Corona News: Update aus der Klinik
rund um den Impfstoff

Täglicher Videocast mit Essener Klinikchef Prof. Jochen Werner

Videocast „19 – die DUB Chefvisite”

Essener Klinikchef fordert neue Corona-Medikamente

Trotz erster Erfolge mit Antikörpern in den USA kein EU-Zulassungsverfahren, Neuinfektionen: positiver Trend „hält an“, dank Künstlicher Intelligenz sind Restaurants in China wieder voll Mehr

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„Diesen Ansatz sollten wir auch in Europa verfolgen“: Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, fordert, stärker nach neuen „alternativen Behandlungsmethoden“ mit Antikörpern zu suchen. In den USA gebe es dafür bereits Notfallzulassungen, ein entsprechender Prozess bei der Europäischen Arzneimittelagentur EMA laufe aber noch nicht, berichtet Werner bei „19 – die DUB Chefvisite“. Mit einer Studie an 965 Personen wurde „nachgewiesen, dass das Risiko einer Covid-19-Erkrankung bei Pflegeheimbewohnern durch die Antikörpertherapie erheblich gesenkt werden konnte“, so der Mediziner. Antikörper „können in ausgewählten Fällen offensichtlich dazu beitragen, die Wahrscheinlichkeit eines schweren Krankheitsverlaufs zu senken“.

Der positive Trend beim Infektionsgeschehen in Deutschland „hält an“, zeigt sich der Klinikchef erfreut. Das RKI registriert bundesweit 17.862 Neuinfektionen binnen 24 Stunden – 4506 weniger als am Freitag der Vorwoche. Aber: „Die Anzahl der Verstorbenen ist leider noch deutlich zu hoch“, so Werner. Das RKI meldet 859 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Sars-CoV-2-Virus, insgesamt ist damit die Schwelle von 50.000 überschritten. Seit gestern sind im Essener Uniklinikum zwei weitere Covid-19-Patienten verstorben. Dort werden aktuell 113 mit dem Coronavirus Infizierte behandelt, 42 davon auf der Intensivstation.

„Die aktuellen Kontaktbeschränkungen sind eigentlich kein Problem für uns“: Der Chef des Bankhauses Hauck & Aufhäuser, Michael Bentlage, sagt in der Sendung, dass sein Unternehmen bereits zuvor viel auf Telefonberatung gesetzt habe. Das weiter ausgebaute digitale Angebot werde von den Kunden viel genutzt – „auch Ältere sind da inzwischen sehr versiert“, so Bentlage. Bei der Neukundengewinnung wird sich aus seiner Sicht allerdings ein hybrides Angebot mit persönlichem Erstkontakt und Videoberatung durchsetzen. Die älteste Privatbank Deutschlands gehört inzwischen zum Fosun-Konzern aus China – von seinen Kollegen dort hört Bentlage: „Die Restaurants sind voll, die Ferienanlagen auch.“ Die Chinesen seien technologisch weiter als Deutschland: „Künstliche Intelligenz hilft ihnen, die Krise besser zu bekämpfen“, so der Vorstandschef.

Bei „19 – die DUB Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Am Montag, den 25. Januar, als Talk-Gast dabei: „Stern-TV“-Moderator Steffen Hallaschka. Los geht es wie gewohnt um 10 Uhr, jeder kann via Zoom live teilnehmen – einfach auf diesen Link klicken: https://dub-magazin.de/chefvisite-zoom/

21.01.2021

Hamburgs 2. Bürgermeisterin: „Kein Masterplan“

Katharina Fegebank: Fahrplan aus der Krise nötig, Essener Klinikchef rügt Wucherpreise für FFP2-Masken, bei Infektionszahlen „ein bisschen Entwarnung“. Mehr
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„Einen Masterplan hat keiner in der Tasche“: Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank räumt ein, dass der Kurs der Politik in der Corona-Krise manchen als „Stückwerk“ erscheinen könne. Bei „19 – die DUB Chefvisite“ sagt die Grünen-Politikerin, nötig sei ein „planbarer Fahrplan“ aus der Pandemie, auf den sich die Bürger einstellen könnten. Die Gefahr durch die zuerst in England aufgetretene Coronavirus-Mutation sei jedoch bisher nicht einschätzbar. Die Senatorin für Wissenschaft und Forschung verteidigt daher die „präventiven“ Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz. Als deren „Herzstück“ bezeichnet Fegebank die Einschränkung der beruflichen Mobilität durch Ausweitung von Homeoffice.

Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, kritisiert in der Sendung Wucherpreise für FFP2-Masken. Er habe schon Angebote für 20 Euro gesehen – pro Stück. „Da wird mit der Angst der Leute gespielt“, so Werner. „Froh“ ist er daher, dass die jüngsten Corona-Beschlüsse auch die Verwendung von OP-Masken im öffentlichen Raum zulassen. Bei einer ausschließlichen Verwendung von FFP2-Masken bundesweit wäre es bei diesen „in den Krankenhäusern, auch auf den Covid-Stationen, unweigerlich zu Mangelsituationen gekommen“, so der Mediziner.

„Ein bisschen Entwarnung“ gibt der Klinikchef hinsichtlich des Infektionsgeschehens. Das RKI meldet mit bundesweit 20.398 neuen Fällen binnen 24 Stunden 4766 weniger als am Donnerstag der Vorwoche. Die Zahl der Toten im Zusammenhang mit dem Sars-CoV-2-Virus steigt um 1013 auf 49.783. „Erfreulich“ nennt es Werner daher, dass im Essener Uniklinikum seit langer Zeit von gestern auf heute kein weiterer Covid-Patient verstorben ist. Dort werden derzeit 120 Corona-Infizierte medizinisch versorgt, 46 davon auf der Intensivstation.

Bei „19 – die DUB Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Talk-Gast am Freitag, den 22. Januar: Michael Bentlage, Vorstandschef des Bankhauses Hauck & Aufhäuser. Die Sendung startet live wie immer um 10 Uhr, jeder kann via Zoom dabei sein – einfach auf diesen Link klicken: https://dub-magazin.de/chefvisite-zoom/

20.01.2021

Impfstopp im Krankenhaus

„Sehr schwierige Situation“ durch Mangel an Impfstoff, Warnung vor Ausbreitung von Coronavirus-Mutationen, „der Zins ist weg“ für Sparer. Mehr
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Nach nur zwei Tagen ist wieder Schluss: „Wir müssen die Impfungen an der Klinik erstmal aussetzen, weil kein Impfstoff verfügbar ist“, berichtet der Chef des Essener Uniklinikums, Professor Jochen Werner, bei „19 – die DUB Chefvisite“. Damit steht sein Haus beispielhaft für die Lage im Land: „Der Engpass betrifft Gesamtdeutschland“, so Werner. Für das Klinik-Personal sei die Pause eine „sehr schwierige Situation“ – denn „unser Impfstart vor zwei Tagen hatte vielen Hoffnung gegeben“. Werner erwartet, die Immunisierungen Anfang Februar wieder aufnehmen zu können.

Erfreut ist der Klinikchef, dass sich bei der Abnahme der Infektionszahlen „der Trend fortsetzt“: Das RKI registriert bundesweit mit 15.974 neuen Fällen binnen 24 Stunden 3626 weniger als am Mittwoch der Vorwoche. Werner warnt jedoch vor einer Ausbreitung der infektiöseren Variante des Coronavirus, die zuerst in England auftrat: Dies sei „nur eine Frage der Zeit“ – zumal Essen nicht weit von den Niederlanden entfernt liege, wo die Mutation bereits stärker verbreitet ist. Hoch bleibt die Zahl der vom RKI im Zusammenhang mit dem Sars-CoV-2-Virus gemeldeten Todesfällen, die mit 1148 um 88 über dem Mittwochswert der Vorwoche liegt. In der Universitätsmedizin Essen werden aktuell 120 Patienten wegen Covid-19 behandelt, 50 davon auf der Intensivstation. Seit gestern sind dort zwei weitere Menschen am oder mit dem Coronavirus verstorben.

Nachhaltigkeit ist als Megatrend „in der Mitte der Gesellschaft angekommen“, sagt der globale Vertriebschef der Fondsgesellschaft DWS, Dirk Görgen, in der Sendung. Seine Prognose: „Niemand wird sich entziehen können.“ Görgen fordert, in Deutschland eine „Investmentkultur zu leben“ und in Aktien zu investieren, denn: „Der Zins ist weg.“ Eine weitere Alternative zum Sparbuch ist für ihn „Betongold“. Bei Pflegeimmobilien sei die Nachfrage seitens privater Kapitalanleger derzeit trotz Pandemie „sehr hoch“, berichtet Karl Reinitzhuber, Chef von Carestone, dem Marktführer in diesem Bereich. Das liege auch am zu geringen Angebot an altersgerechten Wohnungen – auf 300.000 schätzt Reinitzhuber den Bedarf an Neubauten in den kommenden zehn Jahren. „Wir produzieren den VW-Golf der Pflegeimmobilie“, so der Carestone-Chef.

Bei „19 – die DUB Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Am Donnerstag, den 21. Januar, als Talk-Gast dabei: Katharina Fegebank, Hamburgs Zweite Bürgermeisterin. Los geht es wie gewohnt um 10 Uhr, jeder kann via Zoom live teilnehmen – einfach auf diesen Link klicken: https://dub-magazin.de/chefvisite-zoom/

19.01.2021

Essener Klinikchef: Inzidenzwert von 50 ist „Feigenblatt“

Corona-Infektionsketten digital leichter nachzuverfolgen, Kritik an möglicher Datenpanne beim RKI, Investition in Bitcoins reine Spekulation. Mehr
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Kritik am starren Inzidenzwert von 50 übt der Chef der Essener Universitätsklinik, Professor Jochen Werner. Die Digitalisierung bringe den Gesundheitsämtern bereits „enorme Erleichterungen“ bei der Nachverfolgung von Corona-Infektionsketten, sagt Werner bei „19 – die DUB Chefvisite“. Es könne nicht sein, dass diese Verbesserungen „keinerlei Einfluss auf den uns täglich vorgehaltenen Orientierungswert von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner über sieben Tage haben“. Dieser werde „wie eine Monstranz“ herumgetragen und diene als „Feigenblatt“: „Es passt einfach nicht mehr“, so der Mediziner mit Blick auf den technischen Fortschritt in den Gesundheitsämtern. Diese erhielten zum Beispiel alle Labordaten seit Jahresbeginn elektronisch und nicht mehr per Fax. Unter anderem deswegen könne der Richtwert für die Nachverfolgung auch höher angesetzt werden.

In diesem Zusammenhang hält es der Klinikchef für „bedenklich“, dass die gestrigen RKI-Zahlen „möglicherweise nicht komplett“ waren. Die Werte hatten einen spürbaren Rückgang der Neuinfektionen gezeigt, es könnte aber eine Datenpanne gegebene haben. Aktuell meldet die Behörde bundesweit 11.369 neue Fälle, 1433 weniger als am Dienstag der Vorwoche. Das RKI berichtete zudem von 989 weiteren Toten im Zusammenhang mit dem Sars-CoV-2-Virus binnen 24 Stunden. Die Universitätsmedizin Essen versorgt zurzeit 120 Patienten wegen Covid-19, 51 davon auf der Intensivstation. Seit gestern sind dort drei weitere Menschen am oder mit dem Coronavirus verstorben.

„Es ist viel Geld unterwegs“, sagt der Chef-Anlagestratege der Deutschen Bank für Privat- und Firmenkunden, Dr. Ulrich Stephan, in der Sendung. Ursache seien extrem niedrige Notenbank-Zinsen und große Konjunkturpaketen. Damit erklärte Stephan das scheinbare Paradox von darbender Wirtschaft und boomenden Börsen. Der Industrie gehe es „verhältnismäßig gut“, „Stay at Home“-Aktien von Corona-Gewinnern seien zudem „in unglaubliche Höhen geschossen“. Trotz hoher Staatsausgaben und -schulden in der Krise erwartet Stephan derzeit keine Inflationswelle: „Da muss keiner Angst haben.“ Auch ein Währungsschnitt stünde nicht an. Das elektronische Zahlungsmittel Bitcoin bewertet er als reines Spekulationsobjekt. Der Kurs sei „hoch volatil“, Bitcoins daher nur geeignet für Menschen, „die in Risiko investieren wollen“.

Bei „19 – die DUB Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Talk-Gäste am Mittwoch, den 20. Januar: Dr. Karl Reinitzhuber, Chef der Carestone-Gruppe, und Dirk Görgen, der bei der Fondsgesellschaft DWS den Vertrieb leitet. Start ist wie immer um 10 Uhr, dabei sein kann jeder via Zoom – einfach auf diesen Link klicken: https://dub-magazin.de/chefvisite-zoom/

18.01.2021

Essener Klinikchef lehnt Ausgangssperre ab

Maßnahmen gegen Corona „greifen jetzt“, mehr Bürgerrechte für Geimpfte erwartet, Experte: chinesische Zahlungen für Pandemieschäden „utopisch“ Mehr
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Gegen eine Ausgangssperre zur Bekämpfung der Pandemie spricht sich der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, aus. „Es ist ein Trend zu erkennen, dass die Infektionszahlen zurückgehen“, sagt Werner bei „19 – die DUB Chefvisite“. „Die Maßnahmen greifen jetzt“, so der Mediziner mit Blick auf aktuelle Daten. Beim Treffen der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstag sollte die Politik daher von Verschärfungen absehen – falls sich infektiösere Coronavirus-Mutationen etwa aus England nicht auch in Deutschland rasch ausbreiten sollten.

Das RKI meldet mit bundesweit 7141 Neuinfektionen 5356 Fälle weniger als am Montag der Vorwoche, der niedrigste Wert seit dem 20. Oktober – „das lässt hoffen“, betont Werner. Die Zahl der Toten im Zusammenhang mit dem Coronavirus sinkt laut RKI im Wochenvergleich um 129 auf 214. Im Uniklinikum Essen werden aktuell 118 Covid-Patienten versorgt, 50 davon auf der Intensivstation. Über das Wochenende sind dort fünf weitere Menschen am oder mit dem Sars-CoV-2-Virus verstorben.

Klinikchef Werner erwartet, dass mit Fortschreiten der Covid-Impfungen eine „Zwei-Klassen-Gesellschaft“ entstehen wird. „Irgendwann werden 20, 30 oder 40 Millionen Menschen geimpft sein und ihre Rechte einfordern“: Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, Restaurantbesuch, Flug in den Urlaub. Daher fordert Werner „schon jetzt eine klare Linie und eine vorab definierte Zielerreichung, ab wann Beschränkungen für wen aufgehoben werden.“ Das Thema sei „zentral für die Glaubwürdigkeit der Politik“.

Dass Peking wegen der späten Informationen über den Virusausbruch in Wuhan Schadenersatz zahlt, hält der China-Kenner Marcel Grzanna für „utopisch“. Auch wenn jetzt ein Team der Weltgesundheitsorganisation WHO den Ursprung des Coronavirus im Land untersuche, werden die Experten „nach einem Jahr nicht mehr viel nachvollziehen können“, sagt der Buchautor in der Sendung. Der chinesischen Führung gehe es dabei eher um „Imagepflege“. Denn 2020 habe es „einen Wendepunkt in der weltweiten Wahrnehmung der Diktatur“ gegeben, so Grzanna.

Bei „19 – die DUB Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Am Dienstag, den 19. Januar, geht es wie gewohnt um 10 Uhr los, jeder kann via Zoom live dabei sein – einfach auf diesen Link klicken: https://dub-magazin.de/chefvisite-zoom/

15.01.2021

Boris Palmer: „kopflose Debatte“ um härteren Lockdown

Tübinger Oberbürgermeister will Kitas und Grundschule öffnen, Kindern droht sonst „Verwahrlosung und Missbrauch, Essener Klinikchef: Covid-Todesrate „alarmierend“. Mehr
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Eine „kopflose Debatte über härtere Maßnahmen“ kritisiert Boris Palmer, Oberbürgermeister der Stadt Tübingen. „Viele Todesfälle werden auch durch den Lockdown nicht verhindert“, sagt der Grünen-Politiker bei „19 – die DUB Chefvisite“. Palmer findet es „verräterisch, dass nur über schärfere und nicht über wirksamere Maßnahmen“ gesprochen werde. Es gebe zum Beispiel „keine Belege“ für eine erhöhte Infektionsrate in Deutschland durch die zuerst in England aufgetretene Coronavirus-Mutation. Trotzdem gehe es bereits jetzt um eine Verlängerung des Lockdowns bis März – „nur aufgrund einer Vermutung“.

Palmer verurteilt die aktuelle Fokussierung: „Kitas und Grundschulen müssen geöffnet werden“, lautet seine Forderung. Die Gefahr durch Corona sei für Kinder eher gering – ohne Kontakte drohten aber insbesondere sozial Benachteiligten „Verwahrlosung oder sogar Missbrauch“. Für ältere Schüler hält er Unterricht per Video für angemessen. Der Infektionsschutz müsse vor allem „da ansetzen, wo das Risiko sitzt“: in Alten- und Pflegeheimen. Diesen empfiehlt Palmer eine „konsequente Teststrategie“. Sie sollten ohne Test „niemanden reinlassen“.

Für „alarmierend“ hält der Chef der Universitätsmedizin Essen, Professor Jochen Werner, die Covid-Todesrate in Deutschland. Auf eine Million Einwohner gerechnet liege diese über der in den USA und dem EU-Durchschnitt. „Wir müssen mit Leistungen statt mit Worten glänzen“, fordert Werner in der Sendung. Das RKI meldet mit bundesweit 22.368 Neuinfektionen zwar rund 9500 weniger Fälle als am Freitag der Vorwoche. Die Gesamtzahl der Betroffenen hat aber die Marke von zwei Millionen überschritten. Binnen 24 Stunden registrierte das RKI 1113 weitere Tote im Zusammenhang mit dem Sars-CoV-2-Virus – insgesamt sind es nunmehr „nahezu 45.000“, so Werner. Im Uniklinikum Essen ist seit gestern kein weiterer Covid-Patient verstorben. Dort werden aktuell 106 Corona-Erkrankte behandelt, 47 davon auf der Intensivstation.

