23.08.2020    Arne Gottschalck
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Edelmetalle

Nachhaltiges Investment in „grünes“ Gold

Gold ist gleich Gold? Von wegen. Dana Kallasch vom Fondshaus Commodity Capital kennt die vielen Tücken des Minengeschäfts.

Für sie gilt Gold als ein Jedermann-Investment. Dana Kallasch ist vom Wert des Edelmetalls überzeugt. Für den „Commodity Capital Global Mining Fund“, der in Minenaktien investiert, werden die Betreiber penibel ausgewählt.

Zur Person

Dana Kallasch

ist Mitgründerin von Commodity Capital. Sie ist unter anderem für die Betreuung der Investoren verantwortlich

Der Goldpreis ist seit Beginn der Coronakrise kräftig gestiegen. Wie emotional ist das Thema?

Dana Kallasch: Sehr. Gold ist ein Thema, das die Menschen packt. Das gilt auch für Goldminenaktien. Weil der Markt nicht so groß ist, bringt ihn die aktuelle Krise kräftig in Bewegung.

Worauf achten Sie bei der Auswahl der Minen?

Kallasch: Am wichtigsten ist uns, dass die Minen über lange Zeit und im Einklang mit Umwelt und lokaler Bevölkerung gute Erträge erwirtschaften. Weil gerade zu jungen Minen viele Fehlinformationen kursieren, die Optimismus verbreiten sollen, besuchen wir sie zusammen mit einem Geologen. Das zahlt sich aus, weil es für die kleineren Unternehmen, in die wir investieren, nicht so viel Research gibt.

Wie passen Nachhaltigkeit und Goldminen zusammen?

Kallasch: Auch deshalb sind wir vor Ort. Wir sehen, ob sich eine Mine etwa nur mit Militärschutz besichtigen lässt und wie sich der Betreiber in der Region aufführt. Schafft er Arbeitsplätze, versorgt er neben der Mine auch das nächste Dorf mit Wasser? Das steigert die Akzeptanz und verhindert teure Unterbrechungen etwa durch Streiks. Wir schauen uns die Minen vor Ort an, blicken aber auch auf die Zahlen.

Welche Rolle spielt die Rentabilität in der aktuellen Situation? Sind bei den hohen Goldpreisen nicht sämtliche Minen lukrativ?

Kallasch: Nein, auf keinen Fall! Natürlich steht der Goldpreis zurzeit auf einem Allzeithoch. Und die Minen, die gut wirtschaften, verdienen auch gut. Daran haben das Management und vor allem die Investoren ein großes Interesse. Aber es gibt auch viele Beispiele, wo die Minenbetreiber nicht gut arbeiten. Die Minen gleichen schmutzigen Löchern. Wenn die Mine schlecht bewirtschaftet wird, nützt auch der hohe Goldpreis nichts. Dann kann es passieren, dass Anleger Geld verlieren, weil sie aufgrund des hohen Goldpreises investieren, ohne genau hinzusehen.

Durch solche Unwägbarkeiten kann die Rendite schwanken. Wie sichern Sie Ihren Fonds dagegen ab?

Kallasch: Durch Streuung – und zwar nicht nur regional, sondern auch über die unterschiedlichen Arbeitsstadien einer Mine. Die Goldproduktion kostet am Anfang Geld, das erst später verdient wird. Die Gesellschaft muss explorieren, also schauen, wo sich eine Mine rechnet. Sie braucht die Genehmigung, Material, Menschen. Und erst dann verdient sie Geld mit dem geförderten Gold.

Wie hoch sollte der Goldanteil im Portfolio sein?

Kallasch: So zwischen fünf und zehn Prozent sollten Anleger in physisches Gold investieren, aber natürlich auch in Goldminenaktien.

23.08.2020    Arne Gottschalck
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