18.03.2020    Hilka H. Jeworrek

Informationskanäle

Achtung Fakenews: Influencer sind keine Journalisten

Verbreiten sich Falschmeldungen etwa durch Social Media innerhalb der Belegschaft, kann dies zu Unruhe in der Firma führen. Unternehmer können aber dazu beitragen, Fakten statt Fakes zu kommunizieren.


Das Robert-Koch-Institut hat zum Dienstag, 17. März, die durch das neuartige Coronavirus entstandene Risikoeinschätzung für Deutschland auf die Kategorie hoch heraufgesetzt. Als Grund wird die dynamische Entwicklung der Pandemie angegeben, die auch gut ausgestattete Krankenhäuser alarmiere.

Gefühlt stündlich werden über diverse Kanäle neue Nachrichten zur aktuellen Lage in Deutschland und der Welt via Fernseher, Computer und Smartphones oder Radiosender verteilt. Die unabhängigen Medienschaffenden sind im Dauereinsatz. Doch auch in den sozialen Netzwerken brodeln die Debatten und Influencer nutzen ihre Reichweiten für Stellungnahmen.

Falschmeldungen auf Social Media

Dass es sich bei den mittels Social Media verbreiteten Informationen nicht immer um sauber recherchierte Fakten handelt, zeigen schon die in den vergangenen Tagen kursierenden Whatsapp-Kettenbriefe. In diesen wird beispielsweise von einem Hustentest gesprochen, der zeige, ob man infiziert sei. Ein weiteres Kuriosum: Man solle viel heißen Tee trinken, weil der Erreger Temperaturen über 26 Grad Celsius nicht standhalten könne.

Viel zu trinken ist meist ein guter Rat, dennoch müsste hier sofort ein Denkfehler auffallen. Schließlich ist der menschliche Körper im Durchschnitt auch ohne erhöhte Temperatur schon etwas über 36 Grad warm und wäre entsprechend kein geeigneter Wirt für das Virus. Auch viele Fotos, die angeblich leergekaufte Regale zeigten, wurden bereits als Falschmeldungen entlarvt.

Gefährlich kann es  werden, wenn Social Media-Persönlichkeiten Aussagen verbreiten, dass niemand an Corona sterben könne. Skurril wird es, wenn Influencer mittels dem Anreißen von Verschwörungstheorien versuchen, Aufmerksamkeit zu generieren, um Produkte von Kooperationspartnern in den mit Corona-News gefüllten Feeds zu platzieren.

Arbeitgeber können Mitarbeiter informieren

Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland mitteilte, versuchten Influencer mit verschiedenen Aufhängern ihre Posts bei den Followern zu platzieren. Bedenklich sei, dass die Beiträge gern mit Hashtags wie #Aufklärung und #Fakten garniert würden und auf „echte Recherche“ verwiesen würde. Damit kann der Eindruck entstehen, die Blogger übernähmen die Aufgaben von Journalisten.

Jeder sollte sich stets über die offiziellen Kanäle der staatlichen Stellen und unabhängigen Medien informieren. Auch Arbeitgeber können einen großen Teil dazu beitragen, Falschmeldungen zu entkräften und mit Hilfe interner Kommunikation wie Newsletter oder Intranet Mitarbeiter über aktuelle Entwicklungen auf dem Laufenden halten. Teamleiter können in kleinen Runden Fakten schaffen und Direktlinks zu den offiziellen Stellen unterstützen Informationsbeschaffung und Glaubwürdigkeit.

 

 

 

 

 

 

18.03.2020    Hilka H. Jeworrek
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