Bei „19 – die DUB Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Am Montag, den 18. Januar, als Talk-Gast dabei: der Autor und China-Experte Marcel Grzanna. Die Sendung startet wie immer um 10 Uhr, via Zoom kann jeder live zuschauen – einfach auf diesen Link klicken: https://dub-magazin.de/chefvisite-zoom/

14.01.2021

Essener Klinikchef fordert „massive Kontaktreduktion“

Rasche Impfungen wegen englischer Coronavirus-Mutation nötig, Zahl von Covid-Toten erreicht „traurigen Rekord“, Innenstädte sollen zum Disneyland werden. Mehr
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„Massive Kontaktreduktion – so schwer es auch fällt“: Für den Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, ist neben der Impfung die Vermeidung von Treffen mit anderen die „einzige Waffe“ im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Bei „19 – die DUB Chefvisite“ sorgt sich der Mediziner um die mögliche Ausbreitung der neuen Virus-Variante B.1.1.7, die zuerst in England auftrat und nun auch in Deutschland nachgewiesen ist. „Da muss man schon wirklich positiv denken, um nicht anzunehmen, dass auch wir vor einer weiteren Zunahme der Corona-Infektions- und Erkrankungsrate stehen“, warnt Werner. Daher gelte auch: „Impfen, was geht – aber definitiv ohne Impfpflicht.“

Die vom RKI gemeldeten 1244 Toten bundesweit binnen 24 Stunden in Verbindung mit Sars-CoV-2-Virus nennt der Klinikchef einen „traurigen Rekord“. Die von der Behörde berichtete Zahl von 25.164 Neuinfektionen liegt aber um 1227 Fälle unter dem Wert vom Donnerstag der Vorwoche. Im Uniklinikum Essen sind seit gestern sieben Corona-Patienten verstorben – eine „enorm hohe Anzahl“, so Werner. Insgesamt werden dort aktuell 110 Menschen wegen Covid-19 behandelt, 43 davon liegen auf der Intensivstation.

Um verödende Innenstädte und schließende Ladengeschäfte sorgt sich der hessische Landtagsabgeordnete Dirk Bamberger. „Amazon steht symbolisch für diese Entwicklung“, sagt der CDU-Politiker aus Marburg in der Sendung. Er hat eine E-Mail an Konzernchef Jeff Bezos geschrieben, um Lösungen zu suchen – und gestern auch ein Gesprächsangebot erhalten. Aus Bambergers Sicht können die Fußgängerzonen künftig nur mit „Erreichbarkeit, Komfort, Parkplätzen und Wi-Fi an jeder Ecke“ gegen den Onlinehandel punkten. Nils Seebach, Experte für digitale Geschäftsmodelle, fordert: „Disneyland in der Innenstadt – das ist unsere Aufgabe!“ Fußgängerzonen sollten zur „Inspirationsquelle“ für Käufer werden.

Bei „19 – die DUB Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Talk-Gast am Freitag, den 15. Januar: Boris Palmer, Oberbürgermeister der Universitätsstadt Tübingen, der dort einen kontroversen Corona-Kurs fährt. Los geht es wie gewohnt um 10 Uhr, jeder kann via Zoom live dabei sein– einfach auf diesen Link klicken: https://dub-magazin.de/chefvisite-zoom/

13.01.2021

Essener Klinikchef warnt vor Politiker-Aktionismus

Impflicht: „Unsinnige Diskussion“, Umsetzung der Teststrategie eingefordert, Kleinstunternehmer zu Anträgen auf Staatshilfe aufgerufen. Mehr
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„Beendet die unsinnige Debatte um eine Impflicht!“: Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, warnt Politiker vor Aktionismus. „Wir dürfen nicht jeden Tag eine neue Sau durch Dorf treiben und so tun, als wäre alles andere erledigt“, kritisiert Werner bei „19 – die DUB Chefvisite“. Die aktuelle Diskussion „bis hin zum Berufsverbot“ erzeuge Unruhe beim Personal von Pflegeeinrichtungen, warnt der Mediziner. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) habe erneut betont, dass es keinen Impfzwang geben werde: „Ich hoffe, das Thema ist damit endlich durch“, so Werner. Der Mediziner fordert eine konsequente Umsetzung der Corona-Teststrategie. Wichtig sei auch die Einhaltung aller Hygienevorschriften in Senioreneinrichtungen.

Die Krankenhäuser sind aus Sicht des Klinikchefs durch die vielen Covid-Erkrankten weiter „hoch belastet“  – Entwarnung geben kann er nicht: Das RKI meldet mit bundesweit 19.600 Neuinfektionen 1636 Fälle mehr als am Mittwoch der Vorwoche. „Beunruhigend“ nennt Werner die Zahl von 1060 Toten binnen 24 Stunden in Verbindung mit dem Coronavirus. Das Uniklinikum Essen behandelt aktuell 115 Patienten wegen Covid-19, 48 davon auf der Intensivstation. Seit gestern ist dort ein weiterer Mensch im Zusammenhang mit dem Sars-CoC-2-Virus verstorben.

„Für Kleinstunternehmer ist die Lage katastrophal“: Der Steuerberater Stefan Buschmann, der für Klienten viele Anträge auf Staatshilfe ausgearbeitet hat, berichtet in der Sendung von „wirtschaftlichen Depressionen“ bei Solo-Selbstständigen, etwa Künstlern oder Messebauern. Sein Aufruf an Betroffene: „Gehen Sie zum Steuerberater, nutzen Sie alle staatlichen Möglichkeiten!“ Gelder würden fließen, wenn auch mit zwei oder drei Monaten Verzögerung. Zunehmend lethargisch sind nach Einschätzung von Management-Berater Jens Vogt, Partner bei Heidrick Consulting, inzwischen auch viele Beschäftigte, die im Homeoffice arbeiten. Nach einer „Euphorie“ im ersten Lockdown „stellt sich nun Müdigkeit ein“, beobachtet der Experte. Manager müssten daher „mehr Stunden für Führungsarbeit“ und Mitarbeitermotivation aufwenden.

Bei „19 – die DUB Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Am Donnerstag, den 14. Januar, als Talk-Gäste dabei: Nils Seebach, Spezialist für digitale Geschäftsmodelle, und Dirk Bamberger,

CDU-Abgeordneter im hessischen Landtag. Start ist wie gewohnt um 10 Uhr, mitmachen kann jeder via Zoom – einfach auf diesen Link klicken: https://dub-magazin.de/chefvisite-zoom/

12.01.2021

Essener Impfarzt: Ostern zuhause bleiben!

„Unweigerlicher Anstieg“ der Infektionen nach „Urlauberinvasion“ auf Mallorca, EU-Parlamentsvize Beer fordert: testen und impfen, allein in Essen bereits 218 Covid-Tote. Mehr
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„Bleiben Sie möglichst zuhause“: Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, appelliert dringend, in den Osterferien nicht zu verreisen. Bei „19 – die DUB Chefvisite“ verweist Werner auf die „Urlauberinvasion“ über Weihnachten auf Mallorca, der nun der „unweigerliche Anstieg der Neuinfektionen“ folge. Konsequenz: Auf der Ferieninsel sowie den gesamten Balearen sind Treffen im privaten Kreis vorerst bis zum 30. Januar sogar zuhause untersagt – Geschäfte und Gastronomie müssen schließen. Werner mahnt, den „internationalen Virenaustausch zu unterlassen“, auch mit Blick auf neue Corona-Mutationen.

„Konsequent testen und durchimpfen, um den Lockdown schnell zu beenden“: Das fordert die stellvertretende Vorsitzende des Europaparlaments, Nicola Beer, in der Sendung. „Wir sehen jetzt schon große und kleine Insolvenzen“, warnt die FDP-Politikerin. Beer rügt „unsinnige Schritte“, zum Beispiel, dass zurzeit Insolvenzen nicht angezeigt werden müssen. Dies könne zu einer Verschärfung der Pleitewelle führen. Der Staat dürfe „Altes nicht künstlich beatmen“ – nötig seien stattdessen die Stärkung der Infrastruktur, mehr Digitalisierung und der Abbau von Bürokratie, damit die Wirtschaft wieder Tritt fasse. Die studierte Rechtsanwältin ist zudem überzeugt, dass die Einschränkung von Bürgerrechten nach einer Impfung juristisch „nicht mehr haltbar“ ist, wenn der Geimpfte niemand anderen mehr anstecken könne und „kein Risiko mehr ist“.

Allein in der Essener Uniklinik sind inzwischen insgesamt 217 Menschen an oder mit Covid-19, verstorben – „im Durchschnittsalter von 74 Jahren“, wie Krankenhauschef Werner berichtet. Seit gestern kamen zwei weitere Tote hinzu. Aktuell werden dort 122 Patienten wegen des Sars-CoV-2-Virus behandelt, 48 davon auf der Intensivstation. Bundesweit registrierte das RKI 12.802 Neuinfektionen binnen 24 Stunden und damit 905 mehr als am Dienstag der Vorwoche. Die Zahl der Todesopfer stieg laut der Behörde seit gestern um 891 auf nunmehr insgesamt 41.577.

Bei „19 – die DUB Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Talk-Gäste am Mittwoch, den 13. Januar: Steuerberater Stefan Buschmann und Jens Vogt von Heidrick Consulting. Los geht es wie gewohnt um 10 Uhr, jeder kann live mitmachen via Zoom – einfach auf diesen Link klicken: https://dub-magazin.de/chefvisite-zoom/

11.01.2021

Essener Impfarzt: Impfbereitschaft bei Pflegekräften wächst

Essener Seniorenheime werden diesen Monat durchgeimpft, Corona-Schutz verträglicher als Grippeimpfung, Arbeitgeber sollten bei Impfung keinen Druck auf Mitarbeiter ausüben Mehr
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„Überall sind Nachbestellungen da“: Laut Dr. Stefan Steinmetz, der die Impfung in der Stadt Essen leitet, überzeugt die Corona-Impfung auch anfangs skeptische Mitarbeiter von Pflegeeinrichtungen. Viele wollten nach der ersten nun auch die zweite Impfung, „weil die Nebenwirkungsquote so gering ist“, berichtet Steinmetz bei „19 – die DUB Chefvisite“. Nach Verabreichung von rund 6000 Dosen hält der Mediziner den Schutz gegen das Coronavirus für besser verträglich als eine Grippeimpfung: „Ich habe keine Komplikationen festgestellt.“

In Essen hat Steinmetz mit seinem Team bereits 40 von 76 Senioreneinrichtungen versorgt – die übrigen seien „sicher im Laufe dieses Monats durch“, zeigt er sich zuversichtlich. Am 1. Februar sollte dann die Behandlung der Über-80-Jährigen in den Impfzentren beginnen. Diese „dauert allerdings zwei bis drei Monate“, so Steinmetz: „Wir könnten schneller sein, wenn mehr Impfstoff da wäre.“ Der Mediziner warnt Arbeitgeber davor, mit Kündigungsdrohungen Druck auf ihre Mitarbeiter auszuüben und sie zur Impfung zu drängen: „Keine Impfpflicht“, betont er, „das würde die Impfbereitschaft zerstören.“ Steinmetz setzt vielmehr darauf, durch „Information und Aufklärung“ zu überzeugen.

Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, rügt in der Sendung, dass trotz der „angespannten Pandemiesituation“ nicht alle Gesundheitsämter am Wochenende ihre Zahlen melden. Dadurch seien die deutschen Daten montags immer noch verzerrt, obwohl China bereits vor genau einem Jahr vom ersten Todesopfer in Zusammenhang mit Covid-19 berichtet habe. Bundesweit registrierte das RKI binnen 24 Stunden mit 12.497 Neuinfektionen 2650 Fälle mehr als am Montag der Vorwoche. Mit 343 Verstorbenen gab es in diesem Vergleich einen Zuwachs um 41. Im Universitätsklinikum Essen werden aktuell 115 Covid-19-Patienten versorgt, 48 davon auf der Intensivstation. Dort sind über das Wochenende weitere fünf Menschen am oder mit dem Sars-CoV-2-Virus gestorben.

Bei „19 – die DUB Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Am Dienstag, den 12. Januar, als Talk-Gast dabei: Nicola Beer, die Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments. Start ist wie immer um 10 Uhr, via Zoom kann jeder live mitmachen – einfach auf diesen Link klicken: https://dub-magazin.de/chefvisite-zoom/

08.01.2021

Essener Chefvirologe fordert: Kitas und Grundschulen auf!

Vor allem sozial schwache Kinder leiden, Frauen mit Kinderwunsch sollten sich möglichst rasch impfen lassen, „im Freien nicht in Sicherheit wiegen!“ Mehr
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Die schnelle Öffnung von Kitas und Grundschulen fordert der Chefvirologe der Uniklinik Essen, Professor Ulf Dittmer: „Kleine Kinder sind keine effizienten Verbreiter“, sagt Dittmer bei „19 – die DUB Chefvisite“ mit Blick auf aktuelle Studien. Unter den Schließungen „leiden vor allem die Kinder aus sozial schwachen Familien“, betont der Mediziner. Weiterführenden Schulen mit älteren Kindern rät er zu Hygienekonzepten. Das Argument, eine Öffnung führe zu mehr Mobilität und damit zu mehr Infektionen, lässt Dittmer nicht gelten: „Bildung ist ein hohes Gut“, das man gegen diese Möglichkeit abwägen müsse.

Der Virologe empfiehlt Frauen mit Kinderwunsch, sich „unbedingt“ so rasch wie möglich impfen zu lassen. Dittmer betont: „Es gibt keine biologischen Gründe dagegen.“ Gerade für Schwangere sei eine Covid-19-Erkrankung „sehr, sehr gefährlich“, wie mehrere Fälle im Essener Klinikum gezeigt hätten. Schwangere selbst sollten sich allerdings nur in enger Abstimmung mit ihrem Hausarzt impfen lassen. Dittmer warnt zudem davor, sich „im Freien in Sicherheit zu wiegen – gerade im Winter“. So gebe es zum Beispiel kaum UV-Licht, das die Erreger unschädlich machen könne. Sollte sich eine „infektiösere Variante“ wie die zuerst in England aufgetretene Mutation hierzulande stärker verbreiten, steige auch draußen die Gefahr, so Dittmer.

Das RKI meldet mit bundesweit 31.849 Neuinfektionen 8925 Fälle mehr als am Freitag der Vorwoche – nachdem in den beiden letzten Tagen in diesem Vergleich noch rund 7000 weniger erfasst worden waren. Die Daten sind durch die Feiertage verzerrt: „Erst nächste Woche kommt die Zählung wieder in Gang“, sagt der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, in der Sendung. Das gelte auch für die mit dem Sars-CoV-2-Virus in Verbindung stehenden Todesfälle, bei denen das RKI heute einen Rekordwert von 1188 Verstorbenen binnen 24 Stunden registriert hat. Seit gestern sind im Uniklinikum Essen zwei weitere Covid-19-Patienten verstorben. Insgesamt werden dort aktuell 125 Corona-Patienten behandelt, 45 davon auf der Intensivstation.

Bei „19 – die DUB Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Talk-Gast am Montag, den 11. Januar: Dr. Stefan Steinmetz, der die Impfungen in der Stadt Essen leitet. Los geht es wie immer um 10 Uhr, jeder kann via Zoom live dabei sein – einfach auf diesen Link klicken: https://dub-magazin.de/chefvisite-zoom/

07.01.2021

Essener Klinikchef: „Schwere dritte Welle“ droht

Ausbreitung der englischen Corona-Mutation beunruhigt, Sonderregeln in einigen Bundesländern kritisiert, „Wahlkampf mithilfe der Pandemie“ gerügt. Mehr
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„Die Lage ist definitiv sehr ernst“: Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, befürchtet „verheerende Auswirkungen“, sollte sich die zuerst in England aufgetretene Mutation des Coronavirus auch in Deutschland ausbreiten. „Damit stiege die Gefahr einer schweren dritten Welle mit langfristigen Lockdowns und vielen Toten“, warnt Werner bei „19 – die DUB Chefvisite“. Daher nennt er es „sehr bedauerlich“, dass „einzelne Bundesländer keine 24 Stunden nach der Vereinbarung vom Dienstag wieder Sonderwege ankündigten und Lockerungen einläuten“.

Über teils „absurde Regelungen“ in unterschiedlichen Bundesländern klagt Ulrich Becker, Chefredakteur der Südwestpresse aus dem baden-württembergischen Ulm, das direkt an der Grenze zu Bayern liegt. „Der Föderalismus verwirrt teilweise und mindert die Bereitschaft der Menschen, den Regeln zu folgen“, sagt Becker in der Sendung. Vorstöße wie den von Landeskultusministerin Susanne Eisenmann (CDU), die Kitas und Schulen unabhängig von den örtlichen Infektionszahlen öffnen will, kritisiert er als „Wahlkampf mithilfe der Pandemie“. Dies sei „empörend und enttäuschend“. Baden-Württemberg wählt am 14. März einen neuen Landtag.

