10.09.2020

Buchtipp

Keine Lust auf Untergang

„Eine Ruhestörung“, so nennt der Publizist und Bestseller-Autor Gabor Steingart sein neues Buch. Und so ist „Die unbequeme Wahrheit. Eine Rede zur Lage unserer Nation“ tatsächlich eine aufrüttelnde Lektüre. Ein Text mit Wumms.

Die unbequeme Wahrheit. Rede zur Lage der Nation

„Die unbequeme Wahrheit. Rede zur Lage der Nation“,
Gabor Steingart, Penguin Verlag,
208 Seiten, 16 Euro

Dauerkrise, Konjunkturprogramme, Künstliche Intelligenz – schonungslos benennt Steingart die Apokalyptischen Reiter unserer Zeit. Rettungsschirme, die eine Welt von gestern konservieren, stehen intelligenten Maschinen und der neuen Welt der Plattformwirtschaft gegenüber, in der Produktivitätswachstum künftig durch die Reaktion von Technik und Kapital hervorgebracht wird.

Die Folge: „Bisher bildete die Reaktion von Mensch mit Kapital gewissermaßen den Kernprozess der kapitalistischen Mehrwertbildung. Nun wird aber die Masse Mensch dafür nicht mehr gebraucht.“ Und der Staat? „Die politische Klasse hat von Zukunftsgestaltung auf Selbsterhalt umgeschaltet.“

Was also ist zu tun? Im zweiten Teil des Buches, das Steingart als pointiertes Gespräch mit seinen Leserinnen und Lesern anlegt, wird es zuversichtlicher. Vier Punkte benennt der Autor, die eine Agenda des Aufbruchs bilden könnten. Lust auf Untergang hat Steingart, der mit dem Medienschiff Pioneer One zu neuen journalistischen Ufern aufbrechen will, nämlich nicht.

Bester Satz: „Die Wahrheit ist: Digitalisierung, Globalisierung und Ökologie bilden das magische Dreieck der neuzeitlichen Transformation – und damit auch das Narrativ der künftigen Fortschrittsgesellschaft.“

 

10.09.2020
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