10.02.2020    Hilka H. Jeworrek

Elektromobilität

VW lässt E-Autos von Mitarbeitern testen

Während Tesla noch auf Widerstände bei Naturschützern stößt und auf eine Baugenehmigung für das geplante Werk in Brandenburg wartet, lässt Konkurrent VW bereits die eigenen Mitarbeiter den ID3 testen.

Bereits seit November laufen im Werk Zwickau die ersten Modelle des ID3 vom Band, dem ersten vollvernetzten E-Volkswagen. Derzeit seien es 100 Fahrzeuge pro Tag im Ein-Schicht-Betrieb. Nach und nach soll die Anzahl auf bis zu 1.500 PKW hochgefahren werden.  VW richtet sich im Gegensatz zu Platzhirsch Tesla bewusst nicht an Käufer im Luxusegment, auch wenn dort anfänglich höhere Gewinnmargen locken dürften. Möglicherweise erhoffen sich die Niedersachsen eine neue Erfolgsstory ähnlich wie bei der Generation Golf.

Trotz Anfangsschwierigkeiten mit der verbauten Software sieht der Vorstand den Verkaufsstart im Sommer nicht gefährdet. Das mit dem ID3 umgesetzte Vorhaben eines vollelektrischen Modells habe man als Organisation in dessen ganzer Komplexität noch nicht so gekannt, so VW-Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann. Die geplanten Produktionsziele für 2020 hätten jedoch weiterhin Bestand. In Zwickau sollen im laufenden Jahr rund 100.000 Fahrzeuge auf der Basis des neuen Modularen Elektrobaukastens (MEB) an der Linie gefertigt werden.

Tests unter realen Bedingungen

Derweil haben Mitarbeiter von Volkswagen an den drei Standorten Zwickau, Chemnitz und Dresden die Möglichkeit, den ID3 probezufahren. Insgesamt 250 Fahrzeuge sollen ab Mitte März zur Verfügung stehen. Mit den Testfahrten unter realen Bedingungen wolle man prüfen, ob die aktuelle Produktionsreihe des Stromers den Anforderungen im Straßenverkehr auch tatsächlich vollumfänglich gerecht wird. Damit löst der ID3 den E-Golf ab. Dessen Produktion im Werk Dresden wird laut VW aller Voraussicht nach im Herbst eingestellt.

Die Pläne des Autoherstellers gehen weit darüber hinaus: Bis 2029 sollen bis zu 75 reine E-Modelle auf den Markt gebracht werden. Bereits für das zweite Quartal des laufenden Jahres ist die Serienproduktion des nächsten Modells aus der ID-Familie vorgesehen. Etwas später ist auch die Serienfertigung des ersten Wagens für die Tochter Seat geplant. Die Konzernmarke Audi geht ebenfalls nicht leer aus. Die ersten Versuchsreihen sollen noch in diesem Jahr starten.

10.02.2020    Hilka H. Jeworrek
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