Als „vielleicht ein gutes Zeichen“ wertet Klinikchef Werner, dass das RKI bundesweit mit 26.391 Neuinfektionen binnen 24 Stunden über 6000 Fälle weniger registriert hat als am Donnerstag der Vorwoche – wegen der Datenverzerrung durch die Feiertage „müssen wir das aber beobachten“, mahnt Werner. Das RKI meldet zudem 1070 weitere Tote im Zusammenhang mit dem Sars-CoV-2-Virus. Im Uniklinikum Essen sind seit gestern drei weitere Patienten am oder mit dem Coronavirus verstorben. Aktuell sind dort 125 Covid-19-Patienten in Behandlung, 45 davon liegen auf der Intensivstation – darunter auch „Allerschwerstkranke“, berichtet der Mediziner.

Bei „19 – die DUB Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Am Freitag, den 8. Januar, ist als weiterer Experte der Chef-Virologe des Uniklinikums Essen, Professor Ulf Dittmer, mit dabei. Start ist wie immer um 10 Uhr. Jeder kann via Zoom teilnehmen – einfach auf diesen Link klicken: https://dub-magazin.de/chefvisite-zoom/

06.01.2021

Essener Klinikchef: Warnung vor Virusmutation

Ausbreitung der Variante aus England könnte Neuinfektionen hochtreiben, Appell: Medizinstudenten möglichst rasch impfen, bei Särgen droht ein Lieferengpass Mehr
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„Wir wissen nicht, wie hoch die Dunkelziffer ist“: Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, fordert, die Ausbreitung der von England ausgehenden Mutation des Coronavirus in Deutschland schnell wissenschaftlich zu untersuchen. „Wir können mit den aktuellen Nachweisverfahren gar nicht wissen, ob und wo es sich bei uns schon verbreitet hat“, sagt Werner bei „19 – die DUB Chefvisite“. Eine schnelle Ausbreitung der B 1.1.7 genannten Variante könne aber „ein Grund für die aktuell hohen Infektionszahlen sein“, warnt der Mediziner.

Im Uniklinikum Essen werden zurzeit 130 Patienten wegen Covid-19 behandelt, 46 davon auf der Intensivstation – 9 sind so schwer erkrankt, dass sie laut Werner ein maschinelles Lungenersatzverfahren benötigen. Seit gestern sind in seinem Haus weitere drei Patienten im Zusammenhang mit dem Sars-CoV-2-Virus verstorben. Bundesweit registrierte das RKI 1019 Sterbefälle – „die zweithöchste Zahl bis jetzt“, so der Klinikchef. Zudem wurden 21.237 Neuinfektionen registriert. Dieser Wert könne aber wegen der Verzerrung durch die Feiertage „erst nächste Woche besser beurteilt werden“, sagt Werner.

Dennoch spricht er von einer „sehr hohen Zahl“ und fordert wegen der dünnen Personaldecke, auch Medizinstudenten möglichst rasch zu impfen – sonst drohten Nachwuchsprobleme: „Medizin ist kein Fernstudium“, so der Professor, „da muss man mal jemanden anfassen.“ Marvin Droste, der an der Uni Duisburg-Essen Medizin studiert, sorgt sich in der Sendung um den praktischen Teil seiner Ausbildung: Diese sei „eigentlich ganz dicht am Menschen – jetzt sitze ich vor dem Computer“. Von einer „absoluten Ausnahmesituation“ bei Bestattern berichtet Jonas Miebach von der Funeria Trauerhilfe. Seine Befürchtung angesichts der vielen Todesfälle: „Geht das so weiter, kann es Lieferengpässen bei Särgen geben.“

Bei „19 – die DUB Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Am Donnerstag, den 7. Januar, als Talk-Gast dabei: Ulrich Becker, Chefredakteur der SÜDWEST PRESSE aus Ulm. Los geht es wie gewohnt um 10 Uhr, jeder kann via Zoom live mitmachen – einfach auf diesen Link klicken: https://dub-magazin.de/chefvisite-zoom/

05.01.2021

Oberärztin der Essener Notaufnahme: Morddrohungen

„Hilferuf“ von Medizin-Bloggerin Dr. Carola Holzner, „Doc Caro“: „Wir sind mehr wert als Geklatsche und Streichwurst“, Medizinerin von spätem Impftermin „irritiert“ Mehr
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Morddrohungen von Corona-Leugnern erhält die Oberärztin der Notaufnahme der Uniklinik Essen, Dr. Carola Holzner, auf ihrer Facebook-Seite, wo sie als „Doc Caro“ über ihre Pandemie-Erfahrungen bloggt. „Beschimpfungen und einen Shitstorm in diesem Ausmaß habe ich nicht erwartet“, sagt Holzner bei „19 – die DUB Chefvisite“. Viele ließen sich von der Anonymität des Internets zu Beleidigungen verleiten, berichtet die Medizinerin. Sie spüre aber auch einen „unheimlich hohen Informationsbedarf“ und erfahre viel Zuspruch. Holzner zeigt sich „irritiert“, dass sie als „Covid-Versorgerin an der Front“ zunächst keinen Termin für ihre Impfung erhalten habe. Dabei sei medizinisches Personal in der Impfkampagne genauso hoch priorisiert wie die Bewohner von Alten- und Pflegeheimen.

Der Offene Brief, den sie deswegen an NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) geschrieben hat, will sie als „Appell und Hilferuf“ verstanden wissen. Aus ihrer Sicht mangelt es angesichts der Rolle der Bundesländer bei der Umsetzung der Impfungen an zentraler Koordination: „Einer muss die Großschadenslage managen“, fordert Holzner in der Sendung. Eine schnelle Impfung wäre für sie auch ein Zeichen der Wertschätzung: „Wir sind mehr wert als Geklatsche, Schokolade und Streichwurst“, sagt Holzner mit Blick auf symbolische Geschenke, die medizinisches Personal statt eines finanziellen Bonus zum Teil erhalten habe.

In der Essener Notaufnahme sieht Holzner „trotz Lockdowns keine Entlastung“. Klinikchef Professor Jochen Werner betont, dass die aktuellen RKI-Daten durch die Feiertage verzerrt seien. So habe es „zwei Tage etwas weniger Todesfälle“ gegeben – nun aber meldet das RKI bundesweit weitere 944 Verstorbene im Zusammenhang mit dem Sars-CoV-2-Virus sowie 11.897 Neuinfektionen, 995 weniger als am Dienstag der Vorwoche. Im Uniklinikum Essen werden weiterhin über 130 Covid-19-Patienten versorgt, 44 davon liegen auf der Intensivstation. Seit gestern sind dort zwei weitere Menschen am oder mit dem Coronavirus verstorben.

Bei „19 – die DUB Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Talk-Gäste am Mittwoch, den 6. Januar: Marvin Droste, Medizinstudent an der Uni Duisburg/Essen, und Jonas Miebach,

Geschäftsführer der Funeria Trauerhilfe. Start ist wie immer um 10 Uhr – via Zoom kann jeder live dabei sein: Einfach auf diesen Link klicken: https://dub-magazin.de/chefvisite-zoom/

04.01.2021

Essener Klinikchef will harten Lockdown

Appell: keinen Freizeit-Wintersport!, „ernste Lage“ auf Intensivstationen, allein im Uniklinikum Essen 26 Covid-Tote seit Heiligabend. Mehr
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„Alles andere als ein harter Lockdown greift nicht“: Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, fordert verschärfte Kontaktbegrenzungen bis hin zu Ausgangsbeschränkungen. Bei „19 – die DUB Chefvisite“ zeigt sich der Mediziner entsetzt über Bilder aus Wintersportorten wie Winterberg im Sauerland, die am Wochenende wegen der vielen Tagestouristen teilweise „zugesperrt“ werden mussten: „Da fragt man sich: Was passiert da eigentlich?“ Freizeit-Wintersport und Rodelvergnügen „passen im Moment nicht“, sagt Werner und warnt vor dem hohen Infektionsrisiko.

Die Kapazitäten im Essener Uniklinikum gelangen „langsam an ihre Grenzen“: „Die Lage ist ernst und spitzt sich zu“, fasst der Krankenhauschef zusammen. Aktuell werden in den vier Intensivstationen des Klinikverbundes 47 Patienten wegen Covid-19 versorgt, insgesamt sind im Uniklinikum 121 mit dem Sars-CoV-2-Virus Infizierte in Behandlung. Seit dem 24. Dezember ist allein dort im Zusammenhang mit Corona die „enorm hohe Anzahl“ von 26 Patienten verstorben, berichtet Werner. Bundesweit meldet das RKI 302 weitere Todesfälle, damit nähert sich die Zahl der Covid-Toten der Marke von 35.000. Die Neuinfektionen liegen laut Behörde mit 9847 Fällen um über 1000 unter dem Wert des Montags der Vorwoche, jedoch dürften die Daten wegen der Feiertage verzerrt sein.

Trotzdem blickt der Sportfotograf Alexander Hassenstein optimistisch ins neue Jahr. In seinem Beruf hat er gelernt: „Es gibt eine zweite Halbzeit, eine zweite Chance“, sagt er in der Sendung. Auch ihn bedrückt die „Symbolkraft“, wenn er etwa die leeren Ränge der Münchner Allianz-Arena fotografiert. Hoffnung macht Hassenstein aber die Aussicht auf die Olympischen Spiele in Tokio und die Fußball-Europameisterschaft im Sommer.

Bei „19 – die DUB Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Am Dienstag, den 5. Januar, als Talk-Gast dabei: Dr. Carola Holzner, leitende Oberärztin am Zentrum für Notfallmedizin der Uniklinik Essen. Los geht’s wie immer um 10 Uhr, jeder kann via Zoom dabei sein – einfach auf diesen Link klicken: https://dub-magazin.de/chefvisite-zoom/

24.12.2020

Essener Klinikchef fordert „Reise-Lockdown zu Ostern“

Osterferien 2021 sollten keine Reisezeit sein, Urlauber könnten mutierte Corona-Varianten mit nach Deutschland bringen, Warnung: Impfstoffmangel bringt „Unfrieden“. Mehr
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„Ich hoffe, die Politik hat aus dem Sommer und dem Winter gelernt“: Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, fordert einen „Reise-Lockdown zu Ostern“. Bei „19 – die DUB Chefvisite“ mahnt Werner, „wirklich Maßnahmen zu ergreifen und zu sagen: Osterferien sind keine Reisezeit.“ Der Mediziner erwartet, dass wegen des wärmeren Wetters zu Frühlingsanfang die Infektionszahlen sinken – fürchtet aber, dass die Menschen dann leichtsinniger mit den Schutzmaßnahmen umgehen. Werner erinnert an die Reiserückkehrer in diesem Sommer – 2021 könnten diese „vielleicht mutierte Formen des Virus mit nach Deutschland bringen“, warnt er.

Positiv wertet Werner den bevorstehenden Start der Impfkampagne. Schwierig wird es aus seiner Sicht allerdings, „wenn die Leute geimpft werden wollen, aber der Impfstoff noch nicht da ist“. Sein Rat: „Geduld zeigen! Wer dran ist, ist dran.“ Dennoch vermutet der Klinikchef, dass „wir einigen Unfrieden erleben werden“: „Wir wollen alle einen guten Sommer haben.“ Dieser müsse aber genutzt werden, „um bei den Infektionszahlen zur Ruhe zu kommen“, so der Klinikchef.

Bei „19 – die DUB Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Die erste Sendung im neuen Jahr startet am Montag, den 4. Januar 2021, wie gewohnt um 10 Uhr. Dabei sein kann jeder via Zoom – einfach auf diesen Link klicken: https://dub-magazin.de/chefvisite-zoom/

23.12.2020

Schwangere mit Restrisiko bei Corona-Impfung

In der Schwangerschaft gehäuft schwere Covid-19-Verläufe, Impfung und wärmeres Wetter können Infektionszahlen senken, Hersteller arbeiten an kühlschranktauglichem Impfstoff Mehr
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„Ein Restrisiko bleibt“: Laut dem Aufsichtsrat des Impfstoffentwicklers CureVac, Friedrich von Bohlen, liegen keine ausreichenden Daten über die Verträglichkeit einer Corona-Impfung in der Schwangerschaft vor. „Es gibt noch kein Baby, dass die Impfung durchgemacht hat“, stellt er bei „19 – die DUB Chefvisite“ klar. Keine Schwangere habe an den Zulassungsstudien der Impfstoffe teilgenommen. Vom Wirkungsmechanismus der Impfung her sind aus seiner Sicht aber kaum Probleme zu erwarten. Das sieht der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, ähnlich. Er rät Schwangeren daher, sich eng mit dem Hausarzt abzustimmen. Denn: „Schwangere Covid-19-Patientinnen haben gehäuft mit schweren Verläufen zu kämpfen“, so der Mediziner.

„Wenn Opa geimpft ist, dann können wir ihn auch wieder im privaten Raum umarmen“: Der Chefvirologe des Essener Uniklinikums, Professor Ulf Dittmer, macht den Menschen Hoffnung auf mehr Sozialkontakte mit älteren Angehörigen, wenn die Impfkampagne läuft. In der Sondersendung betont Dittmer aber auch: „Nicht im öffentlichen Raum!“ Dort müsse sich jeder an das Abstandsgebot halten, bis die Folgen der Pandemie besser unter Kontrolle sind. Neben der Impfung ist dabei für ihn „das Wetter der andere Verbündete“: „Das Virus mag den Sommer nicht“, so Dittmer. Er hofft daher auf einen möglichst frühen und warmen Frühlingsbeginn.

Eine „völlig neue Dimension“ der Impfkampagne erwartet Stephan Hofmeister, Vize-Vorstandschef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, wenn der Impfstoff weiterentwickelt wird und unter minus 20 Grad transport- sowie lagerfähig ist – denn dann könne in den meisten Arztpraxen geimpft werden. So wie bei der Grippe: „Dagegen haben wir jetzt in sechs Wochen 20 Millionen Patienten geimpft“, so Hofmeister. CureVac-Aufsichtsrat von Bohlen ist optimistisch: „mRNA lässt sich auch gefriertrocknen und dann sogar in heiße Weltregionen transportieren“, sagt er über den neuen Impfstoff. Diesen wollen die unterschiedlichen Hersteller so weiterentwickeln, dass er auch im Kühlschrank haltbar ist. „Da sind alle dran“, betont von Bohlen.

Bei „19 – die DUB Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Am morgigen Heiligabend startet die Sendung wie gewohnt um 10 Uhr, dieses Mal mit einem Ausblick auf das Pandemiejahr 2021. Jeder kann via Zoom dabei sein – einfach auf diesen Link klicken: https://dub-magazin.de/chefvisite-zoom/

23.12.2020

Essener Klinikchef: Auslandsreisende handeln unsolidarisch

Impfen soll auch gegen neue Coronavirus-Variante helfen, Belegung der Essener Intensivstation „unverändert hoch“, Kommunikationsexperte rät Politik zu einfacher Sprache. Mehr
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„Urlaubszeit bedeutet auch zusätzliche Testzeit“: Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, hält Auslandsreisen in Pandemiezeiten für unsolidarisch. Bei „19 – die DUB Chefvisite“ kritisiert Werner, dass durch zusätzliche Corona-Test für Rückkehrer aus Risikogebieten, wie sie Bayern jetzt eingeführt hat, diese Kapazitäten „anderen Bürgerinnen und Bürgern vorenthalten werden“. Der Mediziner appelliert an alle, sich impfen zu lassen. Es gebe zwar keinen 100-prozentigen Schutz, aber: „Die Impfung erwischt die allermeisten Viren.“ Spezialisten gingen zudem davon aus, dass sie auch gegen die neue Variante von Sars-CoV-2 aus England helfe.

„Unverändert hoch“ nennt der Klinikchef die Zahl der Intensivpatienten in seinem Haus: Von insgesamt 130 wegen Covid-19 Behandelten liegen 41 auf der Intensivstation. Seit gestern sind dort zwei weitere Menschen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben. Ob der Lockdown schon Wirkung zeigt, ist laut Werner wegen einer Datenpanne in der Vorwoche schwierig zu beurteilen: Meldete das RKI noch gestern bundesweit binnen 24 Stunden rund 5000 mehr Neuinfektionen mehr als am Dienstag vor einer Woche, sind es heute in diesem Vergleich etwa 3000 weniger. Insgesamt berichtet das RKI von 24.740 neuen Fällen sowie 962 an oder mit Covid-19 Verstorbenen, zehn mehr als am Mittwoch der Vorwoche.

„Politik darf die Bürger nicht überfordern“, stellt Kommunikationsexperte Raphael Brinkert, der im Bundestagswahlkampf für SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz arbeitet, in der Sendung fest. Daher sei diese „manchmal gut beraten, die Wahrheit in Dosen zu verabreichen wie bei einer Impfung“. Aber entscheidend ist für ihn eine „einfache und verständliche Sprache“, die „nicht zu komplex“ sein dürfe. So findet Brinkert, die AHA-Regeln würden nicht immer gut kommuniziert: „Zu wenig unterhaltsam und kreativ“, lautet sein Urteil.

Bei „19 – die DUB Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Am morgigen Heiligabend startet die Sendung wie gewohnt um 10 Uhr, dieses Mal mit einem Ausblick auf das Pandemiejahr 2021. Jeder kann via Zoom dabei sein – einfach auf diesen Link klicken: https://dub-magazin.de/chefvisite-zoom/

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22.12.2020

Essener Klinikchef: Corona-Mutation bringt Kinder in Gefahr

„Scharfe Quarantäne-Regelungen“ für Reiserückkehrer gefordert, Anstieg bei Intensivpatienten absehbar, Paketsteuer zugunsten von Innenstädten „keine gute Idee“. Mehr
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„Das wird bei uns zu Diskussionen über Schulen und Kitas führen“: Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, sieht „Anhaltspunkte dafür, dass die Mutation des Coronavirus aus England eine höhere Neigung hat, Kinder zu infizieren“. Bei „19 – die DUB Chefvisite“ appelliert der Mediziner, die AHA-Regeln einzuhalten und möglichst nicht zu reisen – „in Deutschland und am besten ganz zu Hause bleiben“, lautet seine Empfehlung. Nach den Erfahrungen mit Reiserückkehrern im Spätsommer fordert Werner eine verpflichtende Quarantäne für Auslandsurlauber: „Scharfe Regelungen sind geboten, sonst steigt die Belastung weiter“, warnt er.

