20.07.2020    Stefan Westendorp

Teneriffa

Insel im Wandel

Cool, stylish, ambitioniert: Die größte Kanareninsel will hoch hinaus. Teneriffa möchte künftig als intelligentes touristisches Reiseziel punkten. Profitieren sollen davon Gäste und Einheimische. Dabei dreht sich alles um Image, Qualität und Nachhaltigkeit.

Keine Frage: Corona hat natürlich auch Teneriffa schwer getroffen. Der Tourismus erreichte erstmals seit 50 Jahren in diesem Frühjahr wieder den Nullpunkt. Doch kein Grund zu verzweifeln. „Teneriffa ist ein gefestiges Reiseziel, daher können wir auch eine solche Krise überstehen“, sagt David M. Pérez, Chef von Turismo de Tenerife. Und der Mann strahlt Zuversicht aus. Kann er auch: Denn er verfolgt einen Plan, Insel und Image zu verändern. Seine Liste der Maßnahmen ist lang.

Hatte Teneriffa über Jahrzehnte mit dem Vorurteil zu kämpfen, ein Biotop für Rentner zu sein, heißt es heute „Tfe cool“. Das Motto steht für Festivals und Konzerte mit internationalen Stars, für Sportevents, moderne Beachbars, Clubs und Designhotels, aber genauso für das kulturelle Angebot in den Städten. All das wurde gezielt weiterentwickelt, um auch für Singles und Paare zwischen 25 und 50 Jahren attraktiv zu sein. 

Die gut verdienenden Jüngeren finden hier zudem die meisten Sterne-Restaurants, die eine Kanareninsel aufweisen kann, verbunden mit viel Luxus. Das gilt für Unterkünfte wie die „Royal Garden Villas“, ein High-Class-Refugium, ebenso wie für die zahlreichen Markenshops, die – Achtung! – steuerfrei verkaufen. 

Neu ist auch, auf Gesundheit zu setzen. Durch Fachärzte aller Disziplinen und moderne Kliniken lassen sich Urlaub und medizinische Behandlungen jetzt verbinden – von der Schönheits-OP bis zur Zahnästhetik. „Und mit unserem Sportangebot haben wir die größte Freiluftturnhalle der Welt geschaffen“, sagt Pérez. Das ganzjährig ausgeglichene Klima ohne Luftfeuchtigkeit trägt seinen Teil dazu bei. 

Natur und Umweltschutz

Der Teide, mit 3.718 Metern höchster Berg Spaniens, prägt die Silhouette der Insel. Der umliegende Nationalpark beeindruckt. Was die wenigsten wissen: Nur fünf Prozent der Fläche Teneriffas sind durch den Tourismus erschlossen, 48 Prozent stehen dagegen unter Naturschutz. Die Küstenstreifen unterliegen heute strengen Vorschriften zum Erhaltungsschutz. 

Für Pérez ist die Natur ein hohes Gut und ein zentraler Baustein für die Zukunft. Denn: Teneriffa soll ein intelligentes touristisches Reiseziel werden. Es geht darum, Umwelt, Wirtschaft und die Sozio-kultur zu verbessern, Gästen mehr Erlebnisqualität zu bieten und den Inselbewohnern mehr Lebensqualität. Alle Maßnahmen, die jetzt entwickelt und angeschoben werden, sollen nicht dem Tourismus allein gelten, sondern sich insgesamt positiv auswirken auf Bereiche wie Gesundheit, Verkehr, Bildung, Energie, Sicherheit oder Kultur – und so auf den Wohlstand Teneriffas.

Damit das alles auch nachvollziehbar und belegbar ist, soll die Insel mit dem Biosphärensiegel für Reiseziele zertifiziert werden. „Das setzt die Einhaltung von Vorschriften in 17 Disziplinen voraus“, erläutert Pérez die Pläne. 

Keine Frage: Teneriffa hat sich viel vorgenommen. Wir sind gespannt auf den Wandel der größten Kanareninsel – und werden diesen weiter begleiten.

20.07.2020    Stefan Westendorp
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