22.07.2020

Kolumne von Verena Fink

Neugier sichert Überleben

Die Probleme des Kunden verstehen und sie lösen: Das ist eine Art Lebensversicherung für Unternehmen – während der Krise mehr denn je. Doch woher weiß ich, was mein Kunde gerade dringend braucht? Fünf Tipps für Chancen-Finder.

Das Coronavirus befeuert den Wettlauf in der Digitalisierung. Unternehmer greifen nach allen Strohhalmen, die sie finden können. Dienstleister satteln hektisch um auf Online-Plattformen, werden zum Anbieter von Homeoffice-Infrastruktur oder digitalem Entertainment. Wie weit Sie sich als Unternehmer dabei auf das offene Meer hinauswagen, hängt im Idealfall primär davon ab, wie gut Sie Ihre Kunden und deren aktuelle Probleme kennen.

Aktiv werden sollten Sie in der Krise auf jedem Customer-Insights-Level. Statt einfach nur auf die Budgetkürzung aus dem Controlling zu warten, können Sie Pilotprojekte starten. So finden Sie heraus, wofür Ihre Kunden jetzt bereit sind, Geld auszugeben. Bevor Sie aber auf die große Geschäftsmodell-Änderung setzen, versuchen Sie es lieber erst einmal mit der 80-zu-20-Regel.

Dieses sogenannte Paretoprinzip besagt, dass 80 Prozent der gewünschten Ergebnisse mit nur 20 Prozent des Gesamtaufwands erreicht werden. Testen und lernen Sie orientiert am Anwenderwunsch und entlang von klaren Teilzielen – mit der Chance auf eine Weiterentwicklung des Projekts. Und je relevanter die Lösung für Ihre Kunden oder Nutzer ist, desto schneller sehen Sie Land.

Sind Sie bereit, die Perspektive zu wechseln und die Welt aus Sicht Ihrer Nutzer und Kunden zu betrachten? Dann helfen Ihnen diese fünf Fragen dabei, neue Geschäftschancen zu identifizieren:

  • Wo klagen Ihre Kunden oder Nutzer aktuell über nervige Prozesse wie komplizierte Log-ins oder lange Verarbeitungszeiten?
  • Wo beschweren sich Kunden an Kontaktpunkten über langatmige Formulare oder schlechte Erreichbarkeit?
  • Wo kommen etablierte Prozesse im Unternehmen an Grenzen?
  • Welcher Wettbewerber ist bekannt für einfache Lösungen oder innovativen Service und warum?
  • Und welche Ideen aus den letzten Kundenbefragungen zu echten Schmerzpunkten liegen noch in Ihrer Schublade?

Falls Sie nach der Beschäftigung mit diesen Fragen immer noch mit den Schultern zucken mangels ausreichend identifizierbarer Kunden-Schmerzpunkte, dann fragen Sie Google. Schauen Sie, welche Fragen sich Nutzer der Suchmaschine stellen, aber auch, was im Suchfenster auf Ihrer Website oder im Online-Shop eingegeben wird. Was wollen Kunden wissen, die auf Ihren Kanälen unterwegs sind?

Daraus lassen sich schnell Schlüsse zu Schwierigkeiten und ungelösten Problemen ziehen. Wer das Suchverhalten seiner Kunden, Nutzer, Besucher oder Zielpersonen analysiert, wird garantiert eine Menge wiederkehrender Fragen finden, die Hinweise auf geldwerte Lösungen liefern. Bleiben Sie einfach neugierig!

Zur Person

Verena Fink

von Woodpecker Finch ist Beraterin für kundenzentrierte Innovation und Künstliche Intelligenz. Sie ist die Expertin des DUB UNTERNEHMER- Magazins für digitale Impulse aus aller Welt

22.07.2020
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