Im Uniklinikum Essen erhöht sich bereits der Druck: Aktuell werden dort 45 an Covid-19 Erkrankte auf der Intensivstation behandelt – „diese liegen länger, die Zahl wird weiter ansteigen“, fürchtet Werner. Insgesamt versorgt sein Haus zurzeit 135 Corona-Patienten stationär. Seit gestern sind dort drei weitere Menschen im Zusammenhang mit dem Sars-CoV-2-Virus verstorben. Bundesweit überschreitet die Zahl der Corona-Toten laut RKI nun die Schwelle von 27.000. Die Behörde meldet mit 731 Verstorbene binnen 24 Stunden 231 mehr als am Dienstag der Vorwoche. In diesem Vergleich steigt die Zahl der Neuinfizierten um 5096 auf 19.528.

Für „keine gute Idee“ hält der Kommunikationsdirektor des Versandhändlers Otto, Thomas Voigt, den Vorstoß für eine Paketsteuer auf Onlinegeschäfte, die den darbenden Innenstädten zugutekommen soll. „Das ist wie Elon Musk zu besteuern, um den Verbrennungsmotor zu retten“, sagt Voigt in der Sendung. Um die Fußgängerzonen wiederzubeleben, braucht es aus seiner Sicht „kreative Ideen statt Geld von Staat“. Bis ein Roboter dort Einkäufe erledigt, wird es nach Einschätzung von Johannes Fuchs vom Robotik-Start-up Robotise noch dauern. Sein Unternehmen konzentriert sich auf Serviceroboter, die Gäste in Hotels beliefern oder Laborproben im Krankenhaus transportieren. „Die Wirtschaftlichkeit steht im Vordergrund, aber ein bisschen Entertainment dabei erhöht die Akzeptanz“, so Fuchs in der Sendung.

Bei „19 – die DUB Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Talk-Gast am Mittwoch, den 23. Dezember: Raphael Brinkert. Der Sportvermarkter soll Olaf Scholz zum Bundeskanzler machen. Wie immer startet die Sendung um 10 Uhr, mitmachen kann jeder via Zoom – einfach auf diesen Link klicken: https://dub-magazin.de/chefvisite-zoom/

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21.12.2020

Essener Klinikchef kritisiert Auslandsurlauber

Ferienreisende „feiern mit infizierten Briten“, höchste Zahl an Covid-Intensivpatienten im Uniklinikum Essen, Hörgeräte-Unternehmer Kind fordert Aussetzung des Datenschutzes. Mehr
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„Die Bilder von den deutschen Flughäfen am Wochenende haben mich fassungslos gemacht“: Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner“, ist entsetzt über Urlaubsreisende, die dem Lockdown entfliehen wollen. Diese „fliegen zu Zehntausenden in alle möglichen Länder, auf die Kanaren, nach Mallorca, wo sie gemeinsam mit infizierten Briten feiern“, kritisiert Werner bei „19 – die DUB Chefvisite“ vor dem Hintergrund der neuen Coronavirus-Variante, die sich von London und Südengland aus verbreitet. „Dafür haben wir alle die Zeche noch zu zahlen“, warnt der Mediziner. „Das Personal im Gesundheitswesen riskiert täglich das eigene Leben, während andere so tun, als sei alles normal – Solidarität sieht anders aus!“

Die Belastung nimmt im Essener Uniklinikum zu: Aktuell werden dort 44 Covid-19-Patienten auf der Intensivstation behandelt – „die bislang höchste Zahl für dieses Krankheitsbild“, so Werner. Insgesamt versorgt sein Haus 134 mit dem Sars-CoV-2-Virus Infizierte stationär. Über das Wochenende sind dort zwei weitere Menschen in Zusammenhang mit dem Coronavirus verstorben. Entspannung zeichnet sich nicht ab: Das RKI meldet bundesweit 16.643 neue Fälle binnen 24 Stunden, 281 mehr als am Montag der Vorwoche. Die Zahl der Todesopfer steigt um 226 auf nunmehr insgesamt 26.275.

Die „analoge Bearbeitung der Pandemie“ in Deutschland kritisiert der Hörgeräte-Unternehmer Martin Kind in der Sendung. In Asien werde das Coronavirus digitaler und erfolgreicher bekämpft. „Bei uns scheitert das am Datenschutz. Den müssen wir temporär aussetzen, damit wir handlungsfähig sind“, lautet Kinds Forderung. Denn durch den zweiten deutschen Lockdown steigt das Risiko von Unternehmensinsolvenzen „deutlich“, so der Manager – auch im Profifußball, für den der Geschäftsführer der Lizenzspielerabteilung des Zweitligisten Hannover 96 Pleiten „nicht ausschließen“ will.

Bei „19 – die DUB Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Am Dienstag, den 22. Dezember, ist als Talk-Gast der Europachef der Fluggesellschaft Emirates, Volker Greiner, mit dabei. Los geht es wie immer um 10 Uhr – jeder kann via Zoom mitmachen. Einfach auf diesen Link klicken: https://dub-magazin.de/chefvisite-zoom/

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18.12.2020

Essener Klinikchef warnt vor Panikmache bei Patientenversorgung

Trotz Covid-19 werden auch andere Erkrankte versorgt, deutschlandweit mehr als 30.000 Neuinfizierte binnen 24 Stunden, bei reiner Homeoffice-Arbeit droht „blaues Wunder“. Mehr
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„Angst ist kein guter Berater in Krisenzeiten“: Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, warnt vor Panikmache bei der Patientenversorgung. „Die meisten Krankenhäuser sind nicht in einem Panikmodus“, betont der Mediziner bei „19 – die DUB Chefvisite“. Sein Haus halte „eine zwar reduzierte, aber immer noch relevante Funktionalität“ für Menschen mit anderen Erkrankungen vor – obwohl die Essener Klinik „eine der höchsten Zahlen an Covid-19-Patienten in Deutschland“ verzeichne. Kurzfristige Engpässe seien zurzeit „immer auf eine Stadt bezogen“, Patienten würden nötigenfalls in andere Kliniken verlegt, so Werner.

Die heutigen RKI-Zahlen nennt Werner „durch eine Übertragungspanne in Baden-Württemberg verzerrt“. Aber: „Egal, wie man es rechnet, es sind über 30.000 Neuinfektionen an einem Tag und damit ein neuer Höchststand.“ Offiziell meldet die Behörde bundesweit 33.777 neue Fälle binnen 24 Stunden und 813 Tote im Zusammenhang mit dem Sars-CoV-2-Virus. Im Essener Uniklinikum sind aktuell 131 Covid-19-Patienten in Behandlung, 37 davon auf der Intensivstation. Seit gestern sind dort drei weitere Menschen am oder mit dem Coronavirus verstorben.

„Unsere Vermögensberater haben so viel zu tun wie nie zuvor“, berichtet Helge Lach, Vorstandsmitglied bei der Deutschen Vermögensberatung DVAG, in der Sendung. Sie müssten zum Beispiel bei Kunden, die in Kurzarbeit sind, Lebensversicherungsbeiträge anpassen. Andere Kunden hätten Unterstützung gebraucht, etwa weil sie den Börsenabsturz zum Einstieg in Aktien nutzen wollten. Angesichts der großen Nachfrage in der Bevölkerung nach mobiler Beratung freut sich Lach, dass inzwischen viele Kundenberater von Banken und Sparkassen zur DVAG wechseln. Nach der Pandemie erwartet er ein allgemeines Abflauen des aktuellen Homeoffice-Trends: „Menschen brauchen Menschen, Kollegen. Das Büro ist eine tragende Säule des Soziallebens“, ist Lach überzeugt. „Unternehmen, die voll aufs Homeoffice setzen, könnten ihr blaues Wunder erleben“, sagt er.

Bei „19 – die DUB Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Talk-Gast am Montag, den 21. Dezember: Martin Kind, Hörgeräte-Unternehmer und Fußball-Investor aus Hannover. Start ist wie immer um 10 Uhr. Mitmachen kann jeder via Zoom – einfach auf diesen Link klicken: https://dub-magazin.de/chefvisite-zoom/

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17.12.2020

Trigema-Chef: „Gute Unternehmer rufen nicht nach dem Staat“

Wolfgang Grupp: „Flexibilität am Standort Deutschland“ nötig, Impfvorbereitungen laufen in Essener Uniklinik auf Hochtouren, beim Thema Impfung „kommt Dynamik rein“. Mehr
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„Gute Unternehmer rufen nicht nach dem Staat“: Für den Chef des Textilherstellers Trigema, Wolfgang Grupp, müssen Unternehmer vor allem Probleme lösen und sich nicht auf finanzielle Unterstützung durch andere verlassen. Bei „19 – die DUB Chefvisite“ nennt der Familienunternehmer als Knackpunkte „schnelle Entscheidungen, Anpassungsfähigkeit und eine kleine Verwaltung“, kurz: „Flexibilität am Standort Deutschland“. So konnte er seine Produktion im Frühjahr rasch auf Masken umstellen, als diese Mangelware waren.

Auf Hochtouren laufen in der Essener Uniklinik die Vorbereitungen für die Impfung des medizinischen Personals. „Wenn wir grünes Licht von der europäischen Zulassungsbehörde EMA haben, geht es los“, sagt Vorstandschef Professor Jochen Werner in der Sendung. Die nötige Freigabe könnte schon am kommenden Montag erfolgen, die Impfung in Senioreneinrichtungen nach Weihnachten starten. Mut macht Werner, dass in Großbritannien binnen einer Woche bereits 150.000 Menschen behandelt wurden – „obwohl die eingerichteten Massenimpfzentren den Betrieb noch gar nicht aufgenommen haben“: „Da kommt Dynamik rein“, so der Mediziner.

Werner betont, dass sich vor allem Ältere schützen sollten: Unter den vielen Covid-19-Toten waren zuletzt „weit überwiegend“ Senioren. Bundesweit sind laut RKI binnen 24 Stunden 698 Menschen am oder mit dem Sars-CoV-2-Virus verstorben, 258 mehr als am Donnerstag der Vorwoche. Mit 26.923 Neuinfektionen liegt die Zahl der Betroffenen in diesem Vergleich um 3244 höher. Die Essener Uniklinik behandelt aktuell 134 Covid-19-Erkrankte, 38 davon auf der Intensivstation. Seit gestern sind dort drei weitere Patienten im Zusammenhang mit dem Coronavirus verstorben.

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16.12.2020

Altenpflege: „Impfschutz im Doppelpack“

Essener Klinikchef will Seniorenpflegekräfte gleich mitimpfen lassen, er beklagt einen „traurigen Rekord“ in seinem Haus, politischer „Fokus auf Investitionen und Infrastruktur“ gefordert. Mehr
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„Altenpflege braucht Impfschutz im Doppelpack“: Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, appelliert an Seniorenpflegekräfte, sich „gemeinsam und zeitgleich mit den ihnen anvertrauten alten Menschen impfen zu lassen“. „Das erspart Wege und Zeit“, sagt Werner bei „19 – die DUB Chefvisite“. Der Mediziner sieht eine „gewisse moralische Pflicht“ beim Personal von Senioreneinrichtungen, sich selbst ebenso wie Ältere gegen das Coronavirus zu schützen. Schließlich sei es „großartig, dass es einen Impfstoff gibt“: „Das wird die Pandemie verkürzen“, so Werner.

Das scheint nötig. Denn der Klinikchef muss von einem „traurigen Rekord“ in seinem Haus berichten: „Wir haben die 1000-Patienten-Marke im Zusammenhang mit Covid-19 überschritten.“ Eine „beunruhigende Entwicklung“ sieht Werner bei der Zahl der Verstorbenen. Laut RKI-Daten sind bundesweit 952 Tote binnen 24 Stunden zu beklagen – ein neuer Höchstwert. Die Behörde meldet zudem 27.728 Neuinfektionen, 6913 mehr als am Mittwoch der Vorwoche. Im Essener Uniklinikum sind seit gestern vier weitere Patienten an oder mit dem Sars-CoV-2-Virus gestorben. Aktuell werden dort 136 Covid-19-Fälle behandelt, 38 davon auf der Intensivstation.

„Der Blick in die Zukunft hat gefehlt“: Die Unternehmerin Marie-Christine Ostermann beklagt in der Sendung, dass es in der Politik der letzten Jahre mehr um Verteilungs- als um Zukunftsfragen gegangen sei. „Wir brauchen einen Fokus auf Investitionen und Infrastruktur“, fordert die Chefin des Gastronomiezulieferers Rullko aus Hamm. Zudem fehlt ihr eine Langfriststrategie. Über diese sollte öffentlich in den Parlamenten debattiert und nicht „nur in Hinterzimmerrunden entschieden werden“, sagt Ostermann mit Blick auf die Ministerpräsidententreffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel: „Das darf auf keinen Fall so bleiben.“

Achtung: Live-Sondersendung zur Corona-Impfung am Mittwoch, den 23. Dezember, um 13 Uhr – Sie fragen, wir antworten!

15.12.2020

Panik vor Pleiten in der Wirtschaft wächst

Ausfall der Weihnachtsgeschäfts bereitet „schlaflose Nächte“, Essener Klinikchef appelliert an Impfbereitschaft, „immenser wirtschaftlicher Schaden“ bei Borussia Dortmund. Mehr
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„Die Panik nimmt zu“: In der deutschen Wirtschaft wächst die Angst vor Pleiten wegen des ausfallenden Weihnachtsgeschäfts, berichtet der Verleger des DUB UNTERNEHMER-Magazin, Jens de Buhr, bei „19 – die DUB Chefvisite“: „Manche Unternehmer haben schlaflose Nächte und wissen nicht, wie es weitergehen soll.“ Morgen müssen im Zuge des verschärften Lockdowns alle Läden schließen. Ausgenommen ist nur, wer Güter des täglichen Bedarfs anbietet. „Das wird vor allem den Internetriesen nutzen, in den Fußgängerzonen droht ein Desaster“, so de Buhr.

Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, appelliert in der Sendung an die Bevölkerung, sich impfen zu lassen. „Wir brauchen eine hohe Impfbereitschaft“, sagt der Mediziner. Das dazu nötige Vertrauen könne „nur mit erreichbaren Zielen und einer langfristigen Strategie, die wir nicht wöchentlich in Frage stellen“ aufgebaut werden, so der Mediziner. Werner stört sich an der „dauernden Kritisiererei, weil wir Entscheidungen in der Vergangenheit momentan nicht verändern können und das in der Zukunft Liegende schlecht reden“.

Keine Entspannung signalisieren die RKI-Daten: Bundesweit wurden binnen 24 Stunden mit 14.432 Neuinfektionen 378 mehr Fälle gemeldet als am Dienstag der Vorwoche. Die Zahl der Toten im Zusammenhang mit dem Sars-CoV-2-Virus erhöhte sich in diesem Vergleich um 77 auf 500. Im Essener Klinikum ist seit gestern ein weiterer Covid-19-Patient verstorben. Aktuell werden dort 140 Menschen wegen einer Corona-Infektion behandelt, davon 41 auf der Intensivstation.

Auch der Profi-Fußball hofft auf eine Impfung und die Rückkehr der Fans in die Stadien – der Geschäftsführer von Borussia Dortmund, Carsten Cramer, will in der Sendung aber „keine Erwartungshaltung“ wecken. Allein die Politik entscheide: „Wir müssen auf den Doppelpass warten, anstatt den ersten Ball zu spielen“, so Cramer. Der wirtschaftliche Schaden leerer Ränge sei beim BVB „immens, jenseits der fünf Millionen Euro pro Heimspiel“. Schadenfreude über die angespannte Finanzlage beim Revier-Rivalen Schalke 04 verbietet sich für Cramer: „Bei aller Frotzelei, das wünscht man niemand“, so der Geschäftsführer. „Man ist besser beraten, auf sich selbst zu schauen, statt über andere zu reden.“

Achtung: Live-Sondersendung zur Corona-Impfung am Mittwoch, den 23.Dezember, um 13 Uhr – Sie fragen, wir antworten!

14.12.2020

Essener Klinikchef zu Weihnachts-Lockerungen: „Inakzeptabel“

Festtage könnten Superspreader-Events werden, medizinisches Personal in Essen „extrem belastet“, Corona-App kritisiert: „Viel Geld für wenig Leistung“. Mehr
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„Winterschlaf mit Unterbrechung“: Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, kritisiert die über die Weihnachtstage geplanten Ausnahmen von den verschärften Anti-Corona-Maßnahmen. Diese nennt Werner bei „19 – die DUB Chefvisite“ aus Sicht eines großen Krankenhauses „schlichtweg inakzeptabel“. Der Mediziner fürchtet, dass die Möglichkeit zu größeren Familientreffen an Weihnachten sogar mehrfach am Tag genutzt werden könnte. So droht das Fest zum Superspreader-Event. Das würde nicht nur mehr neue Covid-19-Fälle bedeuten, sondern auch Klinikkapazitäten binden, die dann nicht für andere Patienten zur Verfügung stünden: „Das sind die Leidtragenden“, warnt Werner.

