26.03.2020    Christian Domke-Seidel

Ohne Einnahmen

Monatsanfang in der Coronakrise: 5 Tipps gegen rote Zahlen

Am Monatsanfang werden viele Zahlungen fällig. Das gilt auch für kleinere und mittlere Unternehmen. Doch in der Coronakrise könnte diese Belastung des Firmenkontos zum Problem werden. Fünf Tipps helfen, die Sorgen zu verkleinern.

Läden bleiben geschlossen, Veranstaltungen finden nicht statt, Restaurants bleiben leer. Es gibt keine Einnahmen, aber viele Ausgaben. Kosten für Mieten, Gehälter, Heizung, Strom, Gebühren, Mobilität, Steuern oder Internet und Telefonie werden häufig zum Monatsanfang fällig. Der kommende Monatswechsel ist hierzulande der erste in Zeiten der Coronakrise und könnte für viele kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zum finanziellen Stresstest werden.

Staatshilfen in der Coronakrise

In den vergangenen Wochen haben Bund und Länder bereits finanzielle Hilfe versprochen und erste Maßnahmen umgesetzt, die für viele Unternehmer ein Rettungsanker darstellen. Das Volumen für die Soforthilfe für Kleinstunternehmen und Soloselbstständige beispielsweise beträgt 50 Milliarden Euro. Das Geld wird in Form von Einmalzahlungen ausgeschüttet. Auch die Beantragung der Grundsicherung wurde entbürokratisiert, genauso wie der Zugang zum Kurzarbeitergeld. Außerdem können die Zahlungen der Sozialversicherungsbeiträge ausgesetzt werden. Zudem steht ein spezielles Förderprogramm der Kreditanstalt für Wiederaufbau zur Verfügung.

Doch natürlich wollen Unternehmen nicht von Staatshilfen abhängig sein, sondern selbst aus der Krise kommen. Der erste Schritt ist jetzt erst einmal selbst aktiv zu werden, und die Probleme rund um den anstehenden Monatswechsel in der Coronakrise zu begegnen. Wir haben für Sie fünf Tipps für den Umgang mit den anstehenden Zahlungen zusammengestellt.

5 Tipps: Monatsanfang in der Coronakrise

In aller Kürze: Sie haben es selbst in der Hand. Übersicht und Kommunikation sind in der Coronakrise, wie in anderen bewegten Zeiten auch, der Schlüssel zum Erfolg. Sammeln und bewerten Sie notwendige Informationen, fragen Sie die richten Fachleute und sprechen Sie mit Ihren Partnern.

Tipp 1) Die Ist-Situation

Machen Sie einen Kassensturz. So verschaffen Sie sich einen Überblick darüber, wieviel Geld kurzfristig überhaupt zur Verfügung steht. Kalkulieren Sie dabei keine Zahlungseingänge ein, sondern beachten Sie nur den tatsächlichen Bestand. So können Sie auf Nummer sicher gehen.

Tipp 2) Schauen Sie voraus

Erstellen Sie eine Liste mit den Verbindlichkeiten, Zahlungen und Abbuchungen, die im kommenden Monat fällig werden. Nehmen Sie wichtige Daten wie Zahlungsziele samt etwaiger Rabatte mit in die Liste auf. Vergleichen Sie diese Liste mit ihrem Guthaben, um den Ernst der Situation besser einschätzen zu können.

Tipp 3) Kontaktieren Sie einen Profi

Rufen Sie Ihren Steuerberater an. Verlassen Sie sich nicht auf (vermeintliche) Experten im Internet und versuchen Sie nicht selbst durch den Dschungel an Förder- oder Stundungsmöglichkeiten zu steigen. Dafür haben Sie einen Steuerberater. Er kennt Ihre individuelle Situation gut und weiß, welche Maßnahmen Sinn ergeben.

Tipp 4) Kommunizieren Sie offen und ehrlich

Sprechen Sie mit Ihren Gläubigern. Ihre Geschäftspartner sind an einer langfristigen Zusammenarbeit über die Krise hinaus interessiert. Vielleicht sind sie in einer ähnlichen Situation. Solidarität hört nicht beim Bankkonto auf. Zahlungsaufschübe oder andere Modalitäten sind möglich. Wichtig ist, dass Sie klar kommunizieren, dass Sie auch nach anderen Möglichkeiten suchen und diese Verhandlung nur ein Baustein der Krisenstrategie ist.

Tipp 5) Wenden Sie kein Privatvermögen auf

Lassen Sie die Finger vom Privatvermögen. Für viele Unternehmer ist die eigene Firma das wichtigste. Aber niemand kann seriös abschätzen, wie lange diese Krise welche Geschäfte in welchem Umfang lahmlegt. Sollte es tatsächlich zu einer Insolvenz des Unternehmens kommen, darf das nicht auch gleich zur Privatinsolvenz führen.

26.03.2020    Christian Domke-Seidel
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