Online Personal Angebot und Gesuch
23.02.2021    Karina Engelking
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Start-up-Watchlist: Mindshyft

Kooperation statt Kurzarbeit

Car- und Flatsharing sind bekannte Konzepte. Nun ermöglicht das Berliner Start-up Mindshyft auch Personal-Sharing. Eine Idee, die aus der Not heraus geboren wurde. Denn in der Coronakrise werden Mitarbeiter in einigen Branchen nicht gebraucht während in anderen Bereichen Überstunden ohne Ende nötig sind. Mindshyft schlägt mit Deutschlands erster Plattform zur Vermittlung von Personalpartnerschaften die Brücke zwischen den Extremen.

Die Idee: Die einen bangen in der Coronakrise um ihre berufliche Zukunft, die anderen wissen nicht wohin mit all der Arbeit. In der Gastronomie etwa steht alles still, der Lebensmitteleinzelhandel dagegen boomt. Um diese personelle Schieflage auszugleichen, entwickelte das Start-up Mindshyft eine Online-Plattform für Personalpartnerschaften. Die Idee ist simpel: Personal wird dahin vermittelt, wo es gebraucht wird – und das in einer Geschwindigkeit, wie es analog bisher kaum möglich war. Einerseits reduzieren diese Partnerschaften die Gehaltszahlungen in Branchen, die sich derzeit notgedrungen im Lockdown befinden, und sichern so langfristig Arbeitsplätze. Andererseits entlasten sie Angestellte in Branchen, in denen Personalmangel herrscht. Das Personal-Sharing ist zeitlich begrenzt. Und das heißt: Anders als man es aus der Zeitarbeit kennt, kehren Teammitglieder am Ende an ihren ursprünglichen Arbeitsplatz zurück.

Die Plattform: Über mindshyft.de können Unternehmen aller Branchen und Größen nach der Anmeldung freie Kapazitäten anbieten oder anfragen. Je nach Standort, Timing und Qualifikation sorgt Mindshyft für ein passgenaues Match. Für die Beschäftigten kann solch ein temporärer Arbeitsplatzwechsel nicht nur für Abwechslung sorgen und ein Ende der Kurzarbeit einläuten, sondern es kann auch der Weiterbildung dienen. Für die Vermittlung erhält Mindshyft eine Gebühr – und bietet Rechtssicherheit. Das Start-up stellt standardisierte Vertragsmuster zur Verfügung, um den Vorgang abzusichern. Darüber hinaus werden die Unternehmen durch Mindshyft beim Inserieren zunächst erst einmal auf Glaubwürdigkeit geprüft.

Der Vorteil: Dank Mindshyft können Unternehmen agil auf unerwartete Situationen reagieren und damit die Gefahren von Auftragseinbrüchen oder Überlastung bestehender Mitarbeiter minimieren. Umsatzverluste oder langwierige Personalsuchen für Neueinstellungen werden so vermieden. Die Vorzüge solch einer Plattform zeigt sich nicht zuletzt in Krisensituationen wie der Corona-Pandemie. Denn je schwankender die wirtschaftliche Lage, desto wertvoller wird Flexibilität. Hier kann Mindshyft seine Stärken in der Beschaffung von Personal ausspielen. Ende 2020 verkündete das Start-up etwa, dass man eine aktive Rolle bei der Suche nach Reinigungskräften für Berliner Corona-Impfzentren spielt.

Die Gründer: Philipp Langhanke (CEO) und Till Pape (CTO) planten Mindshyft zunächst als Online-Plattform für Wirtschafts- und Unternehmenskrisen innerhalb spezifischer Branchen. Doch nach den ersten Auswirkungen der Corona-Pandemie wurde das Konzept ausgeweitet, wobei auch Lockerungen in der Auslegung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes halfen. Beide Gründer bringen Know-how aus der Arbeit in und mit Start-ups und im Bereich Digitalisierung mit. Sie ergänzen sich in ihrer Arbeit bei Mindshyft: CEO Langhanke ist Experte für Zeitwirtschaft und Arbeitsrecht, wohingegen CTO Pape als Programmierer und User-Interface-Gestalter für Mindshyfts Website und CMS verantwortlich ist.

Die Zukunft: Mindshyfts Geschäftsmodell bietet auch unabhängig von Krisen großes Potenzial. Ob schwankende Auftragslage oder ein temporärer Bedarf an ganz speziellem Know-how – das Start-up bietet einen neuen Ansatz diesen Situationen zu trotzen. Und: Nicht nur für Unternehmen, sondern auch für Beschäftigte hat Flexibilität positive Effekte. Da derzeit unklar ist, wie die Zukunft von Arbeit in einigen Branchen konkret aussieht, wollen Langhanke und Pape durch nachhaltiges Personalmanagement Sicherheit schaffen. Auch angesichts des viel diskutierten Fachkräftemangels ist es ein reizvoller Gedanke, Spezialisten für begrenzte Zeit an Bord holen zu können. Die Plattform selbst soll im nächsten Schritt unter Einsatz von Künstlicher Intelligenz wachsen und optimiert werden.

23.02.2021    Karina Engelking
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