30.04.2020    Arne Gottschalck

Investments

Die vier Gebote der Geldanlage

Die Corona-Krise wirbelt die Börsen durcheinander. Was kann Anlegern jetzt helfen? Einige wenige zentrale Punkte im Auge zu behalten, sagt growney-Gründer Gerald Klein.

Sparen und investieren – das ist in diesen unsicheren Zeiten anstrengend geworden. Was nun zählt, erklärt Gerald Klein von growney. Das Unternehmen bietet eine Online-Vermögensverwaltung mit Exchange Traded Funds (ETFs).

Zur Person

Gerald Klein

gründete growney 2014 und ist seitdem geschäftsführender Gesellschafter. Das Unternehmen ist seit 2016 in Sachen Vermögensverwaltung per ETF aktiv

Geld anlegen in unsicheren Zeiten – worauf kommt es dabei an?

Gerald Klein: Die meisten Anleger verstehen, dass die Rendite einer Kapitalanlage die Entlohnung für eine Risikoübernahme ist. Langfristig lohnte sich das fast immer. Zum Beispiel hat die diversifizierte Übernahme von Aktienrisiken in beliebigen 20-Jahres-Perioden der letzten 150 Jahre immer mindestens die Kaufkraft des Geldes erhalten. Daher gelten in sicheren und unsicheren Zeiten stets die gleichen Grundsätze. Erstens: seine Risikotoleranz herausfinden, um dann möglichst viel Schwankungsrisiko aufzunehmen und trotzdem gelassen mit Krisen umzugehen. Zweitens: eine diversifizierte Anlagestrategie wählen, die zur Risikotoleranz passt. Drittens: die durch Markt­bewegungen ausgelösten Abweichungen durch regelmäßige Anpassungen in die Risikotoleranz zurück­führen. Und stets auf die Kosten achten – Gebühren, die ich nicht zahlen muss, sind meine Rendite.

Die Deutschen hadern mit Aktien. Das heißt für Sie?

Klein: Growney gewinnt auch in dieser Marktphase noch unverändert viele Privatanleger. Viele bestehende wie auch Neukunden sehen in dem starken Marktrückgang eine gute Chance, an ihren Sparplänen festzuhalten und diese teilweise sogar aufzustocken. Anders als beim Platzen der Dotcom-Blase oder der Finanzkrise 2008 sind Anleger heute besser aufgeklärt und wissen, dass Diversifikation der Schlüssel zum langfristigen Erfolg ist. Hektische Marktphasen gehören leider in unregelmäßigen Abständen dazu.

Wie wichtig ist die Fortentwicklung von Technologie?

Klein: Technologische Weiterentwicklung ist immer gut, wenn sie das Kundenerlebnis verbessert und einen Mehrwert liefert. Digitale Plattformen bieten einen großen Vorteil, weil wir sehr schnell durch das Verhalten der Kunden ein Feedback bekommen. Die Akzeptanz unseres Angebots können wir daher relativ zügig erfassen und stetig weiterentwickeln.

Bauen Sie Ihr Angebot noch aus?

Klein: In diesem Jahr erweitern wir unser Portfolio­angebot für Privatanleger um nachhaltige Strategien. Unser bestehendes Weltportfoliokonzept kann ab dem dritten Quartal 2020 auch nachhaltig umgesetzt ­werden. Auf der Technologieseite arbeiten wir mit institutionellen Kunden an Plattformlösungen, die kapitalmarktorientierte Versicherungskomponenten enthalten. Der Kunde kann dann entscheiden, welches Anlagevehikel sich für ihn am besten eignet.

Bei aktiven Fondsmanagern spricht man vom Händchen für die Märkte. Was ist das „Köpfchen“ beim passiven Anlagemanagement?

Klein: Bei meinem früheren Arbeitgeber, der Landes­bank Berlin, haben wir im Asset Management Research sehr viele unterschiedliche Kapitalmarktstrategien erforscht. Mit Abstand am erfolgreichsten waren gut diversifizierte passive Kapitalmarktstrategien. Bei growney haben wir diese Erkenntnisse noch einmal sehr viel konsequenter umgesetzt, als das in einer Bank möglich wäre. Durch die niedrigen Kosten über alle Investitionsphasen konnten wir die Rendite bei growney weiter signifikant steigern.

30.04.2020    Arne Gottschalck
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