Ob die verschärften Maßnahmen greifen, wird sich laut dem Mediziner erst Mitte Januar beurteilen lassen. Werner fordert daher mehr Funktionen bei der Corona-App. Ein Umbau der App reicht ihm nicht: „Das geht nur neu.“ Sein Grundsatz dabei: „Gesundheitsschutz geht vor Datenschutz“ – weil die Pandemie „nicht nur die Volksgesundheit, sondern auch die Volkswirtschaft zutiefst schädigt“. Auch Tobias Schlösser, Geschäftsführer beim Sparkassen-Finanzportal und damit verantwortlich für die Digitalisierung der Gruppe, kritisiert in der Sendung die rund 68 Millionen Euro teure App: „Zu viel Geld für zu wenig Leistung“, lautet sein Urteil. Insgesamt begrüßt er aber den Digitalisierungsschub durch Corona, der sich „langfristig bestätigen“ wird. Die Sparkassen-Gruppe sieht er für diese digitale Zukunft gut aufgestellt: „Wir holen auf“, sagt Schlösser.

Am Wochenende gab es bei den Essener Medizinern einen „sehr intensiven Notfallbetrieb“, berichtet Klinikchef Werner: „Das hängt damit zusammen, dass sich manche Krankenhäuser von der Notfall- und Intensivversorgung abgemeldet haben.“ Dies belastet das medizinische Personal „extrem“. Aktuell werden im Uniklinikum 135 Covid-19-Patienten behandelt, 41 liegen auf der Intensivstation. Dort sind zudem vier weitere Verstorbene im Zusammenhang mit dem Sars-CoV-2-Virus zu beklagen. Das RKI meldet bundesweit 188 Tote und 16.362 Neuinfizierte – 4030 mehr als am Montag der Vorwoche.

Achtung: Live-Sondersendung zur Corona-Impfung am Mittwoch, den 23. Dezember, um 13 Uhr – Sie fragen, wir antworten!

11.12.2020

Essener Chef-Virologe: Nur mit FFP2-Maske Weihnachten feiern

Silvester-Partys sollten ausfallen, Appell: „Deutlich mehr Homeoffice!“, angespannte Lage in Kliniken. Mehr
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„Weihachten nur im kleinen Familienkreis feiern und mit FFP2-Maske“ – das rät der Essener Chef-Virologe, Professor Dr. Ulf Dittmer, bei geplanten Besuchen der Großeltern zum Fest. Mit diesem Corona-Schutz könne Weihnachten stattfinden, so Dittmer bei „19 – die DUB Chefvisite“, wenn auch anders als gewohnt. Dagegen sollte „Silvester ausfallen“, sagt der Experte: „Keine Partys. Ende. Aus.“ Andernfalls droht laut Dittmer, ein weiterer Anstieg der Neuinfektionen, die nach einer stabilen Phase aktuell zunehmen. Um die Pandemie zu überwinden, müssten diese aber exponentiell fallen: „Die Kurve muss runtergehen wie im letzten Frühjahr“, mahnt Dittmer. Erst dann dürfe der Lockdown gelockert werden.

Entscheidend ist für ihn, alle Kontakte zu vermeiden, bei denen nicht ständig ein Mund-Nase-Schutz getragen werden kann. Kunden in Ladengeschäften sind dabei nicht das größte Problem – Dittmer denkt eher an Bahnreisende, die zwischendurch trinken müssen, und vor allem die Pausen auf der Arbeit. Deshalb sein Appell: „Deutlich mehr Homeoffice!“ Er erinnert zugleich an die bekannten Risiken bei privaten Feiern, auf denen ebenfalls nicht alle konsequent die Maske korrekt tragen.

Die Lage im Gesundheitswesen ist deutlich angespannt – und wird sich noch verschärfen. Der Vorstandschef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, blickt mit Sorge auch auf die Belegung der umliegenden Krankenhäuser. Die Kapazitätenfrage „wird uns nächste Woche noch mehr beschäftigen“, warnt Werner in der Sendung. Dabei sind schon die aktuellen Zahlen alarmierend. Das RKI meldet bundesweit 29.875 Neuinfektionen binnen 24 Stunden – 6426 mehr als am Donnerstag und ein neuer Höchstwert. Der wurde mit 598 Verstorbenen auch bei den Totenzahlen im Zusammenhang mit dem Sars-CoV-2-Virus erreicht. Zwei Covid-19-Patienten starben seit gestern in der Essener Klinik. Dort sind zurzeit 123 Corona-Infizierte in Behandlung, davon 35 auf der Intensivstation.

Achtung: Live-Sondersendung zur Corona-Impfung am Mittwoch, den 23.Dezember, um 13 Uhr – Sie fragen, wir antworten!

10.12.2020

Essener Klinikchef sieht keine Impf-Gefahr

Schnelltest vor Familientreffen an Weihnachten ratsam, wohl mehr Tote durch Corona als durch Grippewelle, Neuinfektionen erreichen Höchststand. Mehr
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„Es gibt keinen Hinweis auf außergewöhnliche Nebenwirkungen“: Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, hält den Corona-Impfstoff für ungefährlich. Bei „19 – die DUB Chefvisite“ betont der Mediziner, dass allergische Reaktionen, wie es sie in Großbritannien gab, auch bei anderen Impfungen auftreten können. „Der größte Fehler wäre es jetzt, Einzelberichte zu sehr aufzubauschen“, warnt Werner. Er rät zudem zu einem vorherigen Corona-Schnelltest, ehe es an Weihnachten zu Oma und Opa geht. Ein Test gebe „mehr Sicherheit, wenn auch nicht zu 100 Prozent“.

Sorgen bereitet Werner, dass in Deutschland die „Schallmauer von 20.000 Toten“ in Zusammenhang mit Covid-19 durchbrochen ist – die Zahl der Pandemie-Opfer wird „deutlich“ die von rund 27.000 Verstorbenen in der schweren Grippewelle 2017/18 übersteigen, fürchtet er. Das RKI meldet 440 weitere Tote binnen 24 Stunden und mit 23.679 Neuinfektionen zugleich einen neuen Höchstwert sowie 1633 mehr als am Donnerstag der Vorwoche. Im Essener Klinikum ist seit gestern kein Covid-19-Patient verstorben – „etwas ganz Positives“, so Werner. Dort werden aktuell 127 Corona-Infizierte behandelt, davon 37 auf der Intensivstation.

Corona hat das Flirten „nicht einfacher gemacht“ – die Expertin für Partnersuche, Nina Deißler, empfiehlt Internet-Tools zum Kennenlernen in der Pandemie. „Nutzt Videochats, wenn ihr im Online-Dating unterwegs seid“, sagt sie in der Sendung. Damit lässt sich leichter ein erster Eindruck vom Date gewinnen als mit „anderthalb Meter Abstand und halb verdecktem Gesicht“. So könne man prüfen, ob der Traumpartner wirklich passen könnte, „bevor man in die nächste Stadt fährt, um sich auf einen Kaffee zu treffen“.

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09.12.2020

Psychologie-Professor: „Kinder leiden“

Experte beklagt Aggressivität im Supermarkt, Essener Klinikchef sieht Maskentragen als „Zeichen gegen Egoismus“, bundesweit mehr Corona-Tote denn je. Mehr
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„Kinder leiden“: In der Corona-Krise „müssen wir die Kinder im Blick haben“, mahnt der Leiter der Klinik für psychosomatische Medizin und Psychotherapie am LVR-Klinikum Essen, Professor Dr. Martin Teufel, bei „19 – die DUB Chefvisite“. Er setzt darauf, Familien zu informieren und so ihre Kompetenzen zu stärken. Teufel ist zuversichtlich, dass das gelingt: „Die Krise wird uns reifer machen.“ In der Pandemie beobachtet er zwei Handlungsmuster: Einerseits zeige sich „mehr Solidarität“, etwa beim Einkaufen für Ältere. Andererseits wachse der Egoismus, der sich zum Beispiel im Hamstern von Klopapier oder Mehl äußere – dann sei im Supermarkt „Aggressivität da“, so Teufel.

Ein „klares Zeichen der Solidarität und gegen Egoismus“ ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes für den Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner. Angesichts der vielen Menschen, die noch immer ohne Maske unterwegs sind, warnt er: „Wir dürfen vor lauter Fokussierung auf die erwarteten Impfungen auf keinen Fall eine Lockerung des Alltagsmaskengebotes zulassen.“ AHA-Regeln und Stoßlüften „werden uns noch viele Monate begleiten“, betont der Mediziner in der Sendung. Werner hält es zwar für möglich, im Januar mit der Impfung zu starten. Der Experte betont aber, dass zuerst gefährdete Gruppen an der Reihe sind – die Immunisierung werde „schrittweise umgesetzt, ohne Ungeduld“.

Die neuesten RKI-Daten sprechen für Werner eine „eindeutige Sprache“, warum die Schutzmaßnahmen eingehalten werden müssen: Mit bundesweit 590 an oder mit Covid-19 Verstorbenen binnen 24 Stunden ist ein neuer Höchststand erreicht – die Zahl der Neuinfektionen liegt mit 20.815 um 3545 über der vom Mittwoch der Vorwoche. Auch in der Essener Klinik hat die Zahl der Corona-Patienten auf aktuell 131 zugenommen. Davon werden 37 auf der Intensivstation behandelt. Seit gestern sind dort vier weitere Tote im Zusammenhang mit dem Sars-CoV-2-Virus zu beklagen.

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08.12.2020

Essener Klinikchef: Silvester-Lockerungen „nicht nachvollziehbar“

Forderung: Auch Schwerkranke rasch impfen, viele Hausärzte arbeiten nahe der Belastungsgrenze, Uniklinik spürt „leichte Druckzunahme“ bei Kapazitäten. Mehr
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„Absurd“: Lockdown-Lockerungen zu Silvester hält der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, für „nicht nachvollziehbar“. Bei „19 – die DUB Chefvisite“ betont der Mediziner, dass Partys zum Jahreswechsel „immer Begleitschäden“ haben, die das Gesundheitssystem noch stärker belasten. Auch der Chefredakteur der Berliner Zentralredaktion der Funke-Mediengruppe, Jörg Quoos, sieht in der aktuellen Debatte um die Anti-Corona-Maßnahmen „große Chancen, dass Silvester ausfällt – vor allem die Böllerei“. Dagegen ist für Quoos die Wahrscheinlichkeit von Lockerung über Weihnachten hoch. Denn: „Dieses christliche Fest hat für die konservativ regierten Bundesländer eine ganz andere Bedeutung.“

Klinikchef Werner fordert, bei der Reihenfolge der Risikogruppen für die anstehende Impfung Schwerkranke höher zu priorisieren. Diese würden neben Einwohnern von Seniorenheimen und medizinischem Personal „zu wenig benannt“, so der Mediziner in der Sendung. Er betont, dass für insgesamt 8,5 Millionen Gefährdete bei drei Millionen vorhandenen Impfdosen vorerst nur 1,5 Millionen immunisiert werden können, weil eine Doppelbehandlung mit dem Serum nötig ist. Werner erwartet, dass für eine „Festlegung, wer dieses Kriterium Schwerkranke erfüllt“, ein Attest erforderlich ist – wohl vom Hausarzt. Das Problem: „Ein Teil von diesen arbeitet schon heute an der Belastbarkeitsgrenze.“ Er appelliert an Betroffene, die Hausärzte „nicht schon jetzt mit Telefonanfragen zu einer noch vollkommen unklaren Situation“ zu überschütten.

Bei der Auslastung spürt das Essener Klinikum „eine leichte Druckzunahme durch Anfragen für Verlegungen“, so Werner. Aktuell werden in seinem Haus 128 Patienten wegen Covid-19 behandelt, davon liegen 39 auf der Intensivstation. Seit gestern ist ein weiterer Patient im Zusammenhang mit der Krankheit verstorben. Bundesweit nennt das RKI eine Zahl von 423 Toten binnen 24 Stunden, die Neuinfektionen liegen mit 14.054 um 450 über dem Wert des Dienstags der Vorwoche. Bei der Gesamtzahl der Todesopfer „bewegen wir uns auf die 20.000er-Grenze zu“, mahnt der Klinikchef.

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07.12.2020

Ingo Appelt warnt vor Corona-Depression

Comedy-Legende: Kultur ist „Frustrationstherapie“ in Corona-Zeiten, Theaterschließungen überdenken, „zentrale Funktion“ für Hausärzte bei Impfungen. Mehr
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Comedy-Legende Ingo Appelt hält Kultur für eine „Frustrationstherapie“ in Pandemiezeiten. „Corona macht depressiv“, sagt Appelt bei „19 – die DUB Chefvisite“: „Dagegen helfen wir in der Kultur.“ Er warnt, dass viele Menschen „gar nicht mehr rausgehen“: „Wir müssen aufpassen, dass die Leute das Ausgehen nicht verlernen.“ Die Politik ruft er auf, die Schließung des Kulturbetriebs zu überdenken. „In den Theatern ist es sicherer als in Schule oder Bahn“, so Appelt unter Verweis auf ausgefeilte Hygienekonzepte in Kultureinrichtungen. Der Comedian fordert finanzielle Unterstützungen für die Branche: „Es gibt völlig verzweifelte Kollegen, die gar nichts mehr haben. Denen muss geholfen werden“ – nicht nur Künstlern, sondern auch Veranstaltungstechnikern. Er selbst geht „kreativ mit der Situation um“ und tritt zum Beispiel bei Online-Weihnachtsfeiern oder in Autokinos auf. Für die Zukunft setzt Appelt auf mehr Schnelltests und Corona-Impfungen.

Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, sieht bei der anstehenden Massenimpfung eine „zentrale Funktion“ für die Hausärzte. „Das wird nicht alles in Impfzentren stattfinden“, so der Impfexperte in der Sendung, sondern es werde auch in Praxen geimpft. Zudem würden sich Menschen mit Sorgen und Fragen rund um die Impfung an den Hausarzt ihres Vertrauens wenden. Dieser wisse darüber hinaus meistens genauer als die Betroffenen selbst, ob sie einer Risikogruppe angehörten.

„Keine Entwarnung“ kann Werner bei den Zahlen der in Zusammenhang mit Covid-19 Verstorbenen geben. Zwar meldet das RKI zum Wochenauftakt mit bundesweit 147 Toten deutlich weniger Opfer als an den Tagen vorher. Aber: „Das hängt mit dem Meldesystem zusammen“, betont der Klinikchef und verweist darauf, dass am Wochenende nicht alle Ämter Daten übermitteln. Zudem registriert das RKI mit 12.332 Neuinfektionen 1163 mehr als am Montag der Vorwoche. Die Uniklinik Essen behandelt aktuell 122 Patienten wegen einer Corona-Infektion, 40 davon auf der Intensivstation. Über das Wochenende sind dort zwei weitere Menschen am oder mit dem Sars-CoV-2-Virus gestorben.

04.12.2020

Essener Klinikchef will Merkel als „Impf-Fluencerin“

Lackmustest: Deutschland soll Impfland werden, Ermutigung für Senioren zur Impfung / Einsparungen in Milliardenhöhe im Gesundheitswesen möglich. Mehr
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Bundeskanzlerin Angela Merkel muss „Impf-Fluencerin“ werden und so „Deutschland zum Impfland“ machen. Das fordert der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, bei „19 – die DUB Chefvisite“. Die CDU-Politikerin oder Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sollten sich selbst öffentlichkeitswirksam immunisieren lassen und so das Vorbild von drei US-Ex-Präsidenten aufgreifen. Das würde vor allem Ältere zur Impfung ermutigen, die besonderen Schutz benötigen, so Werner. „Das Impfprojekt könnte zum Lackmustest der Politik werden“, warnt der Mediziner in der Sendung. Derzeit sieht er Deutschland zwischen „kaum zu überbietenden Erwartungen“ und „Menschen, die heute schon mehr Angst vor dem Impfstoff haben als vor der Erkrankung“.

Die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit dem Coronavirus bleibt vor allem unter Senioren hoch: Das RKI registrierte binnen 24 Stunden 432 weitere Verstorbene, insgesamt sind in Deutschland nun mehr als 18.000 Tote zu beklagen. Mit 23.449 Neuinfektionen wurden zudem 643 mehr Fälle gemeldet als am Freitag der Vorwoche. Im Uniklinikum Essen werden aktuell 113 Patienten wegen Covid-19 behandelt, 38 davon auf der Intensivstation. Seit gestern sind dort weitere drei Patient an oder mit dem Sars-CoV-2-Virus gestorben.

Die konsequente Digitalisierung des Gesundheitswesens könnte die Kosten um 10 bis 15 Prozent senken: Der Gesundheitsökonom Professor Dr. David Matusiewicz nannte in der Sendung eine Summe von 4,9 Milliarden Euro, die allein „bei der Umstellung auf papierlose Kommunikation“ eingespart werden könnte. Zwar hat sich nach Matusiewicz‘ Beobachtung seit 2016 so viel getan, dass die Digitalisierung für ihn fast schon einer „Revolution des Gesundheitssystems“ gleichkommt und „Deutschland international als Vorbild dasteht“. Aber der Weg ist noch weit: Dem Experten zufolge wird derzeit in der Medizinkommunikation zu 70 Prozent Fax eingesetzt – „das wird auch noch in zehn Jahren genutzt“.

