08.01.2021    Arne Gottschalck
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Porträt

Investoren-Legende Burton Malkiel: Von Müll zu Millionen

Als er 1973 ein Buch über einen neuen Investmentansatz schrieb, hieß es: „Das ist Müll.“ Doch die Kritiker hatten unrecht. Denn heute gilt Burton Malkiel als geistiger Vater des passiven Investierens. 

Was war 1973? In Istanbul wurde die erste Brücke über den Bosporus geschlagen – von Asien nach Europa. In den USA nahm die Watergate-Affäre um Präsident Richard Nixon ihren Anfang. Und Burton Malkiel legte ein Buch vor, das mit herkömmlichen Anlage-Ideen brach. „Als mein Buch damals erstmalig in der ‚Businessweek‘ besprochen wurde, hieß es, es sei der größte Müll der Welt“, erinnert er sich. Alles Vergangenheit: Nixon wurde aus dem Amt gespült, längst gibt es weitere Brücken über den Bosporus. Doch Malkiel blieb bei seiner Meinung. 

Bruch mit der Tradition

Er hatte in „A Random Walk Down Wall Street“ erklärt, man solle lieber den Index kaufen. Heute keine ungewöhnliche Erkenntnis; damals so etwas wie Ketzerei. Geldanlage – das waren eben clevere Experten in guten Anzügen, aktive Fondsmanager. Der Index? War zum Schlagen da.

Heute stecken weltweit mehr als fünf Billionen Euro in passiven Produkten, den ETFs – Tendenz steigend. Die Abkürzung steht für Exchange Traded Funds. Deren Beliebtheit kommt nicht von ungefähr: Studien, etwa eine der Ratingagentur Scope, belegen, dass es nur einem Teil der Fondsmanager gelingt, bessere Ergebnisse als die des Index zu erwirtschaften. Und: Je länger der betrachtete Zeitraum, umso geringer der Prozentsatz dieser außergewöhnlichen Fondsmanager.

Besser passiv managen?

Aktives Management lohne daher nicht, schlussfolgerte Malkiel 1973. Und lieferte auch die Begründung: In den Kursverläufen von Dax oder Dow seien bereits alle Informationen enthalten. Daher könne auch niemand einen Informationsvorsprung durch Aktienanalyse gewinnen. Die Märkte seien eben effizient. Die Finanzindustrie und die Anleger vollzogen unter anderem deswegen einen gewaltigen Schwenk hin zu den ETFs. 

Immerhin: Auch der emeritierte Princeton-Professor hat erkannt, dass es gute Fondsmanager gibt und dass sich deren Arbeit auf weniger effizienten Märkten lohnt. Aktiv und passiv passt also bestens zusammen. Und Malkiels Name ist mit dieser Erkenntnis seit 1973 verbunden.  

Was wir von Malkiel lernen können? Passives Investieren will den Index abbilden, nicht schlagen. Die Idee lässt sich mit aktiven Fonds bestens kombinieren – per Core-Satellite-Ansatz.

Zur Person

Burton Malkiel

1932 geboren, hat der Amerikaner in seinem Leben etliche Positionen bekleidet – Buchautor, Professor, Ökonom. Er ist Verfechter der Random-Walk-Theorie. Sie besagt im Kern, dass Märkte nicht vorhersehbar sind. Die Lösung? ETFs

08.01.2021    Arne Gottschalck
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