11.08.2020    Jana Janßen

Gesund im Homeoffice

Welche Verantwortung tragen Arbeitgeber?

„Homeoffice wird zu Todesfällen führen, wenn wir nicht gegensteuern“ titelte kürzlich die FAZ im Gespräch mit zwei Sportmedizinern. Diese sind sich einig: Das vermehrt eingeführte Homeoffice in der aktuellen Lage würde zu einer Steigerung der Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen. Wie können Arbeitgeber dazu beitragen, das zu verhindern?

Ergonomischer Schreibtisch, Kollegen zum direkten Austausch, auf dem Arbeitsweg frische Luft schnappen – viele Dinge, die am Arbeitsplatz im Büro vorhanden sind und die Mitarbeitergesundheit fördern, fallen durch die vielfach erteilte Heimarbeit durch Corona aktuell weg. Insbesondere Mitarbeiter, die zum ersten Mal aus dem Homeoffice arbeiten, haben Schwierigkeiten, sich mit der Situation zurechtzufinden. Viele verfügen nicht über einen gut eingerichteten Heimarbeitsplatz. Nach Wochen der Isolation kann es zu vermehrten Krankmeldungen aufgrund psychischer Belastung und körperlicher Beschwerden wie Rücken- und Nackenschmerzen kommen.

Unterstützung beim Einrichten des Heimarbeitsplatzes

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) geht aktuell davon aus, dass es sich beim Homeoffice durch Corona um eine Ausnahmesituation, nicht aber um Telearbeit (also dauerhafter Arbeit vom Heimarbeitsplatz aus) handelt. Daher ist der Arbeitgeber nicht verpflichtet, dem Arbeitnehmer einen festen und bestenfalls ergonomischen Bildschirmarbeitsplatz einzurichten und die Arbeitsstättenverordnung einzuhalten. Dennoch kann er seine Mitarbeiter unterstützen – etwa durch ergonomische Mäuse und Tastaturen oder das Angebot, den Bürostuhl mit nach Hause zu nehmen. Auch diese kleinen Veränderungen können sich positiv auswirken.

Digitale Gesundheitsangebote schaffen

Außerdem fällt es vielen Arbeitnehmern schwer, sich ausreichend zu bewegen, wenn der Weg zur Arbeit wegfällt. Auch Stress durch parallel zur Arbeit geleistete Kinderbetreuung wirkt sich negativ aus. Der Arbeitgeber kann seine Mitarbeiter auch hier unterstützen und beispielsweise über digitale Möglichkeiten des betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) wie Online-Sportkurse und Apps zur Stressbewältigung nachdenken. Gerade wenn im Unternehmen bereits Verträge mit Anbietern der BGM bestehen, ist es wahrscheinlich schnell und unkompliziert möglich, auch digitale Angebote in Anspruch zu nehmen. Dadurch können Mitarbeiter motiviert werden, sich auch im Homeoffice ausreichend zu bewegen und zu entspannen und somit einen Ausgleich zu Belastungen zu schaffen. Wichtig, um Skelett- und Muskelerkrankungen sowie psychischen Erkrankungen vorzubeugen.

Persönlichen, digitalen Austausch fördern

Wichtig ist auch der Kontakt zu den Kollegen und persönliche Absprachen mit Vorgesetzten, die durch das Homeoffice häufig zu kurz kommen. Unternehmer sollten sich daher die Zeit nehmen, regelmäßig mit ihren Mitarbeitern Videokonferenzen zum Beispiel über Zoom abzuhalten und nicht nur per Mail zu kommunizieren und dabei auch kurz nach dem persönlichen Wohlbefinden zu fragen. Auch der Austausch der Mitarbeiter untereinander kann vom Arbeitgeber gefördert werden, indem er sie dazu motiviert, sich ebenfalls über Videokonferenzen auszutauschen und gegebenenfalls auch zu Kaffee- und Lunchmeetings sowie virtuellen Treffen nach Feierabend anzuregen. Das macht die Situation für alle ein wenig erträglicher.

11.08.2020    Jana Janßen
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