03.12.2020

Essener Klinikchef: Höchststand bei Corona-Toten

36 Prozent aller Toten starben im November mit Covid-19, „Blick in die Glaskugel“ nach Verlängerung des Teil-Lockdowns, Familientherapie per Videokonferenz. Mehr
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„Im November standen im Essener Klinikum 36 Prozent aller Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus“: Diese hohe Todesrate nennt Krankenhauschef Professor Jochen Werner bei „19 – die DUB Chefvisite“. Gestern war „seit dem 16. November erstmals ein Tag, an dem nicht mindestens ein Patient daran verstorben ist“, so Werner. Daher begrüßt er die von der Politik beschlossene Verlängerung des Teil-Lockdowns, vorerst bis zum 10. Januar 2021. Ob das ausreicht, um die Zahl der Neuinfektionen in ausreichendem Maß zu senken, wagt der Mediziner nicht vorherzusagen: „Das ist wie ein Blick in die Glaskugel.“

Auch wenn mit 110 Patienten aktuell „ein bisschen weniger“ an Covid-19 Erkrankte in der Essener Klinik behandelt werden, will Werner nicht von Entspannung sprechen: Die Zahl der Intensivpatienten bleibt mit 40 gleich – und „sie sind länger in der Klinik“. Entwarnung signalisieren auch die Zahlen des RKI nicht, bundesweit wurden 22.046 neue Fälle binnen 24 Stunden registriert. Das sind zwar 222 weniger als am Donnerstag der Vorwoche. Doch verstarben seit gestern 479 Menschen an oder mit der Infektionskrankheit: „Wir nähern uns der 500er-Grenze“, warnt Werner.

Von einem digitalen Erfolg in Krisenzeiten berichtet Regina Rumey, die Leiterin der Beratungsstelle phoenikks. Sie hilft Familien mit Therapien, wenn ein Mitglied an Krebs erkrankt ist und hat ihre Organisation „von jetzt auf gleich auf Videoberatung umgestellt“. Das erfordert zwar einen Lernprozess, aber: „Ich hätte nie gedacht, dass das so ein wirksames Medium ist“, so Rumey in der Sendung. Fahrtwege entfallen, Termine können gemacht werden, wenn die Kinder im Bett sind: Rumey ist von den Vorteilen überzeugt. „Wir werden das auch ohne Corona fortsetzen“, sagt sie, beispielsweise bei der Beratung von Klienten im Hospiz.

02.12.2020

Essener Klinikchef: Gesundheit braucht Digitalisierung

Digitale Nachrüstung „untrennbar verbunden“ mit Gesundheit von morgen, Zahl der Corona-Toten erreicht Höchststand, Impfstoff: Hoffnung für Risikogruppen. Mehr
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„Digitalisierung ist untrennbar mit der Volksgesundheit verbunden“: Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, fordert bei „19 – die DUB Chefvisite“ größere Anstrengungen bei der Digitalisierung Deutschlands. Im Gesundheitswesen sieht er ein „Verharren in alten Strukturen“. So werden etwa die täglichen RKI-Zahlen nicht „in Echtzeit“ gesammelt, sondern über die Landesgesundheitsämter an die Zentralbehörde gemeldet. Den Deutschen fehle ein digitales Bewusstsein, sagt Werner.

Die vom RKI gemeldete Zahl von bundesweit 17.270 Neuinfektionen will der Klinikchef „nicht überbewerten“, aber der Rückgang um 1363 im Vergleich zum Mittwoch der Vorwoche weist auf „eine gewisse Stabilität“ hin. Diese ist jedoch mit einer hohen Todesrate verbunden, so der Mediziner: Mit insgesamt 487 mit oder am Coronavirus Verstorbenen binnen 24 Stunden registrierte das RKI einen neuen Höchstwert. Auch das Essener Klinikum beklagt seit gestern zwei weitere Tote im Zusammenhang mit der Infektionskrankheit. Aktuell werden dort 117 Patienten wegen Covid-19 behandelt, 40 davon auf der Intensivstation.

Ein wichtiges Instrument zur Bekämpfung der Pandemie ist für die frühere Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger die Corona-Warn-App. Diese muss aus ihrer Sicht ausgebaut werden, ohne den Datenschutz aufzuweichen: „Da geht jetzt schon mehr“, sagt die FDP-Politikerin in der Sendung. Große Hoffnungen verbindet sie mit dem Impfen und glaubt, dass sich viele Bürger immunisieren lassen – insbesondere Risikogruppen. Leutheusser-Schnarrenberger erwartet, dass etwa das Angebot mobiler Impfteams für Senioreneinrichtungen sehr gut angenommen wird: „Die Bewohner sind froh, wenn sie leichter Besuch bekommen können, weil sie geimpft sind.“

01.12.2020

„Das Virus kennt kein Weihnachten“

Essener Klinikchef kritisiert Lockerungen über die Feiertage, Menschen unterschätzen Infektionsgefahr in größeren Gruppen, Patientenverfügungen können Familien helfen. Mehr
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„Das Virus kennt kein Weihnachten“: Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, sorgt sich bei „19 – die DUB Chefvisite“ wegen zu vieler Feste über die Feiertage. „Echte Schwierigkeiten“ hat Werner mit Lockerungen zu Silvester: „Das ist eine Party“, stellt er klar. Was Partys auslösen können, hat die Fastnachtszeit im Frühjahr gezeigt. Der Chefredakteur des Hamburger Abendblatts, Lars Haider, sieht in der Sendung die Weihnachtsferien als „Riesenchance“, die Infektionszahlen zu senken, wenn Kontakte vermieden werden und Urlaubreisen ausfallen. Bedenklich findet Haider, dass ab dem 23. Dezember wieder bis zu zehn Personen zusammen sein können, was vielfach genutzt werden dürfte: „Die Leute treffen sich zu zehnt – schlicht, weil es erlaubt ist“, so Haider. „Das ist wie auf der Autobahn, wo ich 250 km/h fahren darf. Aber ist es auch klug?“

Klinikchef Werner mahnt ein weiteres Thema an, das „über den Sommer in Vergessenheit geraten“ ist: „Wir müssen wieder mehr an die Älteren denken“, sagt er mit Blick auf die steigende Zahl von Todesfällen. Er hält eine Patientenverfügung für „sehr sinnvoll“, damit sich Familien nicht mit komplizierten Fragen beschäftigen müssen, „während ein Mensch im Sterben liegt“. Nachdenklich stimmt den Mediziner die „hohe Anzahl“ von 388 gestern bundesweit in Zusammenhang mit Covid-19 Verstorbenen, die das RKI meldet. Demnach wurden zwar mit 13.604 Neuinfektionen 50 weniger registriert als am Dienstag der Vorwoche. Dennoch ist die Stimmung im Essener Klinikum „zunehmend gedrückt“, so der Vorstandschef: Binnen 24 Stunden sind dort vier weitere Corona-Patienten verstorben, von aktuell 112 wegen der Krankheit Behandelten liegen 39 auf der Intensivstation.

„Erst wenn die Pandemie vorbei ist, wird man sagen können, welche Strategie die richtige war“, sagt Chefredakteur Haider auf eine Frage aus dem Chat der Sendung nach dem Sonderweg Schwedens in der Corona-Krise. Er setzt auf eine ausgewogene Berichterstattung, die alle Seiten zu Wort kommen lässt. Aber: „Man muss sich mit den Fakten auskennen“, betont Haider mit Bezug auf Kritiker „der Medien“. Diese werfen aus seiner Sicht oft klassische wie soziale Medien in einen Topf und „unterscheiden nicht zwischen FAZ und Facebook“.

30.11.2020

Essener Klinikchef fordert „klare Entscheidungen“

Digitalisierung trotz Pandemie vorantreiben, für Impf-Erfolg „gute Kommunikation und Erklärungen“ unerlässlich, Infektionszahlen „müssen weiter runter“, bevor Gastronomie wieder starten kann. Mehr
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„Nicht nur bei Covid-19 verharren“: Als seine wichtigste unternehmerische Entscheidung in der Pandemie sieht es der Chef der Essener Uniklinik an, den Wandel seines Krankenhauses hin zu einem Smart Hospital weiter vorangetrieben zu haben. Bei „19 – die DUB Chefvisite“ berichtet Professor Jochen Werner darüber hinaus über die „zweite Stufe“ des Wandels: Nachhaltigkeit in Kliniken. Beides ist für ihn „extrem wichtig, denn es wird eine Zeit nach Corona geben“, so der Mediziner. Aktuell wird ihm zum Beispiel „die mangelnde Digitalisierung durch das Virus fürchterlich vor Augen geführt“.

Um die Pandemie zu stoppen, braucht es konsequentes Handeln: „Absolut klare Entscheidungen, klare Ziele, klare Vorgaben– anders kommen wir nicht zur Ruhe“, betont der Vorstandsvorsitzende. Bei der anstehenden Impflogistik sollten daher Fehler wie bei der Debatte um die Wirksamkeit von Masken vermieden werden. Werner warnt vor Falschmeldungen in sozialen Medien, wo „irgendwelche Schockereignisse nach Impfungen“ verbreitet werden. „Das wird kommen und Unsicherheit schaffen.“ Dabei ist es das Ziel, „den Faktor Angst gering zu halten“ und nicht zu hohe Erwartungen zu wecken. Für eine erfolgreiche Durchimpfung in sind für Werner daher neben einer funktionellen Logistik „gute Kommunikation und Erklärungen“ notwendig, wie er sie mit „19 – die DUB Chefvisite“ leistet. So kann von montags bis freitags um 10 Uhr jeder Unternehmer Infos direkt vom Experten erhalten.

Klagen über die Schließung der Gastronomie kann der Essener Klinikchef verstehen. Denn: „Die Hygienekonzepte stimmten in weiten Teilen.“ Das Problem: „Es gibt immer wieder schwarze Schafe.“ Werner verweist zudem darauf, dass 75 Prozent der Infektionswege in Deutschland unbekannt sind – „Menschenansammlungen gehören dazu“, betont er mit Bezug auf internationale Daten. Genau diese gibt es zum Teil in Kneipe oder Restaurant. Wirte vertröstet er daher, auch wenn diese „teilweise schier Unmögliches auf die Beine gestellt haben“: „Wir müssen mit den Infektionszahlen weiter runterkommen, damit man wieder etwas beruhigter ist in der Gastronomie.“

30.11.2020

Weihnachten: Essener Klinikchef mahnt Vorsicht an

Zunahme bei älteren Verstorbenen, allein in Essen am Wochenende 13 Toten im Zusammenhang mit Corona, Krise trifft Eishockey unter allen Sportarten am schlimmsten. Mehr
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Der Chef der Essener Uniklinik beklagt eine „Zunahme der im hohen Alter Verstorbenen“: Wie Professor Jochen Werner bei „19 – die DUB Chefvisite“ berichtet, sind über das Wochenende allein in seinem Krankenhaus 13 Patienten in Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Die Zahl der insgesamt Behandelten hat sich zwar mit zurzeit 116 etwas entspannt, doch liegen immer noch 40 Erkrankte auf der Intensivstation. „Man sieht genau, was man aus dem Frühjahr kannte“, beschreibt Werner die aktuelle Entwicklung.

Damals war schnell thematisiert worden, „dass man den Kontakt mit den Großeltern einschränken muss“, so der Mediziner. „Jetzt stehen viele von uns vor dem Dilemma, wie wir in der emotionalsten Phase des Jahres, also zum Weihnachtsfest, damit umgehen.“ Vorsicht ist geboten, betont Werner mit Blick auf die vom RKI bundesweit registrierten 11.169 Neuinfektionen – 305 mehr als am Montag der Vorwoche. Kontakteinschränkungen an Weihnachten können aus seiner Sicht „kaum behördlich vorgegeben werden“: „Man muss es abwägen, man muss in der Familie darüber sprechen.“ Für Lockerungen zu Silvester sieht er indes „keine Notwendigkeit“.

Die Corona-Krise trifft unter allen Sportarten am schlimmsten das Eishockey, das „am stärksten von den Zuschauereinnahmen abhängt“, wie Dagmar Freitag, die Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag, in der Sendung sagt. Nicht nur dem Eishockey sichert sie finanzielle Unterstützung zu: „Am Geld von staatlicher Seite wird es nicht scheitern“, so die SPD-Politikerin mit Blick auf die Lage der Vereine. Als ein Gebot der Fairness bezeichnete sie es aber, dass keine Vereine gerettet werden sollten, „die ohnehin nicht überlebt hätten“.

27.11.2020

Impfpläne: Klinikchef optimistisch

Risikogruppen und Krankenhauspersonal sollen zuerst geschützt werden, unter den Beschäftigten der Essener Uniklinik ist die Impfbereitschaft hoch, Falschmeldungen in sozialen Netzwerken können „Menschen verunsichern“. Mehr
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„Gezielt starten“: Zuversichtlich zeigt sich der Chef der Essener Uniklinik angesichts erster Berichte über Impfpläne gegen die Corona-Pandemie in NRW. Wenn neben Risikogruppen gleich zu Beginn auch das Krankenhauspersonal geschützt wird, „würden wir damit unser Gesundheitswesen maßgeblich stabilisieren“, sagt Professor Jochen Werner bei „19 – die DUB Chefvisite“. „Und genau darum geht es“ zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung. Zugleich warnt Werner vor Falschmeldungen rund um die Impfung in sozialen Netzwerken, die „Menschen verunsichern“ können. Um Vertrauen zu schaffen, „müssen wir die Hausärzte mit an Bord holen“. Zudem mahnt der Mediziner Geduld an: „Bei Corona geht nichts schnell – außer der Verbreitung des Virus.“

Die Bereitschaft des Personals zur Impfung ist hoch: 80 bis 90 Prozent der Mitarbeiter wollen teilnehmen, wie die Hygienechefin der Uniklinik, Dr. Birgit Ross, in der Sendung schätzt – „deutlich höher“ als bei bisherigen Grippeimpfungen. Ihre Arbeit habe sich vom reinen Patientenschutz hin zu den Mitarbeitern gewandelt, unter denen es einen „unglaublichen Fragebedarf“ gebe, berichtet Ross. Entlastend ist das nicht: Covid-19 kommt für sie „on top“ – „es wäre luxuriös, wenn man sich nur um Corona kümmern müsste“. Gegen das Virus geeignet ist laut Ross auch UV-Licht. Aber um gegen Sars-CoV-2 zu wirken, muss es auf saubere Oberflächen treffen, putzen bleibt also Pflicht. Und: UVC-Licht schädigt die Augen. Ross rät zu Schutzbrillen – „sonst ist das Virus tot und Sie können nicht mehr gucken“.

Der Klinikchef beklagt „neue Höchststände“ bei den Corona-Toten in Deutschland: Laut RKI verstarben allein gestern 426 Menschen – „damit ist in Deutschland die Grenze von 15.000 Opfern überschritten“, so Werner. Zugleich fiel die „Schallmauer“ von mehr als einer Million Infizierten. Neu steckten sich laut RKI bundesweit 23.648 Betroffene mit dem Virus an, 842 weniger als am Freitag letzter Woche. Im Essener Klinikum werden aktuell 128 Covid-19-Patienten behandelt, davon 48 auf der Intensivstation. Zwei weitere Menschen sind dort seit gestern im Zusammenhang mit der Infektionskrankheit gestorben.

26.11.2020

Kritik an Inzidenzmarke von 50

Essener Klinikchef: „Weder medizinisch noch ökonomisch begründet“, Forschung sollte mehr international verfügbare Daten auswerten, Deutschland-Achter-Ruderer nennt Corona-App „super-anonym“. Mehr
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Der Chef der Uniklinik Essen kritisiert die Marke von 50 beim Inzidenzwert als „weder medizinisch noch ökonomisch begründet“: „Der Wert sollte überdacht werden“, fordert Professor Jochen Werner bei „19 – die DUB Chefvisite“. Die Begründung, dass bei weniger als 50 Neuansteckungen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tage die Gesundheitsämter die Infektionswege noch nachvollziehen könnten, lässt der Mediziner nicht gelten. Denn „Ehrlichkeit in der Kontaktkette“ besteht ohnehin nicht, weil manche Menschen andere vor der Quarantäne bewahren wollen und sie daher nicht angeben.

„Zahlenwerte wie 49 oder 201 geben zudem eine Genauigkeit vor, die es in dem Mess-System nicht gibt“, so Werner mit Blick auf eine überarbeitete Teststrategie weiter. Dadurch „ändert sich die Basis der Berechnung“. Statt eines „strafbehördlichen Ansatzes“, fordert er mehr wissenschaftlichen Austausch weltweit, um vorliegende Daten im Kampf gegen Covid-19 auszuwerten: „Nutzen wir wirklich ausreichend die höchste menschliche und computertechnische Intelligenz?“ Wissenschaftler müssen sich dafür trotz der Corona-Einschränkungen wieder stärker global vernetzen.

Mehr als 60 Landkreise überschreiten zurzeit den Inzidenzwert von 200 und sollen nach den gestrigen Beschlüssen der Bundesregierung und der Ministerpräsidenten noch schärfere Maßnahmen ergreifen. Klinikchef Werner zieht einen Autobahn-Vergleich: „Sie stehen quasi auf dem Standstreifen und warten auf den Abschleppdienst.“ Entspannung ist nicht in Sicht: Die vom RKI gemeldete Zahl von 22.668 Neuinfektionen liegt nur um 341 unter dem Wert des Donnerstags der Vorwoche. Das Essener Klinikum behandelt aktuell 133 Patienten wegen Covid-19, 45 davon auf der Intensivstation. Seit gestern ist dort ein weiterer Mensch in Zusammenhang mit der Infektionskrankheit verstorben.

