Innovation sind für Banken und Versicherungen das eine, externe Kooperationen in den Bereichen Marketing und IT das andere: Für eine etablierte Bank, die aufgrund langjähriger Erfahrung für Sicherheit und Vertrauen steht, sei laut Lüsch die unkonventionelle und unkomplizierte Mentalität von jungen Finanztechnologie-Unternehmen unabdingbar: „Diese FinTechs bieten besonders bei Randthemen des Bankwesens spezialisierte Lösungen an, die wir effizient in unsere bestehenden Systeme integrieren, zum Beispiel im Bereich des digitalen Kontowechsels.“

In dieser Hinsicht sei es notwendig, gesellschaftlichen Wandel mitzugehen, fügt Brachmann an. So setze die WGV bereits seit 2018 auf Arbeitsmodelle, die zum Beispiel vier Tage Homeoffice garantieren. Umso leichter fiel es dem Versicherer anschließend, den Schalter zu Beginn der Coronapandemie umzulegen, als die Mitarbeitenden coronabedingt beinahe dauerhaft im Homeoffice tätig waren.

02.04.2021    Mark Simon Wolf
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