12.01.2021    Verena Fink
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Kolumne von Verena Fink

Dekarbonisierung: Megatrend mit Rückenwind

Corona beschleunigt nicht nur die Digitalisierung. Auch die Dekarbonisierung hat das Potenzial, einer der Krisengewinner zu werden.

Bei der Beschäftigung mit einigen Coronaprognosen stolperte ich über einen Analysten-Report, der Dekarbonisierung als einen Top-3-Beschleuniger aus den Covid-19-Wellen benannte. In der Spitzengruppe der Megatrends wurden ihm gar die größten langfristigen Auswirkungen auf das Geschäfts- und Finanzprofil von Unternehmen attestiert. Nahrung für Optimismus im Wintergrau: Was wäre also, wenn der Wirtschaftsaufschwung mit Klimaneutralität Hand in Hand ginge? Ist die Krise folglich ein Katalysator für Dekarbonisierung und somit für eine CO2-freie Weltwirtschaft? Illustration Kolumne Verena Fink

Muss die Klimawende teuer sein?

Apple machte es vor und hat im Sommer angekündigt, bis 2030 die komplette Supply-Chain zu 100 Prozent klimaneutral ausrichten zu wollen. In der vielschichtigen Strategie ist unter anderem von Recycling und Rückgewinnung von Wertstoffen die Rede. Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz sollen den absoluten Verbrauch in eigenen Werken sowie bei Apple-Zulieferern reduzieren. Erneuerbare Energien sollen nicht nur für den eigenen Verbrauch bezogen, sondern ihr Ausbau soll auch durch Investitionen unterstützt werden. Prozesse und Materialien wie Aluminium werden über innovative Entwicklungen dekarbonisiert. Über die eigene Lieferkette hinaus investiert Apple zudem in Umweltprojekte, um Kohlenstoff aus der Atmosphäre zu entfernen.

Zeichnung Kolumne Verena Fink

Verena Fink: Die Beraterin für kundenzentrierte Innovation und Künstliche Intelligenz von Woodpecker Finch ist Expertin des DUB UNTERNEHMER-Magazins für digitale Impulse aus aller Welt

Klingt großartig – und vor allem groß. Ist Dekarbonisierung also ein teures Hobby für Großunternehmen aus den Bereichen Energie, Stahl oder Chemie? Und was können kleine und mittlere Unternehmen tun, um in die Klimawende zu investieren?

Einen Schritt nach dem anderen

Ein erster Schritt wäre es, mithilfe von Analysen Maßnahmen zu entwickeln, um die CO2-Bilanz auf null zu bringen. Beispiele gibt es viele: zu Ökostrom wechseln, die grüne Produktion durch den Einsatz umweltfreundlicher Geräte fördern oder Logistik und Transportwege durch digitale Technologien nachhaltig gestalten, um den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren oder gar zu vermeiden.

Folgende drei Schritte zur Dekarbonisierung kann jedes Unternehmen berücksichtigen – egal ob groß oder klein: Zunächst geht es darum, eine Ist-Analyse zu erstellen, um festzustellen, wo welche und wie viele Emissionen anfallen. Dies dient als Basis für die Definition der Klimaschutzziele. Im zweiten Schritt werden Konzepte und Maßnahmen für mehr Klimaeffizienz entwickelt und implementiert. Schritt drei gilt der Kompensation unvermeidbarer Emissionen, die trotz aller Maßnahmen weiterhin im Unternehmen anfallen. Möglich ist das zum Beispiel durch CO2-Minderungszertifikate.

Will Europa bis 2050 klimaneutral sein, kann der Megatrend Dekarbonisierung gar nicht groß genug werden, um dieses Ziel gemeinsam zu erreichen. Freuen wir uns also auf eine Transformationswelle mit Rückenwind.

 

 

12.01.2021    Verena Fink
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