05.08.2020    Miriam Rönnau

Unternehmenserfolg

Betriebliches Gesundheitsmanagement: Wichtiger denn je!

Gerade in der Krise zeigt sich, wie wichtig die Gesundheit für den Unternehmenserfolg ist. Die Arbeitsfähigkeit der Beschäftigten setzt unter anderem ein wirksames Gesundheitsmanagement voraus. Wo sind Potenziale in Ihrem Unternehmen versteckt, um das Wohlbefinden Ihrer Mitarbeiter langfristig zu fördern? Beantworten Sie den 5-minütigen Schnellcheck und werden Sie Teil einer bundesweiten Befragung.

Es sind Zeiten, in denen es nicht leicht fällt, die Gesundheit in allen Lebenslagen zu fördern. Kurzarbeit oder Homeoffice verkürzen nicht nur den Arbeitstag, sondern auch Wegstrecken. Gesammelte Daten von Fitnesstrackern zeigen: Das Bewegungsverhalten hat in den letzten Wochen weltweit stark abgenommen. Von den empfohlenen 10.000 Schritten am Tag sind viele derzeit weit entfernt.

Wenn der Esstisch kurzerhand als Schreibtisch dient, oder das Sofa den ergonomischen Bürostuhl ersetzt, können Verspannungen und Rückenschmerzen die Folge sein. Zudem bangen viele Arbeitnehmer um ihren Job, haben Zukunftsängste, sind psychischen Belastungen ausgesetzt. Aufgrund von Social-Distancing mangelt es momentan an sozialen Kontakten, Ventile um Stress abzubauen fehlen. Eine Herausforderung nicht nur für das individuelle Wohlbefinden, sondern auch für Arbeitgeber.

„Es ist jetzt besonders wichtig, den Kontakt zu den Mitarbeitern zu suchen. Hinzu kommt, als Arbeitgeber Rücksicht auf die individuelle Situation zu nehmen und flexibel zu reagieren“, sagt Professor Volker Nürnberg, Leiter des Fachbereichs Gesundheitswirtschaft bei der BDO-Prüfungsgesellschaft. „Mitarbeiter mit Kindern sollten die Möglichkeit haben, die Arbeit in die Abendstunden verlegen zu können. Und Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten oftmals sogar mehr als Mitarbeiter im Büro.“

„Es ist jetzt besonders wichtig, den Kontakt zu den Mitarbeitern zu suchen. Hinzu kommt, als Arbeitgeber Rücksicht auf die individuelle Situation zu nehmen und flexibel zu reagieren.“

Dabei zeigt sich gerade in diesen herausfordernden Zeiten, wie wichtig es ist, sich um die Bedürfnisse der Beschäftigten zu kümmern und Ihnen auch in Krisenzeiten als starker Arbeitgeber zur Seite zu stehen. Gerade für Mittelständler bietet hier das Betriebliche Gesundheitsmanagement, kurz BGM, Chancen für die Zeit während und nach dem Ausnahmezustand.

Kleine Mittel, große Wirkung

Auch wenn vielerorts derzeit keine Maßnahmen in Unternehmen durchgeführt werden können, kann Betriebliche Gesundheitsförderung auch digital stattfinden. Vorträge werden dabei digital gehalten, Workshops können interaktiv über das Netz stattfinden. Auch Bewegungskurse müssen dank Liveübertragung nicht immer abgesagt werden.

Auch die BARMER hat dahingehend ihr BGM-Angebot stark digitalisiert und steht den Unternehmen weiterhin zur Seite. So steht ein Großteil der bisherigen Maßnahmen nun auch als digitales Angebot zur Verfügung, neue Angebote zu Führung auf Distanz oder Bewegung im Homeoffice wurden zusätzlich konzipiert und ins Portfolio übernommen.

