Illustration einer älteren Dame die eine Spardose in der Hand hat aus der ein paar Münzen fliegen
18.02.2021    Lisa Reschka

Altersvorsorge

Auch in der Krise das Sparen nicht vergessen

Eine Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) zeigt: Die Corona-Krise hat sich negativ auf die Altersvorsorge vieler Bundesbürgerinnen und Bundesbürger ausgewirkt. Doch lässt sich nicht trotz finanzieller Engpässe etwas für den Ruhestand zurücklegen? Das kann bei der Befolgung einiger Tipps durchaus gelingen.

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6 Tipps fürs Sparen in Krisenzeiten

Tipp 1: Langfristig denken

Sparen benötigt Zeit. Wer früh beginnt und monatlich kleine Beträge anlegt, sammelt über einen langen Zeitraum eine große Summe an. Daher ist es wichtig, sich möglichst früh mit den Finanzen auseinanderzusetzen.

Tipp 2: Ziele setzen

Mit einem Ziel vor Augen, wird sparen leicht gemacht – so die Idee. Ob Geld für das Eigenheim, für die Hochzeit oder für den Ruhestand – solche Gründe bieten den nötigen Anreiz, um etwas zur Seite zu legen. Es sollten also Sparziele formuliert werden, um ein Ziel vor Augen zu haben.

Tipp 3: Monatlich einen kleinen Betrag zur Seite legen, um für Notfälle vorbereitet zu sein

In der Regel sollte jeder mindestens drei Monatsgehälter verfügbar haben, um für Notfälle wie eine ausgefallene Waschmaschine oder eine teure Autoreparatur gewappnet zu sein.  Die Idee: Ein Teil des Gehaltes per Dauerauftrag auf ein Extra-Konto buchen und sich so vor spontanen Ausgaben schützen.

Tipp 4: Kosten im Alltag reduzieren

Mit Hilfe eines Haushaltsbuches kann ein Überblick über die monatlichen Ausgaben geschaffen werden, egal ob mit einer Excel-Tabelle, dem klassischen Haushaltbuch oder mit Hilfe von Apps wie Bluecoins oder Money Manager. Dann fällt es leicht zu überblicken, an welcher Stelle Kosten reduziert werden können. Sind mehrere Streaming-Dienste wirklich sinnvoll? Wie viel Geld wird monatlich für Lebensmittel ausgegeben? Kann ich beim Wechsel des Stromversorgers sparen?

Tipp 5: Tarife wechseln

Monatlich fließt viel Geld an Anbieter von Strom, Wasser, Telefon und Internet. Oftmals sind die Gebühren viel zu hoch, die Experten des Sparkassen Finanzportals raten zunächst bei dem Anbieter direkt nachzufragen. „Sagen Sie Ihrem Provider doch einfach mal, dass Ihnen die Rechnung zu hoch ist. Viele Versorger kommen ihren Kunden entgegen und gewähren Rabatte oder günstigere Tarife, damit diese nicht wechseln“, lautet der Rat vom Sparkassen Finanzportal. Sollten die Versorger nicht entgegenkommen empfiehlt es sich an, in Vergleichsportalen, wie Verivox nach einem günstigeren Tarif zu suchen.

Tipp 6: Richtig investieren

Wer richtig investiert, erzielt attraktive Renditen. Ob Aktien, ETF-Sparplan oder Immobilien –die Möglichkeiten, Geld mit etwas Risiko zu investieren, sind vielfältig. Welches die beste Methode ist, ist abhängig von der individuellen Situation.

Ein  ETF Sparplan – Exchange Traded Fundsist eine komfortable Methode, um Geld anzulegen und für später vorzusorgen.  Ein Vorteil, den ETF-Sparpläne für Sparer bieten: niedrige Kosten. Denn während für aktive Aktienfonds 1,5 Prozent Gebühren und mehr jährlich anfallen, ist es ETF nur ein Bruchteil.

 Ob ETF-Sparplan, Aktienfonds oder eine private Rentenversicherung – die Möglichkeiten, privat für das Alter vorzusorgen, sind vielfältig. Doch krisenbedingt haben viele Bundesbürger mit einer Ebbe in ihrer Kasse zu kämpfen. „Die wirtschaftlichen Unsicherheiten, die zum Beispiel durch Kurzarbeit oder Einnahmeausfall bei Selbstständigen während der Pandemie im vergangenen Jahr entstanden sind, schlagen sich offenkundig auch in den Planungen zur Altersvorsorge nieder“, sagt Klaus Morgenstern, Mitglied des Sprecherkollegiums des DIA.

Aktuelle Daten dazu liefert der DIA-Deutschland-Trend Vorsorge, der zum Ende eines jeden Jahres ermittelt wird. Die repräsentative Umfrage wurde von INSA Consulere im Auftrag des DIA durchgeführt. Insgesamt haben 1.025 Bundesbürgerinnen und Bundesbürger aus der ganzen Republik zwischen 18 und 64 Jahren teilgenommen.

Mehrheit fürchtet finanzielle Engpässe

Der DIA-Trend zeigt, dass etwa 70 Prozent der Bundesbürger ihre zu erwartende Rente für nicht ausreichend halten – ähnliche Angaben wurden bereits im Vorjahr getätigt. Deshalb planen immer mehr, ihre Absicherung durch eine private Vorsorge aufzustocken. Aufgrund der wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie planen jedoch nur wenige, dies innerhalb der nächsten zwölf Monate zu tun.

Nur wenige werden kurzfristig aktiv

Der Anteil derjenigen, die in ihre Altersvorsorge investieren wollen, ist gesunken. 25 Prozent der Befragten möchten in den kommenden zwölf Monaten ihre Altersvorsorge aufstocken. Im Vorjahr lag der Wert bei 32 Prozent. Auslöser dafür könnte laut Morgenstern die Corona-Pandemie sein: „Zwar wurden in der Erhebung nicht die Gründe erfragt, warum trotz Bedenken nichts zur Verbesserung der finanziellen Situation im Alter unternommen wird, aber der markante Anstieg 2020 lässt auf außerordentliche Einflüsse schließen. Diese sind wahrscheinlich in den Belastungen durch die Pandemie zu suchen.“

Trotz Krise haben die Deutschen 2019 mehr gespart

Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Katar im Auftrag der Postbank zeigt: 84 Prozent der Befragten sparen. Im Vorjahr lag der Wert noch bei 74 Prozent – somit ist die Bereitschaft trotz Krise sogar gestiegen. „Die Corona-Pandemie hat den Sparwillen der Deutschen nicht gebrochen – im Gegenteil. Wer es sich leisten kann, polstert seine finanziellen Rücklagen auf. Dies verschafft ein Gefühl der Sicherheit in ungewöhnlichen Zeiten“, kommentiert Karsten Rusch Bereichsleiter Investment bei der der Postbank.

Zu vergleichbaren Ergebnissen kommt auch eine Umfrage der DZ Bank. So ist laut der Studie das Geldvermögen er privaten Haushalte auf einen Rekordwert von 7,1 Billionen Euro gestiegen. Grund dafür konnte laut Michael Stappel, Leiter Makroökonomik/Branchenresearch sowie Mitautor der Studie, die Einschränkung des Konsumverhaltens sein: „Vor allem die Maßnahmen des harten Lockdowns im Frühjahr und gegen Ende des Jahres 2020 haben den privaten Verbrauch massiv behindert. Zum Teil haben die Haushalte aber auch größere Anschaffungen aus Sorge um Einkommenseinbußen zurückgestellt.“.

18.02.2021    Lisa Reschka
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