Ein Elektroauto und- mehrere E-Bikes werden an einer Ladestation durch die Energie aus Solarzellen aufgeladen. Im Hintergrund fährt ein Mensch auf einem Hoverboard und einer auf einem E-Bike.
08.03.2021    Mark Simon Wolf
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Digital Week

E-Mobilität: Am Boom verdienen

Die weltweite Nachfrage von Rohstoffen wie Lithium, Kupfer und Nickel steigt wegen der Elektrifizierung verschiedener Branchen enorm. Worauf Anleger bei diesem Boom der E-Mobilität achten müssen und wie sich Gewinn mit Nachhaltigkeit in Einklang bringen lassen kann, erklärt Expertin Dana Kallasch.    

„Die globale Mobilität steht aktuell an einem Wendepunkt“ – so lautet die These von Dana Kallasch, Gesellschafterin der Fondsgesellschaft Commodity Capital. Sie begründet diese Prognose bei der Digital Week des DUB UNTERNEHMER-Magazins mit Zahlen zur E-Mobilität. Die Kernaussage: Der Wandel von Fahrzeugen mit Benzin- und Dieselmotoren zu batteriebetriebenen Varianten auf Elektrobasis ist schon lange nicht mehr aufzuhalten.

Im Jahr 2003 lag die Zahl der in Deutschland neu zugelassenen E-Autos bei gerade einmal 28. 17 Jahre später, 2020, waren es schon 150.000 Fahrzeuge. Allein innerhalb des vergangenen Jahres stieg laut Bundesamt für Kraftfahrt der Anteil von neuen Hybriden um 185 Prozent und der von E-Autos um 260,3 Prozent. Diese Zahlen untermauern, wie rasant der Markt wächst. Längst hat der Elektroauto-Pionier Tesla den Branchengrößen um Volkswagen und General Motors den Rang als wertvollstes Automobil-Unternehmen der Welt abgelaufen.

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Knackpunkt Rohstoffverbrauch

Doch neben Expertise, Innovationsgeist oder den richtigen Strukturen sind für den Bau von E-Autos völlig andere Rohstoffe gefragt. Für die Batterien werden vor allem Lithium, Kupfer oder Nickel benötigt. An dieser Stelle sieht Kallasch, deren Fondsgesellschaft sich auf Investments in Rohstoff-Minen spezialisiert hat, einen Knackpunkt für die nächsten Jahre: „Ich bin gespannt, wie wir bei manchen Rohstoffen den aktuellen Verbrauch darstellen wollen.“

Die Nachfrage nach dem Leichtmetall Lithium oder den Metallen Nickel und Kupfer beschränken sich nämlich nicht nur auf E-Fahrzeuge. Sie sind gleichermaßen elementarer Bestandteil der Module, welche die komplexen Infrastrukturen der Elektromobilität gewährleisten – dazu zählen etwa Ladestationen und das dazugehörige Equipment wie Kabel oder Prozessorchips. Zusätzlich werden sie im Technologiesektor für Smartphone-, Tablet- oder Laptop-Akkus und bei der Speicherung von Solar- oder Windenergie benötigt.

Lithium-König China

Für den derzeitigen Verbrauch von Lithium gibt es laut Kallasch unterschiedliche Zahlen – wohl auch wegen des sich stetig wandelnden Marktes und dessen Protagonisten: „Unsere Quellen gehen davon aus, dass aktuell 380.000 Tonnen Lithium pro Jahr geschürft werden“, so Kallasch. Bis zum Jahr 2025 steigt der Bedarf Prognosen zufolge jedoch auf drei Millionen Tonnen. Zwar hält die Fondsanbieterin derartige Zahlen für wenig realistisch, doch prophezeit sie trotzdem eine große Lücke im Angebot. Aktuell sind für ein E-Auto zwölf und für einen Hybrid sechs Kilogramm Lithium nötig – für Kallasch ein deutlicher Fingerzeig für das Marktvolumen.

Vorreiter in der Batterieproduktion ist China, das derzeit 78 Prozent aller weltweiten Batteriezellen herstellt. Europas Anteil beläuft sich auf sechs Prozent, soll aber bis 2025 auf 17 Prozent ausgeweitet werden. Dafür könnten die europäischen Produzenten allerdings auf Lithium-Importe aus Argentinien (geschätzte Vorkommen: 9,8 Millionen Tonnen), Bolivien (9), Chile (8,4), den USA (6,8), Australien (5) oder eben China (7) angewiesen sein. Europa verfügt über knapp drei Millionen Tonnen des „weißen Goldes“.

Nachhaltige E-Mobilität lohnt sich

Engpässe drohen laut Kallasch auch bei Kupfer, da die Minenförderung drastisch zurückgeht. Um die Nachfrage nach Nickel adäquat zu bedienen, müsste sich die Produktion bis 2040 gar verdoppeln. Aufgrund dieser Prognosen appelliert die Rohstoff-Expertin, einen stärkeren Fokus auf die nachhaltige Produktion von Batterien und einen verantwortungsvollen Umgang mit Rohstoffen wie Lithium oder Kupfer zu richten.

Dieser Aufgabe hat sich die Fondsanbieterin mit dem von Commodity Capital geführten Structured Solution Next Generation Resources Fund verschrieben: „Es liegt an uns als Investoren, das Geld unserer Kunden in die richtigen Projekte und Güter zu investieren und in die nachhaltige Schiene weiterzuleiten.“ Denn prinzipiell gelte, dass sich Rendite und Nachhaltigkeit bei Investitionen nicht ausschließen – eher im Gegenteil: „Nachhaltige Investments haben schon immer besser performt“, erklärt Kallasch. Das bedeutet im Falle von Commodity Capital auch, dass eine Kooperation mit einer Minengesellschaft nicht zustande kommt, wenn diese die ESG-Standards nicht einhält. ESG steht für die Nachhaltigkeit-Trias aus Umwelt, Sozialem sowie guter Unternehmensführung. Diese Standards sollten möglichst für die gesamte Wertschöpfungskette der E-Mobilität gelten.

Zur Person

Auf dem Bild ist Dana Kallasch zu sehen, Co-Gründerin und Geschäftsführerin der seit 2009 bestehenden Commodity Capital AG.

Dana Kallasch

ist Co-Gründerin und Geschäftsführerin der seit 2009 bestehenden Commodity Capital AG. Zusammen mit Tobias Tretter und Abid Mukhtar verwaltet sie dabei verschiedene Fonds, die in Rohstoffunternehmen aus der ganzen Welt investiert sind – ein Fokus liegt dabei auf der Nachhaltigkeit. Ihr Zuständigkeitsbereich umfasst die Leitung der strategischen Beziehungen zwischen Depotbank, dem Fondsmanagement und den Investoren. Ihre Karriere startete Kallasch 1999 bei der Dresdner Bank im Bereich der Investmentstrukturierung für private und institutionelle Kunden. 2006 schloss sie sich der Banque LBLux S.A. in Luxemburg an, wo sie insbesondere für die steuerliche Vermögensstrukturierung verantwortlich war.

08.03.2021    Mark Simon Wolf
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