Eine Person fährt auf einem E-Bike
02.04.2019    Ulrike Maris
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Dienstfahrrad-Leasing

Zweiräder als Dienstfahrzeuge

Wer mit dem Rad zur Arbeit kommt, ist erstens deutlich seltener krank und zweitens motivierter. Was Studien belegen, nützt Arbeitgebern wie Beschäftigten. Kein Wunder, dass Zweiräder als Dienstfahrzeuge, vor allem mit Elektroantrieb, stark im Kommen sind. Ein Blick auf das Dienstfahrrad.

Mit Schwung zur Arbeit kommen die Mitarbeiter in einer wachsenden Zahl von Unternehmen. Und zwar per Dienstrad. Sie arbeiten nicht nur motivierter, sondern sind auch seltener krank als ÖPNV-Nutzer oder Autofahrer. Wer zur Arbeit radelt, fällt im Schnitt 3,4 Tage im Jahr aus, wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder Auto fährt, bleibt durchschnittlich 5,3 Tage zu Hause. Das zeigt eine Untersuchung der Goethe-Universität Frankfurt. Damit zahlen sich Diensträder für Unternehmen aus. Viele stellen Mitarbeitern geleaste Drahtesel zur Verfügung. „Diensträder sind dann eine richtig interessante Sache, wenn sie regelmäßig für Alltagswege genutzt werden und das Auto stehen bleibt“, sagt Stephanie Krone, Sprecherin des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs.

Das E-Bike macht den Unterschied

Doch warum sollten Angestellte plötzlich aufs Rad steigen, wenn sie es bisher nicht taten? Schließlich hat fast jeder eines im Keller stehen. Die Antwort heißt E-Bike oder Pedelec. „E-Bike-Besitzer fahren dreimal so oft mit dem Rad zur Arbeit wie Fahrradbesitzer. Es gibt einen starken Suchtfaktor“, sagt Tobias Hoffstädter, Geschäftsführer des größten deutschen E-Bike-Händlers E-Motion. Denn: „Mit dem E-Bike ist es kein Problem, bequem die schönere Fahrradstrecke zur Arbeit zu fahren.“ Und trotzdem kommen die Beschäftigten nicht verschwitzt am Arbeitsplatz an.

Rund 250.000 geleaste Diensträder kurven bereits durchs Land. „Dabei gibt es keinen Unterschied zwischen Metropolregnen und ländlichen Gegenden“, berichtet Tassilo Holz, Sprecher von JobRad, „wohl aber einen Zusammenhang mit dem Fachkräftemangel. Immer mehr Arbeitgeber erkennen, dass Angebote wie ein Dienstrad im Wettbewerb um die besten Mitarbeiter entscheidend sein können.“ JobRad ist ein Dienstleister für Firmenradleasing, der Unternehmen ein Rundum-sorglos-Paket anbietet, Inspektion und Versicherung der Räder inklusive.

„Mit dem E-Bike ist es kein Problem, bequem die schönere Fahrradstrecke zur Arbeit zu fahren.“

Besseres Employer-Branding

In Großstädten zählen neben der Gesundheit noch andere Aspekte: Wer regelmäßig am Stau vorbeiradeln kann, spart Zeit und tut der Umwelt etwas Gutes. Ein Unternehmen, das auch deshalb seine Mitarbeiter aufsteigen lässt, ist der Autobauer BMW. Manfred Schoch, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der BMW Group, sagt: „Dieses Angebot für unsere Mitarbeiter auf die Straße zu bringen, war für mich eine Herzensangelegenheit. Ich halte das Fahrrad für ein hervorragendes zusätzliches Verkehrsmittel, insbesondere auf kurzen und innerstädtischen Strecken.“

Und Timo Lindemann, Sprecher des Pharma-Zulieferers Sartorius, erklärt: „Wir wollen die Zahl unserer Mitarbeiter bis 2025 in etwa verdoppeln. Das Angebot, über Entgeltumwandlung ein E-Bike zu leasen, ist ein kleiner Baustein, um unseren Mitarbeitern zu signalisieren, dass wir ihre Interessen im Auge haben.“ Aktuell beschäftigt das Göttinger Unternehmen rund 2.600 Mitarbeiter, mehr als 200 von ihnen nutzen das Fahrradleasing.

Elektrorad Pedelec als Dienstfahrrad

Studien zeigen, dass Bewegung auf dem Weg zur Arbeit zuträglicher für die Gesundheit ist als Sport nach der Arbeit

Wenig Aufwand für Arbeitgeber

„In der Regel machen zehn bis 20 Prozent der Mitarbeiter bei solchen Angeboten mit – wegen der E-Bikes“, sagt E-Motion-Mann Hoffstädter. Auch SAP, die Bahn, Vaude, die Rewe Group oder der Prothesenhersteller Ottobock setzen aufs Dienstrad, um ihre Arbeitgebermarke zu stärken, die Gesundheit der Mitarbeiter zu fördern und einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Doch auch der Preis muss stimmen. „Arbeitgeber wollen stets drei Dinge wissen“, so Hoffstädter. „Wie hoch sind der Abwicklungsaufwand, das wirtschaftliche und das steuerliche Risiko?“

Da der Leasinganbieter die Mitarbeiter direkt betreut, sei der Aufwand gering. Beim gängigen Modell, die Leasingrate über Entgeltumwandlung zu finanzieren, bleibt auch das wirtschaftliche Risiko gering. „Ein Vertrag läuft über drei Jahre. Nur wenn der Mitarbeiter das Unternehmen vor Ablauf dieser Frist verlässt, bleibt das Unternehmen auf dem Fahrrad und dem Vertrag sitzen. Für solch einen Fall bieten wir die Garantie, das Rad zurückzukaufen“, sagt Hoffstädter.

Wer ein Rad über den Arbeitgeber least, kann es nach Ablauf der drei Jahre meist zum Restwert kaufen. Sofern die Firma beim Leasing Versicherung, Inspektion und Wartungskosten übernimmt, spart der Jobradler bis zu 40 Prozent gegenüber dem Direktkauf, muss aber den geldwerten Vorteil versteuern. Ein lohnenswerter Aufstieg.

Der Unterschied zwischen E-Bikes und Pedelecs

Wer von E-Bikes spricht, meint zumeist Pedelecs, die eine Trittunterstützung bis 25 km/h haben. Schnelle S-Pedelecs, E-Bikes im eigentlichen Sinne, unterstützen das Fahren bis 45 km/h und brauchen ein Kfz-Kennzeichen. Seit 2019 gibt es für S-Pedelecs wie für E-Autos als Dienstfahrzeug eine Vergünstigung bei der Versteuerung des geldwerten Vorteils, für E-Räder bis 25 km/h dagegen (noch) nicht.

02.04.2019    Ulrike Maris
Zur Startseite