Solche Maßnahmen zeigen schnell Wirkung – und sind für kleine und mittelständische Unternehmen leicht umzusetzen. „Kleinere Unternehmen haben auch Vorteile, da die Entscheidungswege und Prozesse viel kürzer sind als in einem Großkonzern. Bei ihnen kann die BGM-Maßnahme noch zielgenauer auf das Unternehmen und die Mitarbeiter ausgerichtet werden“, sagt Nürnberg.

Ein Thema, zwei Profiteure

Der Nutzen für Mitarbeiter liegt auf der Hand: Sie fühlen sich entspannter und gesünder. Und die Unternehmen? „Wertschaffung durch Risikosenkung“ nennt es das Beratungshaus KPMG in einer Studie. Dahinter steht die Erkenntnis, dass die Gefahr für Erkrankungen der Mitarbeiter durch BGM gesenkt wird. KPMG spricht darüber hinaus von „Wertschaffung durch Performance-Steigerung“. Damit gemeint ist: gesündere Angestellte erledigen mehr als solche, die angeschlagen einfach weitermachen.

BGM kann also dabei helfen, das unternehmerische Risiko erkrankter Mitarbeiter zu senken und die Produktivität zu erhöhen. Nebenbei steigert ein qualitatives BGM Angebot die Attraktivität des Arbeitgebers. Einfach, weil Unternehmen angesichts des demografischen Wandels um die besten Mitarbeiter kämpfen.

Trotzdem gibt es noch Aufholbedarf. Gut ein Viertel der befragten Unternehmen sind laut KPMG-Studie BGM-Nachzügler – wahrscheinlich weil ihnen das Thema zu komplex erscheint und sie den bürokratischen Aufwand fürchten.

Groß? Klein? Für alle!

Dabei wurde die betriebliche Gesundheitsförderung vonseiten des Gesetzgebers deutlich gestärkt. So können Unternehmen bis zu 600 Euro pro Mitarbeiter und Jahr in die Mitarbeitergesundheit stecken, ohne dass die Angestellten darauf Steuern für einen geld­werten Vorteil zahlen müssen. Zudem können Krankenkassen oder auch externe BGM-Dienstleister mit Expertise ebenfalls unterstützen. Sie beraten und vermitteln leicht umsetzbares Know-how rund um die Gesundheit im Berufsalltag.

„Vor diesem Hintergrund finden systematische Ansätze des BGM zunehmend Eingang in kleine und mittelgroße Unternehmen. Dieser Wandel ist erfreulich und wird in den nächsten Jahren mit Blick auf die Demografie und das Krankheitsspektrum weiter zunehmen“, sagt Professor Martin Lange von der IST-Hochschule in Düsseldorf. Unterversorgt seien nur Kleinstbetriebe, „denen häufig einfach die Ressourcen fehlen“.

Machen Sie den BGM-Check

Ähnlich wie beim Aufbau von Kondition steht auch beim BGM am Anfang ein klarer Befund. Wo steht das Unternehmen in puncto Gesundheitsmanagement? Welchen Stellenwert hat BGM bisher innerhalb der Organisation? Was für eine Rolle kann Digitalisierung hier spielen?

Helfen kann dabei ein schneller Selbstcheck, der die Basis für einen daraus resultierenden Plan bilden kann. Für kleine und mittelständische Unternehmen ist er eine gute Voraussetzung, ihre Startposition einzunehmen – und einen deutschlandweiten Vergleich zu erhalten.

Unternehmer wissen: Wer beruflich viel leistet, muss mental und physisch fit sein. Dabei kann das Betriebliche Gesundheitsmanagement eine große Hilfe sein. Das DUB UNTERNEHMER-Magazin führt gemeinsam mit den Experten von der BARMER und KPMG eine deutschlandweite Studie durch, um den Bedarf im Mittelstand zu erheben. Die Teilnahme dauert nur 5 Minuten – und Sie bekommen sofort einen anonymisierten Vergleich mit anderen Unternehmen aus Ihrer Branche. Jetzt einfach mitmachen!

05.08.2020    Miriam Rönnau
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