16.10.2020    Madeline Sieland

Digital Health

So macht 5G die Medizin fit

Das Gesundheitswesen der Zukunft ist vernetzt, mobil und jederzeit verfügbar. Davon profitieren Mediziner wie Patienten gleichermaßen. Als technologische Basis dafür fungiert vor allem der Mobilfunkstandard 5G.

Menschen wie Kazuyoshi Miura hätte es früher nicht gegeben. „King Kazu“ ist Fußballprofi. Und er ist 53 Jahre alt. Sein Geld verdient der Japaner beim Yokohama FC. Mit 53 noch Sportprofi: Das zeigt, dass Menschen immer länger leistungsfähig bleiben – auch weil die medizinische Versorgung stetig besser wird. In der Konsequenz leben die Menschen länger. Doch wenn der Anteil Älterer an der Bevölkerung wächst, steigen auch die Kosten im Gesundheitswesen. Der Grund: Mit dem Alter nimmt die Notwendigkeit teurer Behandlungen zu. Und damit steigt zugleich der Bedarf an Ärzten und Pflegekräften. Die allerdings sind schon heute knapp.

Jetzt Informieren

Wie können auch Sie von 5G profitieren? Im Vodafone-Whitepaper finden Sie Tipps und weitere Business-Anwendungen aus dem Gesundheitswesen.

Ein Teufelskreis. Den zu durchbrechen – dabei kann die Digitalisierung von Prozessen und Anwendungen im Gesundheitswesen helfen. Dafür steht der Begriff Digital Health. Entsprechende Lösungen kommen sowohl bei Prävention und Diagnostik als auch bei Therapie und Nachsorge zum Einsatz. 

Der oft synonym genutzte Begriff E-Health ist enger gefasst. Er bezeichnet ausschließlich Anwendungen, die bei der Behandlung und Betreuung von Patienten genutzt werden. Über diese Tools werden Informationen elektronisch verarbeitet und etwa an einen Arzt zur Auswertung weitergeleitet. 

Besser, schneller, präziser

Digital Health soll dazu beitragen, die Effizienz im Gesundheitswesen zu steigern und Kosten zu senken. Hierzulande ließen sich durch digitale Diagnose-Tools oder Apps zur Behandlung chronischer Krankheiten jährlich rund vier Milliarden Euro einsparen, zeigen Untersuchungen von McKinsey.

Die Digitalisierung kann auch die Qualität und Verfügbarkeit der medizinischen Versorgung verbessern. Davon profitieren Patienten unmittelbar – etwa wenn Ärzte die Krankengeschichte stets zur Hand haben. Oder wenn Fachärzte eine Diagnose stellen können, ohne sich mit dem Patienten am selben Ort befinden zu müssen. 

Schon längst real

Zukunftsmusik ist das längst nicht mehr, wie einige Beispiele zeigen, an deren Entwicklung der Telekommunikationskonzern Vodafone beteiligt war:

  • Medisanté setzt auf Telemonitoring. Das Schweizer Unternehmen hat Messsysteme zur Überwachung von Blutzucker, Blutdruck, Herzrhythmus und Wasseranteil im Körper entwickelt. Die erfassten Daten werden über eine integrierte IoT-SIM-Karte an den Arzt geschickt. Dieser kann bei Auffälligkeiten sofort eingreifen.
  • Das Westdeutsche Diabetes- und Gesundheitszentrum in Düsseldorf erprobt ebenfalls Behandlungen aus der Ferne. 500 Patienten weltweit übermitteln via Mobilfunk ihre Werte an den Diabetologen, der Ernährungsempfehlungen gibt oder die Medikation anpasst. Dadurch kann auch dem Mangel an medizinischem Personal in einigen Regionen auf der Welt begegnet werden, betont Professor Stephan Martin, Leiter des telemedizinischen Diabetes-Projekts.
  • EmergencyEye hilft, Rettungsketten zu optimieren. Der App-gestützte Nothilfe-Dienst unterstützt Ersthelfer am Unfallort durch eine Videoverbindung dabei, das Richtige zu tun.
  • Die Software Oncolyzer wurde in Kooperation mit dem Hasso-Plattner-Institut und der Berliner Charité entwickelt. Durch die Analyse großer Datenmengen in Echtzeit hilft die Software dabei, Krebsbehandlungen individuell auf den Patienten zuzuschneiden. Behandlungen werden effektiver, belastende Nebenwirkungen lassen sich reduzieren.
  • Im Barmherzige Brüder Krankenhaus in Regensburg ist das Da-Vinci-Operationssystem im Einsatz. Es ermöglicht Telechirurgie, also die Fernsteuerung chirurgischer Präzisionseingriffe.

Technologisches Fundament

All diese Technologien lassen allerdings die Datenströme anschwellen (siehe Grafik). Und wenn es darum geht, diese Datenmassen von A nach B zu transportieren, kann 5G seine Stärken ausspielen. Die nur minimalen Latenzen von wenigen Millisekunden etwa sind eine Grundvoraussetzung für robotergestützte Operationen. Denn es ist sehr wichtig, dass zwischen dem Steuerungsimpuls des Arztes und der Reaktion des Roboters keine Verzögerung entsteht. Ein anderes Beispiel sind Sensoren, etwa in Herzschrittmachern. 5G-Chips, die wenig Energie verbrauchen, sorgen dafür, dass diese Sensoren lange störungsfrei arbeiten. Und dann ist da noch die Fähigkeit von 5G, stabile Netzverbindungen bei hohen Geschwindigkeiten der Nutzer zu garantieren. Sanitäter könnten dadurch bereits aus dem Rettungswagen ohne Verzögerung Vital- und Videodaten ins Krankenhaus senden und Rat der Mediziner einholen. 

„Die Vernetzung hilft nicht nur, den Alltag einfacher und bequemer zu gestalten – sie kann buchstäblich Menschenleben retten“, resümiert Alexander Saul, Geschäftsführer Firmenkunden bei Vodafone.

16.10.2020    Madeline Sieland
Zur Startseite