„Sport sollte erlaubt werden“, fordert Ruderer Johannes Weißenfeld in der Sendung. Der Welt- und Europameister mit dem Deutschland-Achter bezeichnet den Sport für „enorm wichtig für den Körper und für die Psyche“. Aber: „Die Vorgaben der Regierung müssen dabei eingehalten werden“, betont Weißenfeld. Statt eines Fitnessstudios empfiehlt er daher Laufen oder Radfahren. Kein Verständnis hat er für Kritiker der Corona-App, die er für „super anonym“ hält, wenn man sie mit der Überwachung des Profisports durch die Nationale Doping-Agentur Nada vergleicht: „Die wissen täglich, wo ich bin.“

25.11.2020

Essener Klinikchef warnt vor Bürger-Frust

„Neue Stufe“ bei Corona-Opfern, täglich fast so viele Tote wie durch Krebs, Chef-Anlagestratege der Deutschen Bank setzt auf Verlierer-Aktien. Mehr
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„Wir sind bei den anstehenden großen Aufgaben auf die Unterstützung der Menschen angewiesen“, so der Chef der Uniklinik Essen, Professor Dr. Jochen Werner. Er sieht die Gefahr, dass die Politik zu ehrgeizige Ziele setzt. Bei „19 – die DUB Chefvisite“ warnt Werner vor Demotivation und fordert mehr Lob für die Bürger, die seit Wochen die Vorgaben einhalten: „Sonst führt diese Appellations-Maschinerie zum Ausstieg aus dem Regelwerk und ist mit der In-Aussicht-Stellung einer Belohnung, in Form von ein paar Festtagen, nicht zu kompensieren.“ Er spricht sich daher gegen die von Bundeskanzlerin Angela Merkel gesteckte Marke einer Sieben-Tages-Inzidenz von 50 je 100.000 Einwohnern aus: „Wenn man die bisherige Ausbreitung der Pandemie interpretiert, dann halte ich ein Erreichen dieses Ziels in bevölkerungsreichen Bundesländern über die Wintermonate für nahezu ausgeschlossen.“

Besorgt zeigt sich der Mediziner über den vom RKI gemeldeten Höchststand von 410 Corona-Toten binnen 24 Stunden – „eine neue Stufe“. Damit nähert sich die Zahl der Verstorbenen jener der Krebstoten in Deutschland von im Schnitt 650 am Tag. „Das ist nicht wegzureden.“ Zwar sind bundesweit mit 18.633 Neuinfektionen 1072 weniger Fälle registriert worden als am Mittwoch der Vorwoche. Doch behandelt das Essener Uniklinikum weiter 135 Covid-Patienten, darunter 47 auf der Intensivstation. Seit gestern ist dort zudem ein weiterer Todesfall im Zusammenhang mit Corona zu beklagen.

Covid-19 belastet auch die Wirtschaft. Aber Impfstoffe und vielleicht bald Medikamente sollten laut des Chef-Anlagestrategen der Deutschen Bank Privat- und Firmenkundensparte, Dr. Ulrich Stephan, zu einer Erholung der Weltwirtschaft beitragen. Das dürfte 2021 auch die Börsenkurse beflügeln – dann sind aus seiner Sicht wahrscheinlich „Aktien gefragt, die durch Corona stark betroffen waren“. Eine nachlassende Dynamik könnten dagegen Technologiewerte erleben, die bisher zu den Gewinnern des Digitalisierungsschubs durch Corona zählen. Wegen der andauernden Nullzinsphase empfiehlt Stephan Sparern einen langfristigen Vermögensaufbau mit Aktien: „Sehr diszipliniert auf monatlicher Basis investieren und auch mit kleineren Beträgen immer wieder kaufen.“

24.11.2020

„Corona hat Schalke den Rest gegeben“

Experte befürchtet Aus für einige Profiklubs wegen der Pandemie, Essener Klinikchef warnt vor „Sippenhaft“ für Krankenhauspersonal, 91 Covid-Patienten auf der Intensivstation. Mehr
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„Es wird Vereine zerstören, wenn diese Pandemie weitergeht“: Vor den Folgen von Covid-19 für den Profifußball warnt der Chefredakteur von Sport1, Pit Gottschalk, bei „19 – die DUB Chefvisite“. Erste Auswirkungen der Anti-Corona-Maßnahmen seien schon jetzt in der Bundesliga zu sehen: „Corona hat Schalke den Rest gegeben“, so Gottschalk. Andererseits sieht er reiche Vereine, die teils über „Luxusprobleme“ klagen. Der Profisport „kann sich von der wirtschaftlichen Entwicklung nicht abkoppeln“, stellt Gottschalk mit Blick auf den ökonomischen Überlebenskampf vieler Mittelständler klar.

Allerdings sind die Herausforderungen im Profi-Sport für Gottschalk „belanglos“ verglichen mit den Schwierigkeiten in den Krankenhäusern: „In Kliniken ist es mindestens um den Faktor fünf schwieriger.“ An die Belastungen seiner Beschäftigten erinnerte auch Professor Dr. Jochen Werner, der Vorstandsvorsitzende der Essener Uniklinik. Diese wenden „einen Großteil ihrer Lebensenergie“ für die Patienten auf. Wenn trotz aller Sorgfalt etwas schief geht, „wird man ganz schnell in Sippenhaft genommen“, sagt Werner vor dem Hintergrund eines aktuellen Falls in seinem Haus: Ein Arzt wird beschuldigt, dort zwei an Covid-19 Erkrankte getötet zu haben. Zum Fall selbst wollte sich der Ärztliche Direktor unter Verweis auf das laufende Verfahren nicht äußern.

Zwar hat das RKI heute mit bundesweit 15.554 neuen Fällen 865 weniger gemeldet als am Dienstag der Vorwoche. Dennoch kann der Mediziner „keinen Abstieg der Zahlen“ erkennen. Im Uniklinikum Essen sind zurzeit 136 Covid-19-Patienten in Behandlung, 91 davon auf der Intensivstation. Seit gestern sind dort zudem zwei weitere Menschen in Zusammenhang mit der Infektionskrankheit verstorben.

23.11.2020

Hotelchef fordert Soforthilfen

Noch keine Anträge auf Unterstützung im November-Lockdown möglich, Impfstoffe sorgen aber für „Licht am Ende des Tunnels“, in Gefahr sind vor allem Hotels mit Schwerpunkten Messen und Kongresse. Mehr
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„Wir brauchen jetzt sofort Hilfe“: Der Chef der Kette B&B Hotels für Zentral- und Nordeuropa, Max C. Luscher, appelliert bei „19- die DUB Chefvisite“ an die Politik, möglichst rasch finanzielle Mittel für die Branche zur Verfügung zu stellen. Zugleich sind aber auch Konzepte gefragt, betont Luscher, dessen Unternehmen durch die Anti-Corona-Maßnahmen in Deutschland über 60 Prozent weniger Umsatz macht als 2019. Er hält es zwar für „menschlich nachvollziehbar“, aber die Politik hätte die Sommermonate „besser nutzen können“, und beklagt, dass Maßnahmen teilweise wie „aus der Hüfte geschossen“ wirkten. Die in Aussicht gestellten Hilfen für die Branche wegen des November-Lockdowns „können wir noch nicht mal beantragen“, so Luscher.

Dennoch sieht der Hotelchef „Licht am Ende des Tunnels“: Die Entwicklung von Impfstoffen und deren Einsatz möglicherweise noch in diesem Jahr machen ihm Hoffnung, dass sich das Geschäft zum Ende des ersten Quartals hin wieder normalisieren kann. Doch Luscher warnt: „Der Weg durch den Tunnel könnte noch härter werden als das letzte halbe Jahr.“ Langfristig in Existenznöten sieht er vor allem Hotels mit drei oder vier Sternen mit Fokus auf Messen und Kongresse. Denn diese dürften auch in Zukunft verstärkt digital abgehalten werden.

20.11.2020

TV-Koch Nelson Müller: Gastro-Hilfen zu bürokratisch

„Noch kein Geld angekommen“, „Toughe Zeiten“ für Gastronomen, Chef der Essener Uniklinik sorgt sich wegen „Doppelbelastung“ für Pflegekräfte und Ärzte Mehr
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„Bei mir ist noch kein Geld angekommen“: Sternekoch Nelson Müller beklagt bei „19 – die DUB Chefvisite“ die Bürokratie bei Staatshilfen für die Gastronomie. Die Regelungen seien „mit der heißen Nadel gestrickt“ und sehr kompliziert: „Da braucht man einen Steuerberater“, kritisiert Müller, der ein Restaurant in Essen betreibt. Auch seine Versicherung Helvetia hat wegen der Betriebsunterbrechung durch den Lockdown nichts gezahlt. Müller hat deswegen einen 360.000-Euro-Prozess verloren.

Dabei sind die Finanzhilfen für ihn vielfach der „Knackpunkt“: Unternehmer brauchen ein Polster, „um die Zeiten zu überbrücken“. Er hat als Alternative sein Lieferangebot ausgebaut und gewinnt inzwischen auch Firmenkunden für Kochboxen und Online-Kochkurse. Dennoch seien es „toughe Zeiten für Gastronomen“ wie für seine Mitarbeiter.

Die Belastung des Krankenhauspersonals bereitet auch dem Chef der Essener Uniklinik Sorgen: „Die Mitarbeiter infizieren sich oder müssen in Quarantäne“, berichtet Professor Dr. Jochen Werner. Pflegekräfte und Ärzte stünden unter einer „Doppelbelastung“: Sie „erleben, wie schwer krank manche Patienten sind“ und können zudem überlasteten Kollegen kaum noch aushelfen. „Das wiegt schwer.“ Sein Haus setzt daher auf psychosoziale und seelsorgerische Angebote. Aber: „Da ist eine Hemmschwelle – daran müssen wir arbeiten“, so Werner.

Auf Lockerungen der Corona-Beschränkungen kann der Klinikchef kaum Hoffnungen machen: Vom angestrebten Inzidenzwert von 50 „sind wir meilenweit entfernt“, stellt Werner klar. Mit 23.648 Neuinfektionen meldet das RKI heute zudem einen „tatsächlichen Höchststand“. Das sind 106 mehr als am Freitag der Vorwoche – und: „Insgesamt wird weniger getestet“, betont der Mediziner. „Da passiert etwas.“ In der Essener Klinik sind aktuell 136 Covid-19-Patienten in Behandlung, 37 liegen auf Intensivstation. Seit gestern sind dort drei weitere Menschen in Zusammenhang mit der Krankheit verstorben.

19.11.2020

Patientenschützerin will härteren Lockdown

Kritische Lage im Dezember möglich, „Druck wird höher“, Essener Klinikchef mahnt mehr Wertschätzung und bessere Fehlerkultur an. Mehr
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„Die Intensivstationen laufen voll, das Personal wird nicht mehr können“: Die Vorsitzende des Aktionsbündnisses Patientensicherheit warnt vor einer kritischen Situation für die deutschen Krankenhäuser im Dezember. Bei „19 – die DUB Chefvisite“ fordert Dr. Ruth Hecker daher eine Verschärfung der Lockdown-Maßnahmen: „Rational wird das nicht so weitergehen können.“ Ansonsten besteht die Gefahr, entscheiden zu müssen, welchen Kranken geholfen wird und welchen nicht – die sogenannte Triage. Die Lage ist bereits angespannt, auch wenn noch Betten frei sind: „Das Personal muss einen Dauerlauf machen.“

Das beobachtet auch der Chef der Essener Uniklinik: „Der Druck wird höher“, so Professor Dr. Jochen Werner. „Es zeichnet sich ein zunehmendes Problem ab“, sagt der Mediziner mit Blick auf die 137 Covid-19-Erkrankten, die zurzeit in seinem Haus behandelt werden – davon 38 auf der Intensivstation. „Nachdenklich“ machen ihn auch die aktuellen Zahlen vom RKI. Demnach sind bundesweit 22.609 Neuinfektionen mit SARS-CoV-2 registriert worden, über 700 mehr als am Donnerstag der Vorwoche. Das Plateau hält, die Zahlen sinken aber nicht, so das Fazit von Professor Werner.

Längerfristig will der Klinikchef die Gesamtstruktur der Krankenhäuser angehen: „Wir brauchen eine Kultur der Wertschätzung innerhalb und zwischen den Berufsgruppen“ sowie den unterschiedlichen medizinischen Disziplinen, so Werner. Wichtig ist ihm auch mehr Offenheit bei Fehlern und Kritik. „Speak up – den Mund aufmachen, wenn etwas nicht läuft“, nennt er das. Lösungen für dieses „Dauerthema in den Krankenhäusern“ sollen Ängste reduzieren und das Miteinander stärken.

18.11.2020

Wolfgang Kubicki: Pandemie bis 2022

Bundestagsvize: Personal für Durchimpfung fehlt, „angespannte Lage“ in Essener Uniklinik, Krankenhauschef will genesene Senioren zurück in Pflegeheime entlassen. Mehr
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Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki erwartet, dass die Corona-Krise bis 2022 andauern wird. „Wir reden über anderthalb Jahre“, bis die Herdenimmunität erreicht ist, sagt der stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende bei „19 – die DUB Chefvisite“. Denn auch bei Genehmigung eines Impfstoffes fehlt für eine raschere Durchimpfung der Bevölkerung das Personal. Für die Wirtschaft fordert Kubicki eine „Strategie, die Planbarkeit ermöglich“: „Mental sind viele Menschen am Ende – ihnen fehlt die Planbarkeit“, so der FDP-Politiker. In den Unternehmen belastet dies die Mitarbeiter und verhindert Investitionen. „Das macht die Menschen mürbe.“ Für Kubicki haben sich Bundes- und Landesregierungen im Sommer nicht ausreichend auf die zweite Corona-Welle vorbereitet: „Wir haben gewartet, statt uns ans Werk zu machen.“ Daher sollten jetzt „alle Möglichkeiten genutzt“ werden.

„Wie kriegen wir ältere Patienten raus aus den Krankenhäusern?“: Der Chef der Essener Uniklinik beklagt, dass wegen Covid-19 behandelte Senioren trotz Genesung nicht schnell genug in ihre Pflegeeinrichtung zurückkehren können und so Kapazitäten belegt bleiben. „Die Pflegeheime haben Sorgen, sich eine Infektion ins Haus zu holen“, sagt Professor Dr. Jochen Werner. Das liegt auch an übergenauen Corona-Schnelltests: Laut dem Mediziner kann es vier bis fünf Wochen dauern, bis diese Virenfreiheit signalisieren – dabei sind von Beschwerden genesene Patienten „mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit nicht mehr ansteckend“.

Werner berichtet zudem von einer „angespannten Lage im Klinikum in den letzten zwei Tagen“. Zwar meldet das RKI mit 17.561 Neuinfektionen 926 weniger als am Mittwoch der Vorwoche. Doch werden in Essen weiterhin 128 Patienten wegen Covid-19 behandelt, 37 davon liegen auf der Intensivstation. Seit gestern ist ein weiterer Patient in Zusammenhang mit der Krankheit verstorben.

17.11.2020

Vereinsamung droht

Essener Klinikchef: „Verlust an Lebensmut“ in Pflegeheimen, „trauriger Rekord“ bei Covid-Sterbefällen in Uniklinik, Politik gelingt „kein großer Wurf“. Mehr
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„Es droht ein schleichender Verlust an Lebensmut“: Der Chef der Essener Uniklinik warnt vor der Vereinsamung älterer Menschen in Pflegeeinrichtungen durch die aktuellen Kontaktbeschränkungen. „Wie kommen diese Senioren durch die nächsten Monate?“, fragt Professor Dr. Jochen Werner bei „19 – die DUB Chefvisite“. Er verweist darauf, dass viele kein Smartphone haben, um sich digital auf dem Laufenden zu halten oder mit Angehörigen in Kontakt zu bleiben.

Das Infektionsgeschehen hat nach Einschätzung des Klinikchefs derzeit eine „Plateauphase“ erreicht. Das RKI meldete heute mit 14.491 Neuinfektionen gut 900 weniger als am Dienstag der Vorwoche. Dennoch mahnt er, die Rückwirkungen auf das Gesundheitswesen nicht zu unterschätzen: Es dauert einige Tage, bis Infizierte mit schwerem Verlauf in Krankenhäuser eingeliefert werden müssen, so Werner. In Essen sind aktuell 128 Patienten wegen Covid-19 in Behandlung, 36 liegen auf der Intensivstation. Zudem gab es gestern einen für das Klinikum „traurigen Rekord“ von fünf Sterbefällen an einem Tag im Zusammenhang mit der Krankheit.

„Der große Wurf blieb aus“, fasst der heutige Talk-Gast Dirk Bamberger die Ergebnisse des Treffens der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zusammen. Der hessische Landtagsabgeordnete begrüßt aber den Entschluss, die Entwicklung der Pandemie zu beobachten und staatliche Gegenmaßnahmen ebenso wie Hilfen längerfristig abzustimmen. Allerdings: „Wer weitreichendere Einschränkungen fordert, muss auch sagen, wie er sie kontrollieren und sanktionieren will“, so Bamberger. Beeindruckt zeigt er sich vom Idealismus vieler Unternehmer und nennt als Beispiel einen Schausteller. Der sagte ihm: „Wir wollen keine staatlichen Subventionen, wir wollen einfach weiterarbeiten.“ Bamberger bedauert, dass das zurzeit nicht möglich ist. „Die Welt verliert ein Stück weit Freude“, so der Parlamentarier mit Blick auf geschlossene Fahrgeschäfte.

16.11.2020

Lockdown: „Balance halten“

Essener Klinikchef erwartet keine Lockerungen der Anti-Corona-Maßnahmen, kaufmännischer Direktor: deutsche Krankenhäuser vor hohen Verlusten und Insolvenzen, im Frühjahr Versorgungsengpässe bei medizinischem Material denkbar. Mehr
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Einen strengen Lockdown wie in Österreich „gibt der Trend zurzeit nicht her“: Bei „19 – die DUB Chefvisite“ sagt der Chef der Essener Uniklinik, Professor Dr. Jochen Werner, dass in Deutschland keine so drastischen Maßnahmen wie in der Alpenrepublik nötig sind. Er mahnt aber mit Blick auf die Kapazitäten in den Kliniken: „Wir müssen eine gewisse Balance halten, sonst bekommen es auch die Nicht-Covid-Patienten in den Krankenhäusern zu spüren.“

Besserung ist noch nicht in Sicht: Das RKI meldet am Montag mit 10.824 zwar rund 2500 weniger Neuinfektionen als vor einer Woche. Doch befinden sich allein im Essener Uniklinikum weiter 129 Patienten wegen Covid-19 in Behandlung, 36 davon auf der Intensivstation. Über das Wochenende sind drei Patienten in Zusammenhang mit der Krankheit verstorben.

