Illustration Banking neu gedacht
23.04.2020    Madeline Sieland
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FinTechs

Banking neu gedacht

Anders als klassische Banken denken FinTechs Banking nur vom Kunden her, sagt Marko Wenthin. Der Chef von Penta erklärt, was das in der Praxis bedeutet.

Marko Wenthin kennt die alte und die neue Bankenwelt. 16 Jahre lang war er für die Deutsche Bank tätig, heute leitet er das FinTech Penta. Und aktuell läuft es gut für Wenthin: Erst im März investierten RTP Global, Holtzbrinck Ventures, ABN AMRO Ventures, VR-Ventures und finleap 18,5 Millionen Euro in das junge Unternehmen. Penta positioniert sich als digitale Plattform für das Business-Banking. Besonders im Fokus: Gründer und Kleinunternehmer – und damit Zielgruppen, die bei klassischen Banken oft durchs Raster fallen.

Zur Person

Marko Wenthin

ist seit Juni 2019 CEO des FinTechs Penta. 2016 hat er die solarisBank mitgegründet. Wenthin kennt auch das „klassische“ Finanzgeschäft: Er war 16 Jahre für die Deutsche Bank tätig

Was zeichnet effizientes Banking aus?

Marko Wenthin: Effizientes Banking ist ein Banking, das eigentlich gar nicht vorhanden ist. Niemand wacht morgens auf und denkt sich: „Heute möchte ich einen Kredit beantragen.“ Aber ein Unternehmer wird morgens aufwachen und sagen: „Heute möchte ich die Weichen stellen, um eine neue Filiale eröffnen zu können.“ Und dann sollte er so schnell und medienbruchfrei wie möglich die Chance haben, seinen Plan zu verwirklichen.

Banking ist dann nur das Mittel zum Zweck. Generell muss effizientes Banking dem Kunden das Leben erleichtern und es nicht verkomplizieren. Digitale und transparente Prozesse, integrierte Lösungen wie zum Beispiel Buchhaltungs- oder Rechnungsstellungssoftware, ein sehr guter Kundenservice, der nicht nur online stattfindet, sowie ein Produkt dann anzubieten, wenn der Kunde es braucht – das macht effizientes Banking aus. Zusammenfassend sollte Banking für den Kunden keine eigene Disziplin mehr sein, sondern sich nahtlos in seine Geschäftsführung einbetten.

Sie haben als Kunden in erster Linie Gründer und kleine Unternehmen im Fokus. Warum?

Wenthin: Kleine und auch mittlere Unternehmen fallen bei den Banken einfach herunter. Sie sind zu groß für die Privatkundenseite, aber zu klein und damit meist zu wenig gewinnbringend für die Firmenkundenseite. Und Gründer, die eventuell gar nicht abheben? Um die bemüht sich erst recht keiner. Dabei brauchen gerade die am dringendsten ein Geschäftskonto, um ihr Gewerbe aus der Taufe heben zu können.

Sie erwartet bei den meisten Banken zur Kontoeröffnung immer noch ein langwieriger Prozess, bei dem viele Unterschriften und viel Zeit in der Filiale nötig sind. Und auch danach folgt noch ein langes Warten, bis das Konto endlich durchgewunken wurde. Der große Unterschied zu Penta ist: Wir kennen diese Probleme sehr gut, weil wir alle Gründer sind und durch diesen Prozess mussten. Wir – und auch viele andere FinTechs – denken Banking deshalb nicht mehr im alten Rahmen, sondern vom Kunden her.

Wo sollen Unternehmer im Alltag profitieren?

Wenthin: Erstens: Durch unsere Verbindungen mit anderen FinTechs bieten wir mehr als nur ein reines Geschäftskonto. Verknüpft mit dem Konto, können Firmen durch Services wie lex­office oder Debitoor ihre Buchhaltung und Rechnungen managen. Über iwoca und auxmoney bekommen sie schnell Kredite. Hinzu kommen Services, die wir selbst entwickelt haben, wie die Penta Team Cards. Das sind Visa-Debitkarten.

Jede Ausgabe, die Mitarbeiter damit tätigen, kann automatisch mit einem Scan des Belegs ins Spesenmanagement einfließen. Zweitens: Wir sind einfach schnell. Der Antrag zur Kontoeröffnung dauert in der Regel nur wenige Minuten, dann kommt noch ein kurzer Online-Identifikationsprozess bei unserem Partner solarisBank hinzu und schon kann im Bruchteil der Zeit, die man sonst in der Bankfiliale verbringt, ein Geschäftskonto eröffnet werden.

23.04.2020    Madeline Sieland
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