29.01.2020    Arne Gottschalck

Tech als Job-Turbo

Arbeitsmarkt: Deutschland, der Digital-Profiteur?

Deutschland, ein Arbeitnehmerparadies? So sieht es nach einer aktuellen Studie des IW Köln aus. Angesichts dieses Umfelds erweist sich sogar die Digitalisierung nicht als Gruselszenario, sondern als Lieferant von Möglichkeiten.

Gute Nachrichten für Arbeitnehmer, eine Herausforderung für Arbeitgeber: Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln) zeigt, wie einfach es inzwischen ist, einen Job zu bekommen. Und wie schwierig es damit im Umkehrschluss für Unternehmen ist, Positionen neu zu besetzen. Untersucht hat das Institut, wie viel Prozent der offenen Stellen so genannte Engpassberufe sind – die schwierig zu besetzen sind. Bei 79 Prozent lag diese Quote Mitte 2019, 2010 waren es noch 25 Prozent.

Eine Quote, die sich je nach Beruf und Region unterscheidet. Bei Informatikern etwa in der Region Ingolstadt liegt die Quote bei 99 Prozent. Das bedeutet massive Nachwuchsprobleme für Unternehmen – und freie Wahl für Job-Suchende.

Erst die Jobs, dann die Digitalisierung

Informatiker & Co dürften ohnehin zu den Hauptprofiteuren der Digitalisierung gehören. Doch auch andere Berufsgruppen können der Digitalisierung entspannt gegenübertreten. Eine Studie des Personaldienstleisters Robert Half zeigt, dass 64 Prozent der befragten Führungskräfte glauben, neue Technologien würden 2020 mehr Arbeitsplätze schaffen als vernichten. Die Hälfte geht sogar von einem deutlichen Anstieg der Jobzahlen aus – ein Job-Boom 4.0, wenn man so will.

Bereits jetzt nennen viele Unternehmen es als größte Hürde, passende Mitarbeiter zu finden. Gerade IT-Unternehmen ringen offenbar mit dieser Aufgabe. Zumindest machen 41 Prozent der befragten Führungskräfte entsprechende Angaben. Die Digitalisierung selbst benennen nur 26 Prozent als größte Herausforderung.

Deutschland, ein Arbeitnehmer-Paradies? Zumindest wird es höllisch schwer für bestimmte Unternehmen, die richtigen Mitarbeiter zu finden.

Analyse: Das sind die Jobs der Zukunft.

 

29.01.2020    Arne Gottschalck
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