17.11.2020    Kai Makus
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Digital Leader

So geht Führung im digitalen Zeitalter

Die Digitalisierung fordert eine Vision, den Willen zum Wandel und Menschen, die den Prozess vorantreiben. Was aber macht eine gute Führungskraft aus, die den Transformationsprozess managt? Experten aus dem Coaching und der Praxis geben Tipps.

„Digitalisierung ist ein Mindset, keine Software“ – so bringt es Diana Sikes, Executive Coach und Business Trainer, im DUB Digital Business Talk auf den Punkt: Um ein erfolgreicher Digital Leader zu werden und Change-Prozesse möglichst reibungslos zu steuern, ist bei Führungskräften vor allem mentale Stärke gefordert. Und eine Reihe weiterer Fähigkeiten, von denen „remote Leadership“, also das Führen aus der Ferne in Zeiten des Home-Office nur eine ist. „Soft Skills, also die menschliche Seite macht den größten Block aus“, so Sikes. Die digitale Führungskraft müsse die Fragen „lebe ich die Prinzipien selbst, will ich das?“ mit „ja“ beantworten können.

Am DUB Digital Business Talk nahmen teil:

Moderation: Thomas Eilrich, Chefredakteur, DUB UNTERNEHMER-Magazin

Zwei Unternehmen, die als zu den 100 innovativsten in Deutschland gehörend ausgezeichnet wurden diskutieren mit Sikes im DUB Talk: Dr. Ulrich Lages, CEO bei Ibeo Automotive Systems – einem Anbieter von Sensortechnik für autonomes Fahren, der mit einer radikalen adhoc-Umstellung der Unternehmensstruktur erfolgreich war – und Dr. Axel Steinhage, CTO bei Future-Shape, einem Spezialisten für smarte Bodenbeläge, der aus einem forschungsgeprägten Umfeld mit flachen Hierarchien heraus die Notwendigkeit neuer Strukturen in seinem Haus ausgemacht hat. Für ihn ist im Leadership-Thema – gerade vor dem aktuellen Hintergrund – entscheidend „dass der zwischenmenschliche Kontakt durch nichts ersetzt werden kann.“ Bei Future-Shape setzt man daher auf ein Hybrid-Modell mit digitalen, aber auch Präsenz-Meetings. Dieses Jour-fixe-Modell benötige „Struktur, aber auch Disziplin.“

Was den Digital Leader ausmacht

Lages berichtet, wie er innerhalb einer Minute mit einem „Big Bang“ die bisherige Unternehmensstruktur zum Einsturz gebracht hat, um mit einer neuen ambitionierte Ziele anzugehen. „Wir mussten verlässlich zu einem bestimmten Zeitpunkt liefern“, so der CEO. Die Entscheidung für eine neue Struktur, um das sicherzustellen war durchaus mutig. Zeitgleich ging es darum, in Sachen „Attraktivität für Digital Talents“ zu profitieren. Sein heutiger Führungsansatz: „Servant Leadership“, also das dienende Führen im Gegensatz zum beherrschenden Führen. „Das erfordert allerdings bei allen Beteiligten eine Veränderung im Mindset.“ Die Akzeptanz dafür müsse man regelrecht schulen.

Aus der facettenreichen Debatte mit den beiden Praktikern kristallisieren sich die zentralen Fähigkeiten heraus, die einen erfolgreichen Digital Leader ausmachen:

Systemische Sicht: Ein Digital Leader sollte nicht nur stets ein Auge haben auf Mitarbeiter und deren Kompetenzen, wenn sie mit einer bestimmten Aufgabe gefasst sind. Genauso wichtig ist es, seine Interaktion mit dem Team und dem gesamten Umfeld im Blick zu haben.

Digitales Mindset: Die Digitalisierung braucht nicht nur die passende Software – sondern vor allem die passende Haltung! Software allein macht nicht schlau, sie muss zur richtigen Zeit für das richtige To-Do eingesetzt werden. Merke: A fool with a tool, is still a fool.

Vertrauen im Fokus: Offenheit in der Kommunikation schafft Vertrauen – und die unerlässlich für eine erfolgreiche Zusammenarbeiten zwischen Vorgesetztem und Mitarbeiter, aber auch innerhalb des Teams. Damit erhält das Schaffen von Vertrauen eine zentrale Position in jedem Change-Prozess.

Führungskraft als Coach: Um die Transformation in einem Unternehmen voranzutreiben, muss sich der Digital Leader immer auch als Trainer seiner Mitarbeiter verstehen. Damit erweitern sich seine klassische Managementfunktionen um zusätzliche Tätigkeiten wie Potenzialentwickler, Kofliktlöser oder Moderator. Wichtig: Die erweiterten Aufgaben müssen mit Ausdauer ausgeübt werden, nicht nur punktuell.

Workshop: Digital Leadership

Die eigene Führung digitalisieren und auch das Unternehmen nachhaltig in eine zukunftsorientierte Welt führen, um die Chancen und Potenziale des digitalen Wandels voll auszuschöpfen: Das Digital Leadership Seminar mit der Expertin Diana Sikes vermittelt praxisnah und verständlich, wo das Umdenken stattfinden muss, und gibt nützliche Tipps und Methoden an die Hand, um die digitale Führungsrolle optimal auszufüllen.

21.01-22.01.2021 + 27.01.-28.01.2021 – jetzt anmelden.

DUB Akademie Mitglieder erhalten 20 Prozent Rabatt, die Mitgliedschaft ist kostenfrei.

Der Königsweg zum Digital Leader

In einer Change-Situation sehen sich Führungskräfte und auch Mitarbeiter einer VUCA-Situation gegenüber – dieses aus dem Englischen stammende Kürzel steht für Volatilität (also sprunghafte Entwicklung), Ungewissheit (unklare Aussichten), Komplexität (vielfältige Herausforderungen) und Ambivalenz (mehrdeutige Lage). Ein Digital Leader tritt dieser Herausforderung mit seinem digitalen Mindset entgegen:

  • Vernetzung – um Stärken zu potenzieren
  • Offenheit – um Transparenz zu schaffen

Dann kann er sein Skillset voll zur Entfaltung bringen:

  • Partizipation – um Kompetenzen zu erhöhen
  • Agilität – um Effekte zu erzielen

Gelingen kann diese auch VOPA-Modell genannte Herangehensweise nur mit dem dafür nötigen Vertrauen in die einzelnen Mitarbeiter und das Team. Somit stehen soziale Kompetenzen im Zentrum des Transformationsprozesses: Der Königsweg zum Erfolg ist eine gute Verbindung zu den Beschäftigten.

17.11.2020    Kai Makus
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