29.07.2020    Stefan Westendorp

Ins Ausland reisen?

Stadt, Land, Fluss

Das ist aktuell nur bedingt möglich. Stattdessen ist es jetzt Zeit, Deutschland neu zu erleben. DUB UNTERNEHMER nimmt Entdecker mit auf eine Reise durch Geschichte, Mittelalter und wunderschöne Natur.

Die Strecke von Hamburg nach Dresden mit dem Auto?  Fünf Stunden bei guter Verkehrslage – vier Tage bei guter Laune! Denn das Alternativprogramm führt nicht schnurstracks über die Autobahn. Die Route schlängelt sich entlang der Elbe, über Landstraßen, vorbei an Feldern, durch Dörfer, Städtchen und unendliche Weite. 

DUB UNTERNEHMER ist sie gefahren. Und das ist unser Tipp Nummer 1 fürs Urlauben in Deutschland: einfach mal auf Tour gehen! Los geht es über Lauenburg und Dömitz zum Mittagessen ins Storchendorf Rühstädt, das hält, was der Name verspricht. Von der Terrasse des kleinen Gasthauses „Zum Storchenhof“ lassen sich die Nester und die klappernden Schnäbel trefflich beobachten. Alltag und Hektik! Unbekannte Begriffe. Wie schön!

Havelberg

Havelberg: Malerisch liegt das über 1.000 Jahre alte Städtchen an der Havel, die unweit von hier in die Elbe mündet

Weiter in die Hansestadt Havelberg, einen Katzensprung von der Elbe entfernt. Über dem 7.000-Einwohner-Städtchen thront der Dom St. Marien, daneben liegt ein italienisches Restaurant, das durch seinen Ausblick von der Sonnenterrasse besticht. Exzellente Küche bietet das „ArtHotel Kiebitzberg“, gleichzeitig auch erste Adresse für die Nacht. Das nächste Ziel: Tangermünde, 2019 in einer „Travelbook“-Umfrage zur schönsten Kleinstadt Deutschlands gewählt. Die mittelalterliche Altstadt, die mächtige Burganlage – ein Kleinod. Gut schmeckt das örtliche Kuhschwanzbier. Übernachtet wird im „Hotel Schloss Tangermünde“. Wer zum Frühstück einen der beiden Terrassentische ergattert, wird mit herrlichem Blick über die Elbe belohnt.

Tangermünde

Tangermünde: 2019 zur schönsten Kleinstadt Deutschlands gekürt, auch dank seiner mittelalterlichen Altstadt an der Elbe

Tag 3, Wittenberg, Ort der Reformation, Stadt mit großer Geschichte. Martin Luther bleibt hier ewig lebendig. Das Stadtbild ist intakt, blieb es doch von Krieg und Bausünden so gut wie verschont. Übernachtet wird in Leipzig. Nicht an der Elbe, aber ein willkommener Kontrast zum ländlichen Idyll. Das Herz der Stadt schlägt ähnlich schnell wie das der Hauptstadt Berlin. Ein Besuch von Thomaskirche und „Auerbachs Keller“ gehören dazu. Was Leipzig und Dresden eint? So einiges, darunter jeweils eine der raren „Augustiner“-Gaststätten außerhalb Bayerns, beide mitten im Stadtzentrum.

Letzte Etappe: Dresden. Semperoper, Zwinger, Frauenkirche: Klar sind hier die beeindruckenden Bauwerke Pflicht. Doch die Kür führt in die Äußere Neustadt, das Szeneviertel Dresdens mit alten Häusern, engen Gassen und verwinkelten Hinterhöfen, mit Kneipen, Restaurants und Geschäften. Hier zeigt Dresden seine lässige Seite. Unkompliziert übernachten lässt sich in den beiden Sachsen-Metropolen übrigens in den top gelegenen „Motel One“-Hotels. 

Dresden

Dresden: Die Hinterhöfe im Szeneviertel Äußere Neustadt lohnen, entdeckt zu werden. Hier gibt auch viele Cafés

Zurück geht es über die Autobahn, nicht ohne Halt in Berlin. Dort warten das alte Charlottenburg voller Charme sowie die historische Mitte rund um Museumsinsel und Gendarmenmarkt. Hoteltipps: das „H10 Kudamm“, das „25hours Hotel Bikini“ mit Blick in den Zoo und das „Amano“ unweit der Hackeschen Höfe, auf dessen Dachterrasse es sich so herrlich leicht leben lässt.

Höhlen, Burgen, Klettertouren

Die Fränkische Schweiz, eine Landschaft wie aus dem Bilderbuch, ideal auch für Familien. Unser Tipp 2. Abenteuer wird hier großgeschrieben. Dafür sorgen zahlreiche Kletterparks, Wildwasser-Kanutouren auf der Wiesent und spannende Rad- und Wanderwege. Mehr als 30 mittelalterliche Burgen erheben sich auf grün bewachsenen Felsen. Unter dem Gestein warten zahlreiche Tropfsteinhöhlen darauf, besichtigt zu werden – wie die Binghöhle bei Streitberg. 

Kulinarisch hat sich die Gegend zwischen Bamberg, Bayreuth und Nürnberg weiterentwickelt. Zwar stehen nach wie vor fränkische Klassiker wie „Schäuferla“ – Schweineschulter – und die berühmte Bratwurst auf den Speisekarten. Es sind jedoch auch Spezialitäten wie „Hummerla“, Flusskrebse aus regionalen Gewässern, zu finden. Die Gegend rühmt sich zudem ihrer 69 familiengeführten Brauereien – die höchste Dichte weltweit.

Place to be für Romantiker

Als kleines Juwel präsentiert sich Marburg, gelegen im Norden Hessens. Unser Tipp 3. Pittoreske Fachwerkhäuser, mittelalterliche Kirchen, kleine Gassen – und doch gibt es auch das Flair, das Universitätsstädte aufgrund der vielen Studierenden bieten. Angestaubt wirkt hier nichts. Über der Stadt liegt das Landgrafenschloss, die Hauptattraktion Marburgs. Im Zentrum der historischen Oberstadt lockt der Marktplatz. Hier lässt sich angenehm shoppen oder in einem der Cafés ein leckerer Cappuccino genießen, das Rathaus aus dem 16. Jahrhundert vis-à-vis. Übernachtungstipp: das Luxushotel „VILA VITA Rosenpark“ direkt an der Lahn, nur wenige Schritte von der Altstadt entfernt. Hier finden Romantiker ein Domizil mit Stil und exzellenter Küche. Eine angenehme Kombination.

29.07.2020    Stefan Westendorp
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