Die Versorgungslage mit medizinischen Gütern ist angespannt. Laut Thorsten Kaatze, kaufmännische Direktor und stellvertretender Vorstandschef der Uniklinik, könnten im Frühjahr Engpässe drohen, zum Beispiel bei Einmalhandschuhen. „Davon werden bei uns eine Million Paar im Monat verbraucht, wir benötigen also monatlich zwei Millionen Stück.“ Noch ist die Beschaffung zu bewältigen, doch zum Jahresende laufen Lieferverträge aus. Daher ist erweiterte Lagerhaltung nötig. Das kostet – Kaatze rechnet mit „40 Millionen Euro zusätzlichen Verlust durch Covid“. Für die Essener Klinik besteht keine Insolvenzgefahr. Aber: „Kleine Krankenhäuser könnten weitere Schwierigkeiten bekommen“, warnt er. Laut Kaatze dürften 40 Prozent der deutschen Kliniken 2020 Verluste einfahren.

13.11.2020

Böllerverbot zu Silvester

Traditionelles Weihnachtsfest mit Familienbesuch wird ausfallen, Essener Klinichef zu Corona-Entwicklung: „Dynamik ist da“, Digitalisierung bewegt Daten statt Patienten und macht Wartezimmer überflüssig. Mehr
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Ein traditionelles Weihnachtsfest mit Familienbesuchen wird es nach Einschätzung des Chefs der Uniklinik Essen in diesem Jahr nicht geben. „Wir werden Weihnachten Anspannung in den Intensivstationen erleben“, warnt Professor Dr. Jochen Werner bei „19 – die DUB Chefvisite“ angesichts des aktuellen Corona-Infektionsgeschehens. Viele haben zudem „Silvester noch nicht im Blick“: Werner fordert ein Verbot größerer Feiern und eine Debatte ähnlich der in den Niederlanden. Dort wird das Abbrennen von Feuerwerkskörpern voraussichtlich untersagt, damit keine Verletzten zusätzlich Krankenhausbetten belegen.

Besorgt zeigt sich Werner über die Zahl der im Zusammenhang mit Corona Verstorbenen: In den ersten drei Monaten der Krise waren allein in seiner Klinik 36 Tote zu beklagen – in den letzten sechs Wochen sind es schon 32. „Die Dynamik ist da“, stellt der Mediziner klar. Das ist auch an den neuesten RKI-Daten abzulesen: Bundesweit wurden 23.542 Neuinfektionen registriert, ungefähr so viele wie am Samstag letzter Woche. Im Essener Klinikum befinden sich aktuell 122 Patienten wegen Covid-19 in Behandlung, 33 davon auf der Intensivstation, ein weiterer ist verstorben.

Die Digitalisierung kann dazu beitragen, die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen – davon ist Talk-Gast Admir Kulin, der Chef der Smart-Health-Plattform m.Doc, überzeugt. Über digitale Kanäle können Patienten und Ärzte schon heute kommunizieren, durch Videoverbindungen wird das Wartezimmer zusehends überflüssig: „2023 werden wir darüber reden, wer überhaupt noch in die Praxis muss“, so Kulin mit Blick auf zum Beispiel Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen. Er beklagte den „Riesenstau an Investitionen“ im deutschen Gesundheitswesen. Als Vorbild nannte er Schweden: Dort gibt es eine digitale Identität. „Die bewegen Daten, keine Patienten.“

12.11.2020

Verständnis für Besuchsverbot

Uniklinik Essen erfasst Besucher zeitaufwendig auf Papier, Ärztlicher Direktor: „kein Grund zur Entwarnung“, Zukunftsforscher Professor Dr. Thomas Druyen fordert eine Vermögensabgabe zur Bekämpfung der Krisenfolgen. Mehr
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„Mir ist vollkommen klar, dass wir den Angehörigen viel abverlangen“: Der Chef der Uniklinik Essen bittet Verwandte und Freunde, die Patienten seines Hauses zurzeit nicht besuchen dürfen, um Verständnis. Bei „19 – die DUB Chefvisite“ stellt Professor Dr. Jochen Werner klar: „Nicht alle Besuche sind verboten, aber fast.“ Ausnahmen gibt es nur wenige, etwa für die Kinder- oder die Palliativstation. Nicht nur die Patienten, auch das Personal soll so vor Infektionen geschützt werden, betont der Mediziner. Und: Besuche müssen dokumentiert werden – das heißt: „Papiere ausfüllen“ und kostet Zeit. „Wir sind bei der Digitalisierung nicht weit genug.“

In der Essener Uniklinik werden zurzeit 123 Covid-19-Fälle behandelt. 32 Betroffene liegen auf der Intensivstation, 2 weitere sind im Zusammenhang mit der Krankheit verstorben. Das RKI meldet mit bundesweit 21.866 Neuinfektionen wieder einen höheren Wert als in den letzten Tagen. Für Klinikchef Werner zeigen die Daten, dass es „keinen Grund zur Entwarnung“ in der Pandemie gibt. Ihn beruhigt, dass der Zuwachs der Fallzahlen im Vergleich zu den Vorwochen deutlich nachgelassen hat.

Die Herausforderungen durch die Corona-Krise schildert der Zukunftsforscher Professor Dr. Thomas Druyen, Soziologe an der Universität Witten-Herdecke. Der Talk-Gast erwartet unter anderem, dass computergesteuerte Assistenzsysteme den Menschen künftig noch mehr Arbeit abnehmen. Dadurch werden zum Beispiel Bankfilialen wegfallen, Mitarbeiter müssen sich neu orientieren. Zur Finanzierung der Corona-Folgen hält Druyen eine Vermögenssteuer für „unumgänglich“, um soziale Härten abzufedern. Sein Argument: „Wenn Leute mit Geld Geld verdienen, müssen sie anderen helfen.“

11.11.2020

Sorge wegen Hype um Impfung

Essener Klinikchef warnt vor zu großen Erwartungen, das Infektionsgeschehen scheint im „Lockdown light“ abzuflachen, Wirtschaftsministerin a. D. Brigitte Zypries sieht bei Homeoffice vor allem Vorgesetzte in der Pflicht. Mehr
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Der Chef der Uniklinik Essen warnt vor zu großen Hoffnungen auf ein baldiges Ende der Corona-Krise durch einen Impfstoff. Ihn sorge „dieser immense Hype um die Impfung“, sagt Prof. Dr. Jochen Werner bei „19 – die DUB Chefvisite“. „Natürlich ist die Impfung von allerhöchster Wichtigkeit, und es ist großartig, dass wir so weit sind, wie wir sind. Aber jetzt bitte einen Gang zurückschalten!“, fordert der Mediziner.

Ansonsten droht laut Werner große Enttäuschung in der Bevölkerung: „Wir machen wieder die Fehler, die wir schon hatten“, mahnt er mit Blick auf das Hin und Her über die Wirksamkeit von Alltagsmasken in der Vergangenheit oder das teilweise chaotische Vorgehen bei Corona-Tests. „Ich schlage vor, ehrlich zu sagen, dass es alles eine riesige Herausforderung wird, die ihre Zeit braucht“, so der Ärztliche Direktor. Dann bleibt auch Spielraum für die Gewinnung des nötigen Personals sowie dessen Schulung.

Positiv nimmt Werner die aktuellen Zahlen des RKI auf – die heute gemeldeten bundesweit 18.487 Neuinfektion könnten zeigen, dass das exponentielle Wachstum gebrochen und die Kurve abzuflachen scheint. „Die Maßnahmen haben wahrscheinlich gegriffen“, sagt er über den aktuellen „Lockdown light“. Trotzdem werden in der Uniklinik Essen zurzeit 129 Patienten wegen Covid-19 behandelt, 31 davon liegen auf der Intensivstation. Werner bedauert zudem den Tod eines weiteren Erkrankten.

Befeuert haben die neuerlichen Anti-Corona-Maßnahmen indes den Trend zum Homeoffice. Damit die Unternehmen dabei leistungsfähig blieben, „sind vor allem die Vorgesetzten gefragt“, sagt Studiogast Brigitte Zypries, Bundeswirtschaftsministerin a. D. Sie sollten Mitarbeitern, die von zu Hause aus arbeiten, helfen, ihren Tag zu strukturieren – und zum Beispiel durch einen gemeinsamen morgendlichen Start in den Arbeitstag „mit einer Tasse Kaffee vor dem Bildschirm“ Führungsstärke demonstrieren. Ebenfalls denkbar seien digitale After-Work-Partys. Sie könnten Gelegenheiten bieten, sich auch über Privates auszutauschen. Zypries‘ Fazit: „Die Vorgesetzen sind in der Pflicht.“

10.11.2020

Impf-Euphorie verfrüht

Herausforderungen bei Logistik erschweren Immunisierung der Bevölkerung, Grenzen für Intensivkapazitäten im Uniklinikum Essen, CDU-Politiker Wolfgang Bosbach kritisiert Neufassung des Infektionsschutzgesetzes. Mehr
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Trotz Optimismus hinsichtlich eines Corona-Impfstoffs dämpft der Chef der Essener Uniklinik Hoffnungen auf ein baldiges Ende der Pandemie: „Von der Logistik der Durchimpfung haben viele keine Vorstellung“, sagt Prof. Dr. Jochen Werner bei „19 – die DUB Chefvisite“ und erinnert an die Herausforderungen bei Lagerung, Transport und Verteilung eines Impfstoffes nach dessen Zulassung. Hinzu kommt die Frage, welche Bevölkerungsgruppen zuerst immunisiert werden sollen.

Obwohl das Essener Klinikum noch über eine Reserve an Intensivbetten verfügt, macht sich dessen Chef Werner Gedanken: „Wir fokussieren auf Covid-19-Patienten, aber der Großteil hat eine andere Erkrankung.“ Auch für diese muss Platz sein. Eine Analyse seines zuständigen Epidemiologen ergibt: „Im Dezember stoßen wir voraussichtlich an unsere Kapazitätsgrenzen“, so Werner. Im Haus befinden sich derzeit 121 Patienten wegen Corona-Infektionen auf Station, 31 von ihnen werden intensiv behandelt, zwei Erkrankte sind über Nacht im Zusammenhang mit Covid-19 verstorben.

Die Ausbreitung des SARS-CoV-2-Virus in Deutschland hat der Klinikchef fest im Blick: Zwar meldet das RKI heute mit 15.332 Neuinfektionen bundesweit nur einen Wert auf dem Niveau vom Dienstag der Vorwoche. Doch gab es am Samstag offenbar Probleme bei der Datenübermittlung. Auch Studiogast Wolfgang Bosbach, CDU-Politiker und langjähriger Vorsitzender des Innenausschusses im Bundestag, sieht das Land trotz „Lockdown light“ noch nicht über den Berg: „Es wäre ein Wunder, wenn wir am 30. November eine völlig andere Lage hätten.“ Dann sollen die aktuellen Einschränkungen des öffentlichen Lebens enden.

Die Maskenpflicht dürfte jedoch bleiben. Bosbach nimmt es gelassen. Sein Credo: „Ich lasse mich nicht verrückt machen, halte mich aber an die Regeln.“ Bei diesen vermisst er allerdings eine gute Begründung „für jede einzelne Maßnahme“. Ein Fragezeichen setzt er etwa hinter das geltende Beherbergungsverbot oder den verkaufsoffenen Sonntag letzte Woche in Köln. Skeptisch zeigt er sich zudem hinsichtlich der aktuellen Neufassung des Infektionsschutzgesetzes: „Gerichte und Anwälte werden viel Arbeit bekommen“, sagt der Jurist angesichts der Masse unklarer Regelungen vorher.

Branchen, die der Lockdown in Gefahr bringt wie die Fluggesellschaften, benötigen laut Bosbach staatliche Hilfe: „Wir brauchen einen großen nationalen Carrier, sowohl für den Personen- als auch für den Gütertransport“, stellt er klar. Die Stützung der angeschlagenen Lufthansa hält er daher für gerechtfertigt. Denn für eine europäische Airline-Lösung 27 Länder unter einen Hut zu bringen, ist für ihn unwahrscheinlich. Seine Prognose für die deutsche Wirtschaft: „Wir werden autarker werden müssen.“ Nicht nur bei Schutzkleidung oder Medikamenten sollte die Abhängigkeit von globalen Lieferketten sinken – auch wenn dann Einiges etwas teurer werden könnte.

09.11.2020

„Impfbereitschaft ist da“

Biotech-Unternehmen vor Durchbruch, Impfstoff-Experte Friedrich von Bohlen: „Virus wird nicht verschwinden“, Corona-Impfstoff könnte im Kampf gegen Krebs helfen. Mehr
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Der Chef der Essener Uniklinik geht etwas entspannter in die zweite Woche des „Lockdown light“. Sein Eindruck: „So unglaublich schnell geht es nicht mehr nach oben“, sagt Prof. Dr. Jochen Werner in der zweiten Folge von „19 – die DUB Chefvisite“ mit Blick auf die offiziellen Zahlen des RKI. Heute wurden 13.363 Neuinfektionen gemeldet nach 12.097 am Montag der Vorwoche. Im Klinikum Essen sind am Wochenende zwei Menschen in Zusammenhang mit Covid-19 verstorben. Werner freut sich daher, dass in der Klinik mehr Mitarbeiter an der laufenden Grippeimpfung teilnehmen und erinnert an schlechte Erfahrungen aus der Grippewelle 2017/18. Seit Fazit auch mit Blick auf eine erwartete Corona-Impfung: „Die Bereitschaft ist da.“

Impfexperte und Studiogast Friedrich von Bohlen dämpft Hoffnungen. „Wir wissen nicht, was am Ende schützt“, sagt das Aufsichtsratsmitglied bei Curevac – einem der deutschen Vorreiter bei der Impfstoffentwicklung – und verweist auf ungeklärte Fragen über das Virus selbst sowie über das Impfverfahren, zum Beispiel die Logistik oder die Kühlung des Impfstoffes während des Transports. Zudem schützt auch eine Grippeimpfung nur etwa jeden zweiten Patienten. „Dahin zielen auch die Strategien gegen Corona.“ Es geht darum, den Verlauf der Krankheit zu mildern – durch eine Impfung „wird das Virus nicht verschwinden“, betont er.

Von Bohlen verweist aber auch darauf, dass die Suche nach einem Corona-Impfstoff auf Basis sogenannter Messenger-RNA auch Vorteile im Kampf gegen andere Krankheiten bietet. Er ist überzeugt, dass sich mit dieser Methode Impfstoffe gegen alle Virusinfekte entwickeln lassen – und möglicherweise auch „Co-Medikamentationen gegen Krebs“. Der Vorteil: Das Verfahren „verlagert die Produktion des Proteins in den Körper“. Das mindert unter anderem die Herstellungskosten.

Die Fortschritte bei der Impfstoffentwicklung in den letzten neun Monaten nennt von Bohlen „sensationell“. Die zuständigen Genehmigungsbehörden in der EU und den USA haben Eilverfahren zugesagt. Er selbst ist bereits mit einem Curevac-Kandidaten behandelt worden und wartet auf Ergebnisse. Die Fortschritte in China und Russland kann von Bohlen wegen fehlender Daten nur schwer beurteilen. Letztlich ist aber nicht entscheidend, wem zuerst der Durchbruch gelingt: „Es ist schön, der erste zu sein“, so der Experte. Es gehe aber um bis zu acht Milliarden Impfdosen im Jahr. Daher kommt es für ihn letztlich darauf an, welches Produkt am wirksamsten, am verträglichsten und am günstigsten ist: „Darüber reden wir in einem Jahr.“

06.11.2020

„Keine banale Grippe“

Deutsches Kliniksystem gerät in Gefahr, Intensivmediziner Prof. Dr. Thorsten Brenner warnt eindringlich vor Verharmlosung, auch jüngere Menschen sind betroffen. Mehr
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„Wir könnten an unsere Grenzen kommen“: Prof. Jochen Werner warnt vor einer Überlastung der deutschen Krankenhäuser. „Wann entgleitet uns das System?“, fragt der Chef der Uniklinik Essen in der ersten Folge des neuen Digital-Talks „19 – die DUB Chefvisite“ am Tag mit den bisher meisten gemeldeten Corona-Neuinfektionen in Deutschland. Laut RKI sind es 21.506 Fälle. Aktuell sind 110 Covid-19-Patienten in der Essener Uniklinik in Behandlung.

Jens de Buhr, Verleger des DUB UNTERNEHMER-Magazins, sieht die Wirtschaft wegen der Pandemie vor großen Herausforderungen: „Manche Branchen könnten ganz verschwinden“, wie der Messebau. Aber: „Wir haben auch einen Riesensatz in die Zukunft gemacht“, sagt der Moderator des Corona-Talks mit Blick auf die Digitalisierung.

Studiogast Prof. Dr. Thorsten Brenner berichtet von der Arbeit auf der von ihm geleiteten Essener Intensivstation: „Die Kollegen sind schwer belastet, das ist keine normale Intensivbehandlung.“ Zusätzliche Schutzkleidung ist wegen des Infektionsrisikos notwendig. Zugleich warnt der Mediziner, die Gefahr durch Covid-19 kleinzureden. „Das ist keine banale Grippe.“ Die Folgen treffen nicht nur Ältere: „Ich habe junge Menschen verloren, ich konnte ihnen nicht helfen.“ Daher ist er wütend und zornig, wenn die Pandemie verharmlost oder gar geleugnet wird: „Die Unterschätzung schockiert mich“, so Brenner.

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