27.07.2020    Madeline Sieland

Inseltraum

Geheimtipp in der Ägäis

Nur 46 Kilometer von Rhodos entfernt liegt die zweitgrößte Insel der Dodekanes – und ist dennoch kaum bekannt. Dabei lohnt sich ein Besuch auf Karpathos.

Häuser mit schneeweiß-blauen und gelblichen Fassaden schlängeln sich den Hang entlang, Frauen in Trachten bevölkern die schmalen Gassen: Das Bergdorf Olympos, ab dem 7. Jahrhundert erbaut, wirkt wie einem Griechenland-Bildband entsprungen. Ursprünglich ist die Architektur, altertümlich muten die Bräuche und Traditionen an, die bis heute gepflegt werden.

Unberührte Natur im Norden

Von der Außenwelt weitgehend isoliert, diente Olympos der Bevölkerung von Karpathos in der südlichen Ägäis einst als Zufluchtsort vor Piraten. Heute ist das Bergdorf im Norden der griechischen Insel aufgrund seiner Abgeschiedenheit zentrale Anlaufstelle für Ruhesuchende – und auch für Wanderer. Jahrhundertealte gepflasterte Wege führen von dort aus kreuz und quer durch den Gebirgszug zu antiken Stätten. Die höchste Erhebung Kalí Límni misst immerhin stolze 1.215 Meter.

Ein guter Ausgangspunkt für Wandertouren ist das Hotel „Olympos Archipelagos“. 2010 entstanden die fünf zweistöckigen Villen. Allerdings gewinnt der Gast durch die traditionelle karpathische Architektur den Eindruck, das Vier-Sterne-Haus gäbe es seit Jahrzehnten, wenn nicht noch länger.

Einsame Badebuchten im Süden

Zur Stärkung nach der Wanderung empfiehlt sich ein Stopp in der „Taverne Milos“. Seit 20 Jahren betreibt Familie Fermakidi das Lokal in der alten Windmühle in Olympos. Und die läuft noch immer: Mit dem darin gemahlenen Mehl wird in holzbefeuerten Öfen Brot gebacken.

Atemberaubend ist von dort oben der Blick auf das kristallklare smaragdfarbene Mittelmeer. Früher oder später packt deshalb jeden die Lust auf Strand- und Badeurlaub. Also ab in den deutlich flacheren südlichen Teil der Insel. Entlang der zerklüfteten Küste verstecken sich unzählige kleine Buchten mit naturbelassenen, meist menschenleeren Stränden.

Der bekannteste: Ápella im Osten der Insel, ausgezeichnet als schönster Strand Europas. Nicht weit davon entfernt liegen – umrahmt von imposanten Felsformationen – Kyra Panagia und Acháta. Auch schön, aber bei Touristen sehr beliebt und deshalb für Karpathos-Verhältnisse meist fast schon überfüllt: Lefkos im Westen.

Sehr gut zu erreichen sind alle Buchten von der trubeligen Inselhauptstadt Pigadia aus. Nur fünf Minuten zu Fuß vom Hafen und Stadtzentrum entfernt und direkt am Strand liegt übrigens das Fünf-Sterne-Hotel „Alimounda Mare“. Perfekt für alle, die vom Meerblick gar nicht genug bekommen können.

27.07.2020    Madeline Sieland
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