17.10.2020    Miriam Rönnau

Management

Trotz Corona gründen? Er hat den Schritt gewagt

In Coronazeiten gründen – was gilt es dann beim Thema Leadership zu beachten, wo Prioritäten setzen? Timo Seggelmann von slashwhy gibt Antworten.

Den Schritt in die Selbstständigkeit wagen – und das in Zeiten von Corona? Für viele ­keine Option. Im ersten Halbjahr 2020 gab es 15,5 Prozent weniger Gründungen als im Vor­jahreszeitraum, teilte das Institut für Mittelstandsforschung mit. Timo Seggelmann hat es mit Geschäftspartner Ludger Ahlers trotzdem gewagt.

Ende Mai haben sie die Softwarefirma Salt and Pepper in einem Management-Buy-out übernommen und in die zwei neu gegründeten Unternehmen Halocline und slashwhy überführt. slashwhy beschäftigt sich mit der Individualentwicklung von nutzerzentrierten Softwarelösungen. Das Portfolio umfasst derzeit gefragte Technologien wie IoT, Cloud, Machine-Learning, Mobile-App-Entwicklung. Seggelmann berichtet, womit er sich aktuell beschäftigt und worauf er den Fokus beim Thema Leadership legt.

Zur Person

Timo Seggelmann

ist geschäftsführender Gesellschafter von slashwhy und Halocline, einem Entwick­ler von VR-Produkten für die Industrie. 2016 hat er Salt and Pepper Software mitgegründet. Daraus sind die beiden heutigen Firmen entstanden

Wie sieht Ihr Arbeitsalltag heute aus?

Timo Seggelmann: Zunächst habe ich mich schon im vergangenen Jahr auf die Gründung vorbereitet und zwangsläufig viel mit Businessplänen, Verträgen und Finanzierungsfragen sowie Change-Management beschäftigt. Mittlerweile ist diese Phase abgeschlossen. Jetzt kümmere ich mich mehr um die Unternehmenskultur und die interne Kommunikation. Auch stoße ich neue Projekte an.

Wie definieren Sie Leadership?

Seggelmann: Leadership hat viele Aspekte. Für mich geht es um Inspiration, Kultur, Mut und Verantwortung. Leadership bedeutet, eine klare und realisierbare Vision zu entwickeln und zu transportieren. Es bedeutet, Menschen für diese Vision zu begeistern und auf ein gemeinsames Ziel auszurichten. Aber es bedeutet auch, sie zu inspirieren, eigene großartige Ideen zu entwickeln. Dazu bedarf es einer Unternehmenskultur, die Menschen einen Zugang zu ihrer Kreativität und ihren Möglichkeiten eröffnet, die das Lernen fördert und Fehler zulässt.

Wo setzen Sie die Prioritäten?

Seggelmann: Ich schaffe Raum für Ideen, Kreativität und Innovation, für die persönliche Weiterentwicklung, aber natürlich auch für Produktivität, das Entstehen toller Softwarelösungen. Die sorgen am Ende für zufriedene Kunden. Als Unternehmer ist es meine Aufgabe, das „Why“ und die Vision vorzudenken und Ziele zu formulieren. Diese dann in intensiver Kommunikation mit dem gesamten Team zu schärfen ist eine Herausforderung, aber gleichzeitig auch sehr zufriedenstellend. Wenn alle Mitarbeiter morgens mit Freude aufstehen, um für dieses „Why“ ihr Bestes zu geben, und über sich hinauswachsen, dann ist mir ein wichtiger Teil dieser Aufgabe gelungen.

Was treibt Sie in Ihrer Arbeit an?

Seggelmann: Menschen zu inspirieren und zu be­geistern, das eigene „Why“ zu finden und dieses mutig und überlegt zu verfolgen. Ob mir das gelingt, müssen Sie aber andere fragen, etwa mein Team.

Was es für Unternehmer bedeutet, das eigene „Why“ zu finden? Hier finden Sie es heraus.

17.10.2020    Miriam Rönnau
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